Technik bremst Audi aus: Problem kam früher als gedacht

Kilometerdiät für Audi in Barcelona
Problem kam früher als erhofft

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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Nach der kürzesten Winterpause aller Zeiten hat sich die Formel-1-Saison am Montag (26.1.) in Barcelona zurückgemeldet. Beim Start in die sogenannte Shakedown-Woche waren aber nicht alle 11 Teams dabei. Williams musste den Test in Barcelona schon vergangene Woche ganz absagen. Bei Aston Martin gibt es ebenfalls Verspätung. Das Team von Adrian Newey hofft, wenigstens noch Donnerstag und Freitag ein paar Runden drehen zu können.

Ferrari und McLaren ließen den Auftakt ebenfalls sausen. Nach dem Reglement stehen allen Teams drei der fünf Testtage zum Sammeln von Daten auf der Strecke zu. An welchen der fünf Tage sie fahren wollen, darf jedes Team selbst entscheiden. So rollten in der Früh nur sieben Neuwagen aus den Garagen – Mercedes, Audi, Haas, Red Bull, Racing Bulls, Alpine und Cadillac.

Nach den Niederschlägen an den letzten Tagen präsentierte sich die Boxengasse zu Beginn der Session noch leicht feucht. Gegen Mittag zeigte sich dann aber auch öfter die Sonne über Katalonien. So konnten die Teams ausgiebig Daten mit den neuen Pirelli-Slicks sammeln. Bei Höchsttemperaturen von maximal 15 °C und einer noch sehr grünen Strecke dürften sich die Erkenntnisse aber in Grenzen gehalten haben.

Audi von Problem ausgebremst

Mit Spannung wurde natürlich vor allem auf Neuling Audi geschaut. Nach der Übernahme des Sauber-Teams ist die Erwartungshaltung ein gutes Stück höher als in den letzten Jahren. Die Spannung unter den Fans ist groß, ob der Neuling unter den Motorenherstellern direkt mit dem Establishment mithalten kann.

Beim ersten gemeinsamen Kräftemessen sah es noch nicht besonders vielversprechend. Nach nur 27 Runden rollte Gabriel Bortoleto mit einem Technikproblem aus. "Das war leider ein ziemlich kurzer Tag", zeigte sich der Youngster nach der Session etwas enttäuscht. "Wir haben in der Früh ein paar Sachen ausprobiert. Alles ging in die richtige Richtung. Aber bei einem Shakedown kann natürlich immer alles passieren."

Nach Auskunft des Brasilianers war der Notstopp eine Vorsichtsmaßnahme: "Wir haben uns danach entschieden, nicht noch einmal rauszufahren, bevor das Problem komplett untersucht wurde. Wir hatten dieses Problem vorher fast schon erwartet. Leider kam es dann etwas früher als gedacht. Es ist etwas schade, dass wir es nicht geschafft haben, das Programm danach fortzuführen."

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Kein großes Technik-Drama

Wie man hört, haben die Ingenieure das Problem und seine Ursache aber mittlerweile verstanden. Eine schnelle Lösung stand allerdings nicht direkt parat. Weitere Einsätze in der restlichen Woche sollen aber nicht gefährdet sein. "Wir brauchen reibungslose Tage und viele Kilometer. Erst dann können wir richtig damit anfangen, mit dem Auto zu arbeiten", spornte Bortoleto seine Techniker an.

Der Pilot versuchte die Kilometerdiät locker zu nehmen: "Natürlich ist es besser, wenn die Probleme jetzt kommen und sie uns nicht beim nächsten Test oder beim ersten Rennen der Saison überraschen. Wir haben erwartet, dass es hier und da Probleme mit dem Auto geben könnte. Hoffentlich komme ich bei meinem nächsten Einsatz auf ein paar mehr Runden."

Auch wenn es nicht viele Kilometer waren, die der Mann aus São Paulo abspulte, so brachten sie doch wenigstens ein paar Erkenntnisse: "Ich habe heute viel gelernt. Das Verständnis für die Power Unit ist jetzt besser. Ich konnte dem Team Feedback geben, wo wir uns noch steigern müssen. Man muss aber immer bedenken, dass wir ein neues Team sind, das zum ersten Mal eine eigene Power Unit baut. Da sind noch in vielen Bereichen kleine Schritte nötig."

Piloten müssen Fahrstil anpassen

Nicht nur die Ingenieure müssen sich an die neue Technik gewöhnen. Auch auf die Fahrer wartet eine Umstellung. "Die Autos sind wirklich ganz anders", erklärte der frischgebackene Werkspilot. "Ich bin in der Vergangenheit nichts gefahren, was vergleichbar war. Mein Gefühl sagt, dass es etwas langsamer ist als mit den alten Formel-1-Autos. Aber es ist cool, dass wir jetzt 50 Prozent elektrische Energie haben. Man hat aus den Kurven heraus so viel Power. Man spürt, wie stark die Antriebseinheit ist. Daran muss man sich gewöhnen. Und man muss seinen Fahrstil daran anpassen."

Umso wichtiger wäre es, dass Audi an den nächsten Testtagen etwas mehr Kilometer zusammenbringt. Wann der R26 noch einmal auf die Piste gehen wird, ist noch nicht ganz klar. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Nico Hülkenberg direkt am Dienstag fährt. Nun muss aber erst einmal sichergestellt werden, dass das Auto auch einsatzbereit ist und etwas länger durchhält. Auch das Wetter spielt eine Rolle bei der Entscheidung. In den nächsten Tagen soll es in Barcelona unbeständig werden.

Fazit