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Formel 1: Sebastian Vettel im Interview

"Michael war früher unser Held"

Red Bull-Pilot Sebastian Vettel spricht im Interview mit auto-motor-und-sport.de über den Rummel um Michael Schumacher, die Konkurrenz von McLaren, Mercedes GP und Ferrari sowie über die Regeländerungen der Formel 1.

Wann Sind Sie das letzte Mal ein Rennen ohne Tankstopp gefahren?
Vettel: Das muss 2007 in der Formel Renault gewesen sein.

Was halten Sie vom Verbot der Tankstopps?
Vettel: Der Tankstopp war ein Element im Rennen, das schiefgehen konnte. Damit fällt ein Spannungsmoment weg. Das einzige, was jetzt noch bleibt, sind die Reifenwechsel.
 
Sind Rennen mit Tankstopps nicht verwirrend für die Fans?
Vettel: Das sind auch Rennen ohne Tankstopps. Die ersten Drei hast du noch auf dem Sender, aber der Rest? Da ist es auf der Tribüne schon schwer, alles zu verfolgen. Ich erinnere mich an den GP Deutschland 2001. Da bin ich mit meinem Vater im Motodrom gesessen. Es war wahnsinnig heiß, und wir haben zehn Mark für eine Flasche Wasser gezahlt, so ausgedörrt waren wir. Nach zehn Runden war das Feld so auseinandergezogen, dann kamen noch die Boxenstopps, dass ich gar nicht mehr den Überblick hatte, wer jetzt wo liegt. Damals gab es natürlich noch nicht die Großbildschirme an der Strecke oder das kleine Hand TV-Gerät von Kangaroo. Das macht es schon einfacher, das Geschehen zu verfolgen.
 
Sind Sie jetzt nicht gezwungen, auf der Strecke zu überholen? Keiner kennt die Strategie des anderen.
Vettel: Dann muss man aber auch überholen können. Oft werden wir dafür kritisiert, dass wir es nicht mal versuchen. Wenn sich die Chance bietet, dann mache ich das. Ich bin ja Rennfahrer. Da brauche ich keinen Anreiz wie Medaillen oder Extrapunkte. Vorbei willst du immer. Das ist die Idee des Wettkampfs. Aber es ist eben nicht einfach. Wenn du es zwei Runden lang nicht schaffst, wird es immer schwieriger. Beim Hinterherfahren verlierst du Abtrieb, dadurch rutschst du mehr, das heizt die Reifen zu stark auf, dann rutschst du noch mehr, und dann kannst du es eigentlich schon vergessen. Selbst wenn du eine Sekunde schneller bist. Du fährst dich einfach fest. Das ist ein Teufelskreis. Und wenn du nicht deutlich schneller bist als der vor dir, startest du auch keine Harakiri-Aktion. Das machst du vielleicht, wenn es im letzten Rennen der letzten Runde um den Titel geht.
 
Wie macht sich der Abtriebsverlust hinter einem anderen Auto bemerkbar?
Vettel: Du verlierst erst mal Grip rundherum, und je näher du dem Vordermann kommst, umso mehr geht die Vorderachse davon. Ganz schlimm ist es, wenn du die Linie vom Vordermann kreuzt. Sobald das Auto in den Windschatten eintaucht, stimmt die Anströmung auf den Flügel nicht mehr und das Auto schiebt einfach geradeaus. Als würde dir vorne einer die Kiste hochschrauben. Dann fährst du auch nicht mehr am Limit. Man fährt auf Schnee ja auch nicht so schnell wie auf trockener Fahrbahn.
 
Ist das neue Punktesystem gut oder schlecht?
Vettel: Ich würde sagen schlecht. Je mehr Fahrer Punkte holen können, umso mehr schmerzt es, wenn du gar keine bekommst. Wenn es dann um einen zweiten oder dritten Platz geht, riskierst du keinen Nuller, nur um dadurch im Erfolgsfall ein, zwei Punkte mehr zu holen.

Übersicht: Formel 1: Sebastian Vettel im Interview
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