VLN 1 - Nürburgring - 27. Juni 2020 Stefan Baldauf
VLN 1 - Nürburgring - 27. Juni 2020
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VLN 1 - Nürburgring - 27. Juni 2020 96 Bilder

1. Lauf Nürburgring Langstrecken-Serie

Walkenhorst-BMW beendet Mercedes-Siegesserie

David Pittard und Mikkel Jensen heißen die Sieger des ersten Rennens der Nürburgring Langstrecken-Serie. Ein historischer Sieg bei einem Rennen, das unter besonderen Vorzeichen stattfand.

Es wäre eine beeindruckende Statistik gewesen. 244 Tage nach dem Saisonfinale der Nürburgring Langstrecken-Serie hätten Maro Engel und Patrick Assenheimer beinahe ihre Siegesserie auf der Nordschleife fortgesetzt. Allerdings nicht mit Black Falcon sondern mit dem neuen Team HRT von Hubert Haupt. Daneben ging es um viel Prestige, schließlich war es die erste deutsche Motorsport-Veranstaltung seit dem Corona-Lockdown.

Strafe wegen Unterschreitung der Mindestboxenzeit

Doch mit den Schlagzeilen sollte es nichts werden. Obwohl man nach 27 absolvierten Runden in Führung lag, jubelte am Ende das Duo David Pittard und Mikkel Jensen für Walkenhorst Motorsport, weil Engel/Assenheimer mit einer Zeitstrafe von 37 Sekunden wegen Unterschreitung der Mindeststandzeit beim letzten Boxenstopp belegt wurden. "Wir waren 2,1 Sekunden zu schnell”, sagte Patrick Assenheimer. "Bei den vorherigen Stopps hat es uns am Display angezeigt, dass wir fünf Sekunden zu langsam waren. Also dachten wir, wir passen es um zwei Sekunden an und haben immer noch eine Reserve.”

Das ging nach hinten los. Ein Umstand, der auch den neuen Bedingungen geschuldet ist. Wegen der Hygienevorschriften führt die Boxengasse nun durchs Fahrerlager, hat eine neue Länge und stellenweise Tempo 30 und 40 km/h als Vorgabe. "Wir haben versucht, uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten”, meinte Maro Engel. "Es ist schade, aber es ändert nichts daran, dass es ein gutes Rennen war und sehr schön ist, wieder hier zu sein. Danke, an alle, die das möglich gemacht haben und danke an die Fans, die sich daran gehalten haben, zuhause zu bleiben.”

VLN 1 - Nürburgring - 27. Juni 2020
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Maro Engel und Patrick Assenheimer bedankten sich.

Packende Duelle vor leeren Rängen

So fuhren Pittard und Jensen ihren Sieg vor einer ungewohnten Kulisse nach Hause. Ohne Zuschauer wirkt die Nordschleife eben doch verwaist. Auch die Siegerehrung fiel aus – so war es im Hygienekonzept vorgesehen. Das minderte die Freude über den Erfolg bei dem BMW-Duo allerdings nicht. "Wir hatten das ganze Rennen über die Pace”, sagte David Pittard. "Klar haben wir von der Strafe profitiert, aber alle mussten sich an die neuen Bedingungen anpassen und sie haben eben einen Fehler gemacht.” Im Ziel betrug der Vorsprung des Walkenhorst-BMW-M6 mit Yokohama-Bereifung schließlich 27,070 Sekunden. Nach dem letzten Boxenstopp kam es ursprünglich zum Showdown, als Engel zügig den BMW-Vorsprung von drei Sekunden zufuhr. Die Strafe ließ die Mühe unbelohnt. Auf Platz drei landete das GetSpeed-Trio Fabian Schiller, Maxi Buhk und Raffaele Marciello im Mercedes AMG GT.

Das ganze Rennen über wurden die Zuschauer im Livestream mit packenden Zweikämpfen zwischen den beiden GetSpeed-Mercedes, Walkenhorst, dem Phoenix-Audi und dem HRT-Mercedes unterhalten. Besonders bitter: Der Audi R8 von Phoenix Racing von Michele Beretta/Kim-Luis Schramm hatte auf Podiumskurs auf den letzten Metern offenbar eine Berührung mit einem anderen Fahrzeug, rollte nur ganz langsam ins Ziel und fiel damit aus der Spitzengruppe heraus. Nur kurz zuvor verlor Phoenix auch das Schwesterauto von Frank Stippler und Vincent Kolb aufgrund eines technischen Defekts.

Bester Audi wurde schließlich der werksunterstützte R8 von Car Collection mit René Rast, Nico Müller und Robin Frijns auf Platz vier vor dem Rowe-BMW von Nick Catsburg und Philipp Eng. Porsche erreichte mit dem "Grello” von Manthey Racing (Campbell/Andlauer/Kern) Platz sechs.

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Die neue Boxengasse in der Übersicht.

Gelungene Premiere nach Corona-Lockdown

Insgesamt kann man die Premiere der Nürburgring Langstrecken-Serie unter den besonderen Bedingungen aufgrund des Corona-Hygienekonzepts als sehr gelungen betrachten. Das Rennen ging ohne größeren Besonderheiten über die Bühne. Die wohl größte Umstellung: Die neue Boxengasse, die mit Betonblöcken im Fahrerlager aufgebaut wurde. Sie erinnerte ein bisschen an die Kulisse bei Sportwagen-Rennen in den USA. Kurios: Der Wendehammer am Ende, der sich bei manchen den Spitznamen "Corona Circle” einhandelte.

Daneben herrschte im Fahrerlager Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden konnte. Ebenfalls ungewohnt: Jedes Team hatte eine eigene Parzelle zugewiesen bekommen – damit gehörte das Gewusel in den Boxen, wo sonst oft sechs Autos gemeinsam untergebracht sind, der Vergangenheit an. Überhaupt war es ungewohnt ruhig, schließlich hatten die Zuschauer weder Zugang zum Fahrerlager noch zur Strecke. "Das war schon ein komisches Gefühl die ersten Meter ohne Fans um die Strecke zu fahren”, sagte Assenheimer. "Ich will aber auch die Gelegenheit nutzen, den Marshalls Danke zu sagen, ohne die hier auch nichts funktioniert hätte.”

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Corona-Kuriositäten aus dem Fahrerlager und die besten Bilder vom Rennen.

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