Neuer Monster-Truck-Weltrekord: Wie schnell fahren die Dinger?

Neuer Rekord im Rahmen des Indy 500
Wie schnell fahren eigentlich Monster Trucks?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.05.2026
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Natürlich waren es die Amis. Als Ende der 1970er-Jahre US-Enthusiasten immer größere Pick-ups bauten, kam schnell die alles entscheidende Frage auf. Kann man damit nicht spaßigen Unsinn treiben? Die Antwort wurde zum Pop-Phänomen. Neben Wettrennen durch Schlamm und kompetitivem Gewichteziehen hatte ein Konstrukteur die Idee, Schrottkarren zu zerstören.

Bob Chandler, heutzutage als Vater der Monster Trucks betitelt, sah darin ursprünglich nur einen einmaligen Marketing-Gag. Doch sein 1981 gedrehtes Video begeisterte einen Motorsport-Veranstalter dermaßen, dass er Chandler so lange bequatschte, bis er es vor zahlendem Publikum wiederholte. Dieser automobile Zirkus fand schnell zahlreiche Fans, wurde allerdings eher als buntes Rahmenprogramm anderer Events aufgezogen.

Ende der Achtziger erhielt das Treiben dann formalisiertere Regeln und in der Folge strukturiertere Formate. Zum einen werden die über fünf Tonnen schweren Federweg-Monster für Rennen genutzt, zum anderen aber auch für Freestyle-Wettbewerbe. In Europa kennt man allen voran den Stunt-Aspekt, der gerne mal auf lokalen Parkplätzen und Volksfestarealen vorgeführt wird. US-Promoter wie Monster Jam legen jedoch ebenso Arena-Shows für den europäischen Markt auf.

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Autos aus Kinderzimmer-Fieberträumen

Der Held dieser Geschichte entstammt ebenfalls der Monster-Jam-Szene. Er hört auf den Namen "Power Rush" und wurde vor dem Qualifikations-Wochenende des Indy 500 vorgestellt. Wie seine zukünftigen Konkurrenten hat er nicht nur einen eigenen Spitznamen, sondern auch eine klar definierte Identität. Die Promoter stricken regelrecht Mythen um ihre einzelnen Monster Trucks und setzen damit die Tradition von Chandler fort, dessen erstes Motor-Ungeheuer "Bigfoot" hieß.

Weit oben in der Gunst der Fans steht beispielsweise der Truck namens "Megalodon", der wie der entsprechende Urzeit-Hai aussieht. Falls Sie das schon skurril finden, hier einige weitere Motive: Alien, Baustellen-Bagger, Einhorn, Krake, Pirat, Rottweiler, Scooby-Doo, Spider-Man oder auch Zombie. Warum? Weil man es kann. Unser Power Rush hat es da optisch noch seriös getroffen, denn er sieht wie ein IndyCar aus. Okay, wie ein sehr grobschlächtiges IndyCar.

Technisch entspricht er ganz genau den Vorgaben – selbst ohne FIA. Jeder Truck ist ungefähr 3,20 Meter hoch, 3,81 Meter breit und 5,18 Meter lang. Um die 5,4 Tonnen auf Touren zu bekommen, braucht es klassisch einen kompressoraufgeladenen Big-Block-V8 mit rund 1.500 PS. Als Sprit wird Methanol verwendet. Pro Minute schlucken Hai, Zombie und Co. 11,4 Liter davon. Gefedert werden die Ungetüme über Gruppen stickstoffgefüllter Stoßdämpfer, die einen Federweg von etwa 76 Zentimetern (30 Zoll) bieten.

Monster-Truck-Weltrekord - Indianapolis Motor Speedway
Penske Entertainment

Indys absurdester Rekord

Als Rennfan dürften Sie es bereits geahnt haben: Für die Rundstrecke sind solche Voraussetzungen nicht wirklich ideal. Zudem stehen die 1,68 Meter hohen und 1,09 Meter breiten Reifen doch arg im Wind. CW-Wert? Irrelevant. Angesichts eines Einzelgesamtgewichts von 293 Kilogramm wären Boxenstopps eine halbe Lebensaufgabe.

Deswegen überlegten sich der Pilot Camden Murphy und seine Truppe einen anderen Geburtsmythos für Power Rush. Er sollte als schnellster Truck der Welt die Bühne betreten. Dank der Partnerschaft mit der IndyCar-Serie durften sie zum legendären Indianapolis Motor Speedway reisen und die über einen Kilometer lange Gegengerade für ein Dragrennen gegen den vorherigen Bestwert nutzen. Er lag bei 101,84 mph (163,896 km/h) und stammte aus 2022.

Angefeuert vom Indy-500-Publikum, das später die Pole-Position von Álex Palou (Ganassi-Honda) sehen sollte, schnellte der riesige Renner am Sonntag auf 103 mph (165,762 km/h) hoch. Lockerer Weltrekord! Falls Sie jetzt eine neue Alternative für Autobahn-Trips sehen, erinnern wir Sie gerne nochmal an die Dimensionen und den Verbrauch. Und an den TÜV...

Fazit