Honda HR-V oder CR-V, Türen offen Hans-Dieter Seufert
Honda HR-V oder CR-V, Türen offen
Honda HR-V oder CR-V, Frontansicht
Honda HR-V oder CR-V, Heckansicht
Honda HR-V, Frontansicht
Honda HR-V, Seitenansicht 26 Bilder

Honda HR-V und Honda CR-V im Test

Klassisches SUV oder kompakte Coupé-Form?

30 Zentimeter und einige Tausend Euro trennen die zwei Honda-SUV. Was kann der größere CR-V 4WD besser als der HR-V mit Vorderradantrieb? Schauen wir mal.

Seinen Personenwagen gibt Honda Namen wie Civic, Jazz oder Accord. Die Crossover dagegen hören auf Abkürzungen, die einem medizinischen Schulbuch oder einem klingonischen Kreuzworträtsel entnommen sein könnten. CR-Was? HR-Wie? Dabei ist es doch ganz einfach: „CR-V“ steht für „Compact Recreational Vehicle“, also einen erholsamen Kompakten. „HR-V“ wiederum, sagt das Internet, soll „Hybrid Recreation Vehicle“ bedeuten, also vielleicht „Auto für die Freizeit auf und abseits der Straße“.

Honda HR-V, Seitenansicht
Hans-Dieter Seufert
Den kleineren HR-V gibt es nur mit Frontantrieb.

Notorische Besserwisser werden nun einwenden, dass der ausschließlich frontgetriebene HR-V wohl weniger für Freizeitspaß im Gelände tauge als der CR-V mit Allradantrieb. Doch beide tummeln sich ja wie alle Artgenossen häufiger auf Asphalt – und damit sind wir beim Thema.

Klassik-SUV vs. Coupé-Stil

Lohnt sich bei normaler Nutzung der Kauf des CR-V 4WD mit Top-Diesel, wenn der Top-HR-V mit weniger Leistung und 2WD so viel weniger kostet? Gibt es mehr Platz, mehr Fahrleistungen, mehr Komfort und mehr Sicherheit im teureren CR-V?

Der sieht mit seinem mächtigen Heck weniger elegant aus als der 31 Zentimeter kürzere und acht Zentimeter flachere HR-V, den Honda auf Coupé getrimmt hat. Und die Kastenform verspricht nicht zu viel. Nicht nur, dass die hinteren Plätze des CR-V durch größere Türen kommoder zu erreichen sind: Zwischen den Rücksitzlehnen und der im Elegance-Trimm serienmäßig elektrisch betätigten Heckklappe bietet der CR-V auch rund 100 Liter mehr Stauraum. Das gilt sowohl für den Normalfall mit aufgestellten Sitzen als auch für die „Hilfst du mir beim Umzug“-Variante, für die beide eine weitgehend ebene Ladefläche bieten.

Honda CR-V, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
Der CR-V ist das komfortablere Fahrzeug in diesem Test.

Dass die Rücksitze des HR-V sich wie Kinosessel aufstellen lassen und so im Fußraum Stauplatz schaffen, dürfte nur professionellen Zimmerpflanzen-Transporteuren wichtig sein. Bedeutsamer sind die Zulademöglichkeiten: Knausrig kalkulierte 464 Kilogramm sind es beim CR-V, 520 beim HR-V. Der ist im Übrigen wie der CR-V ein sehr geräumiger Viersitzer, mit genügend Platz für erwachsene Mitfahrer auch hinten. Nur bei drei Fondpassagieren fällt auf, dass er hinten schmaler geschnitten ist.

Mehr Komfort im CR-V

Dafür bietet er das aufgeräumtere Cockpit als der mit mehreren Displays bestückte CR-V. Bei der Bedienbarkeit punktet der Kleine allerdings nicht, denn nicht ertastbare Klima-Bedienfelder ohne haptisches oder akustisches Feedback sind eben nicht so praktisch wie konventionelle Drehregler. Bei beiden kann man sich auch herrlich in den Menüs verheddern, die unter den Tasten des Multifunktionslenkrades lauern.

Unterwegs bietet der CR-V vorn wie hinten bequemere, weil körpergerecht geformte und straffer gepolsterte Sitze als der HR-V. Und der große SUV federt auch wie ein Großer, während der kleine Honda stößiger und zappeliger an die Sache rangeht. Die Straffheit, die weichen Sitze und auch die bei schneller Fahrt schlechtere Geräuschdämmung kosten den HR-V daher Komfort-Punkte. Doch einige davon holt er sich auf guten, kurvenreichen Straßen zurück.

Honda CR-V, Motor
Hans-Dieter Seufert
Beide SUV sind mit einem 1,6-Liter-Motor ausgestattet. Allerdings leistet dieser dank zwei Turbos im CR-V 40 PS mehr.

Denn hier zeigt er sich spürbar agiler und kurvenfreudiger als der CR-V, der Biegungen wankender absolviert und auch viel betulicher einlenkt – sicherlich eine Folge seiner 1,7 Tonnen Leergewicht, während der HR-V mit 1.350 Kilogramm auf Kompaktklasse-Niveau spielt. Beim Bremsen hilft ihm das Leichtsein allerdings nichts – aus hohem Tempo zeigt er ganz im Gegenteil wenig Biss. Aber das Mindergewicht macht die 40 Minder-PS gegenüber dem von zwei Turboladern gepushten und trotzdem turbolöchrig antretenden 1,6-Liter des CR-V gut wett. Bis 100, 120 km/h beschleunigen die zwei dicht an dicht, und erst darüber kann sich der CR-V etwas absetzen, bis er nach langem Anlauf 202 statt 192 km/h schafft. Der Preis dafür ist allerdings hoch: Mit nur 6,3 statt 7,5 Litern Testverbrauch unterbietet der HR-V den CR-V klar. Und dessen Allrad? Bringt allenfalls auf Schnee oder in sehr engen Serpentinen einen nutzbaren Traktionsvorteil.

Angesichts des höheren Preises bietet der CR-V mehr Ausstattung, klar. Aber er erlaubt sich auch Kuriositäten. Navigation (beim HR-V 700 Euro) ist Serie und auch Xenon-Abblendlicht (beides erst Serie im HR-V Executive, 29.140 Euro). Dafür kosten Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistenz (Serie beim HR-V) Aufpreis. Zum Ende heißt es daher „HK-G“: „Hondas kleines Gewinnerauto“.

Honda pusht den CR-V mit Rabatten

Im Honda-Vertrieb scheint es Anweisungen zu geben, den CR-V durch hohe Rabatte im Rennen zu halten. Bis zu 22 Prozent Nachlass sind drin, während beim HR-V zehn Prozent die Obergrenze darstellen. Das kann die Unterhaltskosten sowie die Finanzierungsdaten etwas näher zusammenbringen. Unterm Strich ist der HR-V dennoch bei Kauf, Finanzierung und vor allem im Unterhalt das preiswertere Auto. Tipp: Den CR-V mal mit Vorderradantrieb ausrechnen lassen.

Technische Daten

Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD Executive Honda HR-V 1.6 i-DTEC Elegance
Grundpreis 40.740 € 25.840 €
Außenmaße 4605 x 1820 x 1685 mm 4294 x 1772 x 1605 mm
Kofferraumvolumen 589 bis 1627 l 470 bis 1533 l
Hubraum / Motor 1597 cm³ / 4-Zylinder 1597 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 118 kW / 160 PS bei 4000 U/min 88 kW / 120 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 202 km/h 192 km/h
0-100 km/h 10,3 s 10,2 s
Verbrauch 5,1 l/100 km 4,0 l/100 km
Testverbrauch 7,5 l/100 km 6,3 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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