Isotta Fraschini Tipo 6 LMH-C - Le Mans- Hypercar Isotta Fraschini

Isotta Fraschini Tipo 6 LMH-C: Technik und Partner

Isotta Fraschini Tipo 6 LMH-C Im Eiltempo zu den 24 Stunden von Le Mans

Passend zur großen 100-Jahre-Feier der 24 Stunden von Le Mans will eine ikonische italienische Marke in den Rennsport zurückkehren. Der erst in diesem Jahr wiederbelebte Hersteller Isotta Fraschini plant bereits für die kommende Saison der Sportwagen-WM WEC einen Einsatz mit einem Hybrid-Prototyp. So sehen die ambitionierten Pläne aus.

Der größte Erfolg von Isotta Fraschini ist älter das 24-Stunden-Rennen von Le Mans: 1908 gewann die acht Jahre zuvor gegründete Mailänder Auto-Manufaktur die heute legendäre Targa Florio. Das Langstrecken-Rennen auf den rauen Bergstraßen Siziliens galt schon damals als eine massive Herausforderung und brachte dem Sieger so reichlich Technik-Prestige. Werksfahrer Vincenzo Trucco setzte sich dort gegen die ebenfalls noch junge Konkurrenz von Fiat und S.P.A. durch – und Isotta Fraschini damit endgültig auf die automobile Landkarte.

Doch trotz anfänglicher Erfolge mit Luxusfahrzeugen drohte schnell ein Schicksal, welches zahlreiche aufkommende Autobauer in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts durchleben mussten. Wirtschaftskrisen und die beiden Weltkriege beutelten das Unternehmen zunächst schwer und erzwangen mehrere Führungswechsel. Ein Insolvenzverfahren im Jahr 1949 ließ die Auto-Sparte schließlich in der historischen Versenkung verschwinden. Unter dem klangvollen Namen wurden anschließend Industrie-Motoren gefertigt.

Vincenzo Trucco - Isotta Fraschini - Targa Florio 1908
Bibliothèque nationale de France
Isotta Fraschini gewann im Jahr 1908 mit Vincenzo Trucco die Targa Florio. Nach zahlreichen Krisen blieb nur noch der Name.

Kapital aus Kolumbien, Debüt vor Le Mans

Dementsprechend überraschend erschien die diesjährige Ankündigung, dass die Marke sowohl als Elektro-Boutique-Hersteller als auch als Rennstall zurückkehren soll. Der Kopf hinter der Wiederbelebung ist der Kolumbianer Frank Kanayet Yepes, der sein Geld zwar in der Erdöl-Industrie gemacht hat, aber seit vielen Jahren in die Elektrifizierung investiert. Unter anderem gehörte er zu den ersten Unterstützern der Formel E. In seinem Management-Team findet sich zudem der frühere Alfa- und Maserati-Mann Alfredo Reboa.

Noch bevor das erste Elektro-Auto vom Band rollt, möchten Kanayet Yepes und Co. bereits kommende Saison mit einem Le-Mans-Hypercar (LMH) in der Sportwagen-WM WEC antreten. Der Launch des jüngsten Rennablegers soll im Februar stattfinden. Die große Rennrückkehr der Reinkarnation ist für den dritten Lauf in Spa-Francorchamps Ende April angedacht – die klassische Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans.

Im Gegensatz zu den anderen privaten Hypercar-Projekten von Glickenhaus und Vanwall Vandervell (ehemals ByKolles) wollen die Italiener dort mit einem Hybrid-Motor an den Start gehen. Als Verbrenner wählten sie einen turboaufgeladenen 3-Liter-V6, ein 200 Kilowatt starker Front-E-Motor macht den Tipo 6 LMH-C zum Allrad-Renner.

24h-Rennen - Le Mans 2022 - Rennen - 11.06.2022
xpb
2023 wollen die Italiener hier stehen. Das 24-Stunden-Rennen feiert im Juni 100 Jahre und soll auch sportlich zur großen Party werden.

Kooperation mit früherem Ferrari-Partner

Isotta Fraschini setzt bei der Technik auf diverse namhafte Zulieferer. Brembo steuert das Bremssystem bei, Xtrac das Getriebe, Multimatic die Aufhängung, PWR die Kühlung und Williams Advanced Engineering die Batterie. Die frühere Formel-1-Ausgründung soll außerdem bei der Aerodynamik unterstützt haben. Zur Herkunft des Motors ist noch nichts bekannt, mit Pankl und Bosch arbeiten jedoch zwei Spezialisten bei der Umsetzung des Antriebs mit.

Das Design, die Koordination und die Entwicklung des ambitionierten Projekts verantwortet der italienische Rennspezialist Michelotto. Das in Padua beheimatete Unternehmen baute in den letzten Jahren die GT3- und GTE-Autos von Ferrari, verlor aber kürzlich im Tender-Prozess gegen die ebenfalls in Le Mans aktive Motorsport-Manufaktur Oreca. Mit dem Ferrari 333SP aus den 1990er-Jahren, der rein auf Kundensport ausgelegt war, hat Michelotto bereits einen illustren Prototypen im Portfolio.

Sollten die reichlich teueren Träume tatsächlich zur Realität werden, trifft Isotta Fraschini auf die ultimative Konkurrenz. Zur rennsportlichen 100-Jahre-Feier in Le Mans haben sich in der Hypercar-Topklasse Cadillac, Peugeot, Porsche, Toyota und die heimischen Rivalen von Ferrari angemeldet, deren Gründer Enzo übrigens selbst mehrmals die Produkte von Isotta Fraschini fuhr.

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