Homologation 2026: Gründe für die Ausnahmeregel bei Testfahrten

FIA gewährt Aufschub für Biosprit-Homologation
FIA-Aufschub bringt Änderung für Formel 1

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.01.2026
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Ferrari F1 Motor 1994
Foto: Wilhelm

Die FIA hat strenge Vorgaben für den neuen Kraftstoff definiert. Der Biosprit muss vollständig CO₂-neutral sein, sowohl in der Herstellung als auch in der Nutzung. Dies bedeutet, dass die gesamte Lieferkette, von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Produktion, nachhaltig gestaltet sein muss. Hersteller können zwischen synthetischen Kraftstoffen, die aus Wasserstoff und CO₂ aus der Luft gewonnen werden, und Biokraftstoffen auf Basis von Biomasse wählen. Beide Varianten erfordern jedoch eine präzise chemische Zusammensetzung, um die notwendige Energiedichte und Zündfähigkeit zu gewährleisten.

Produktionsengpässe und hohe Kosten

Die Herstellung des neuen Biosprits ist nicht nur technologisch anspruchsvoll, sondern auch extrem kostspielig. Laut Berichten können die Produktionskosten bis zu 250 Euro pro Liter betragen. Ein Grund dafür ist die begrenzte Verfügbarkeit der benötigten Moleküle, die oft im Labor synthetisiert werden müssen. Diese Herausforderungen haben dazu geführt, dass einige Hersteller nicht in der Lage waren, den Kraftstoff rechtzeitig in ausreichender Menge bereitzustellen.

Die Rolle der FIA-Homologation

Die Homologation des neuen Kraftstoffs ist ein komplexer Prozess, bei dem jede einzelne Komponente auf ihre Nachhaltigkeit geprüft wird. Dieser Prozess ist zeitaufwendig und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Chemikern und Motoreningenieuren. Die FIA hat daher beschlossen, den Herstellern mehr Zeit zu geben, um die Anforderungen zu erfüllen. Während der Testfahrten dürfen die Teams auch nicht homologierte Kraftstoffe verwenden, was ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Motoren unter realen Bedingungen zu testen.

Auswirkungen auf die Performance

Ein hochwertiger Biosprit kann einen erheblichen Einfluss auf die Performance der Fahrzeuge haben. Je höher die Energiedichte des Kraftstoffs, desto weniger Gewicht muss das Fahrzeug mitführen, was zu einer besseren Beschleunigung und höheren Geschwindigkeiten führt. Gleichzeitig müssen die Molekülketten so gestaltet sein, dass sie bei hoher Kompression im Zylinder optimal verbrennen. Dies erfordert eine präzise Abstimmung zwischen den Motoreningenieuren und den Chemikern der Kraftstoffhersteller.

Ausblick auf die Saison 2027

Die Ausnahmegenehmigung der FIA gilt nur für die Testfahrten 2026. Ab der Saison 2027 müssen alle Teams ausschließlich homologierte, CO₂-neutrale Kraftstoffe verwenden. Dies setzt die Hersteller unter Druck, ihre Produktionsprozesse zu optimieren und die notwendigen Mengen rechtzeitig bereitzustellen. Die Formel 1 bleibt damit ein Vorreiter in der Entwicklung nachhaltiger Technologien, die auch auf andere Bereiche der Automobilindustrie übertragen werden könnten.

Fazit