Formel E: Jaguar sorgt trotz Madrid-Doppelsieg für Zoff

Formel-E-Debüt in Madrid 2026
Jaguar-Zoff trotz Doppelsieg, Wehrlein im Glück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.03.2026
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Formel E 2025/2026 - Madrid - Jaguar
Foto: Formel E

Mitch Evans war stinksauer. Eigentlich hätte er der große Held auf dem historischen Circuito del Jarama im Norden Madrids sein müssen. Der Jaguar-Mann startete zwar nur von Rang 16, aber sprang dank einer klugen Kombination aus Schnellladen und Extra-Kilowatt in die Spitzengruppe. Dazu verfügte Evans über mindestens ein Prozent mehr Energie als sein Umfeld.

Den Weg zum Sieg versperrte ihm dann aber Teamkollege António Félix da Costa. Dieser hatte ebenso eine durchdachte Strategie hinter sich, die ihn vom dritten Startplatz auf den ersten hüpfen sah. Evans probierte sein Glück, fand trotzdem keine Lücke. Erst freute sich der Neuseeländer mit dem Portugiesen. Dann überwältigte Evans der Zorn.

Er wütete darüber, dass das Team ihn nicht die taktischen Vorteile ausnutzen ließ. Während des Rennens schimpfte er schon über die Gegenwehr des Iberers: "Das ist doch Scheiße." Sein Ingenieur pflichtete bei, nutzte aber diplomatischere Worte. Dies ließ die Vermutung einer misslungenen Stallregie aufkommen. António Félix da Costa feierte parallel sehr ausgelassen seinen zweiten Sieg am Stück. Da störte Evans' entgeisterte Miene nur ein wenig.

Formel E 2025/2026 - Madrid - Jaguar
Formel E

Warum wurde Jaguar untersucht?

Kurz nach der Zieleinfahrt strahlte die Regie erste Wiederholungen aus, die sich auf die Mechaniker beim Schnellladen der Autos konzentrierten. Hier gibt es von der FIA strenge Vorgaben. Die Vermutung war, dass ein Fehler bei der Choreografie geschah. Im finalen Bericht beruhigte die Weltbehörde die englische Traditionsmarke.

Er hielt fest: "Die für das Anhalten und Freigeben des Fahrzeugs während des Pit-Boost verantwortliche Person befand sich jederzeit auf der Garagenseite des Fahrzeugs, wie in Artikel 37.5 c) vorgeschrieben, auch wenn sie nicht durchgehend direkt an der Garagenlinie stand. Die Sportkommissare konnten keinen Verstoß gegen die einschlägigen Vorschriften nachweisen."

Angesichts der Länge der Verhandlung bleibt die Vermutung, dass die FIA trotzdem umfangreicher den doppelten Vorfall prüfen musste. Ein Präzedenzfall ist damit nun so oder so geschaffen. Die Rivalen verzichteten dem ersten Vernehmen nach auf einen Einspruch.

Wehrlein staubt smart ab

Dritter wurde Pascal Wehrlein. Der Porsche-Pilot jubelte: "So happy bin ich selten über einen dritten Platz." Gleich zweimal hatte er Pech am Jarama-Samstag: Erst beendete ein Schaden des einheitlichen Frontmotors sein Qualifying vorzeitig auf dem sechsten Startplatz. Dann krachte ihm im Rennen der Mahindra-Fahrer Nyck de Vries ins Heck. "Der Schlag war ziemlich hart. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch weitergeht."

Trotz der Schäden hielt der Ex-Weltmeister aber mit und biss sich im Spitzenfeld fest. Die Pace der Top-Fahrer, allen voran der beiden Jaguar-Racer, blieb dennoch unerreichbar. Auch der dritte Rang glich einem kleinen Wunder. Wehrlein hatte sich eigentlich schon dem Porsche-Kunden Dan Ticktum geschlagen gegeben. Doch dieser ließ bei der letzten Durchfahrt der Schikane zu Beginn von Start-Ziel eine Lücke.

"Ich mag allgemein Übersteuern, aber heute war selbst mir das zu viel", witzelte Wehrlein über das eingeschränkte Fahrverhalten. "Unser Auto hatte einfach nicht mehr die Form, um am Ende mitzuziehen, als die Geschwindigkeit anzog. Ich hatte den vierten Platz akzeptiert, aber versuchte trotzdem, in Schlagdistanz zu bleiben." Also abgestaubt? "Das kann man definitiv so sagen. Die schlechte Balance und die kaputte Aero ließen mich mehr Energie verbrauchen."

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WM-Kampf nimmt an Fahrt auf

Porsche-Teamkollege Nico Müller lief auf dem achten Rang ein. Der zweite Deutsche im Feld, Maximilian Günther (DS Penske), musste sich nach Pech mit Rang 13 abfinden. Da dank Jarama nun offiziell die Marke des ersten Saisondrittels übersprungen wurde, haben die WM-Stände eine erste Aussagekraft.

Bei den Fahrern führt Pascal Wehrlein (83 Punkte) vor Edoardo Mortara (Mahindra, 72), Mitch Evans (65) und António Félix da Costa (64). Letzterer brachte sich jetzt durch zwei Siege am Stück in Schlagdistanz. Die weiteren Weltmeisterschaften fallen deutlich knapper aus.

Der Hersteller Porsche hat 170 Punkte und liegt so knappe drei Zähler vor Jaguar. Der Rest ist abgeschlagen. Gleiches Spiel bei den Teams: Porsche (132) wird von Jaguar (129) gejagt. Weiter geht es erst in sechs Wochen. Am 2./3. Mai lädt das deutsche Gastspiel in Berlin.

Fazit