VLN - Lauf 5 - Nürburgring - 28. August 2020 Stefan Baldauf
VLN 5 - Nürburgring - 29. August 2020
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5. Lauf Nürburgring Langstrecken-Serie

Audi gewinnt Nordschleifen-Krimi

In einem packenden Finale der sicherte sich Audi den Doppelsieg beim Rowe 6h-Rennen der NLS. Der Octane 126 Ferrari war auf dem Weg zum Sieg, musste aber auf den letzten Metern Sprit sparen.

Wenn das mal kein Fest für Nordschleifen-Fans war – auch wenn sie bis auf ein paar wenige Zuschauer auf der Tribüne das Rennen zuhause verfolgen mussten. Das Rowe 6h ADAC Ruhr-Pokal Rennen hat bei der diesjährigen Ausgabe zurecht den Titel Saisonhöhepunkt verdient. Denn die letzten Minuten des Langstreckenrennens wurden zu einem echten Krimi.

Ferrari muss Sprit sparen

Alles sah nach einem Sieg für den Schweizer Octane 126 Ferrari von Luca Ludwig und Björn Grossmann aus. Und für die Mannschaft wäre der Erfolg ein Trostpflaster gewesen – schließlich bekam man den Sieg beim dritten Rennen zur Nürburgring Langstrecken-Serie aufgrund einer falschen Reifenkennung aberkannt und die Berufung beim DMSB scheiterte. Doch auch dieses Mal war ihnen der Erfolg nicht vergönnt.

Bei noch 9 Minuten und 30 Sekunden verbleibender Zeit auf der Uhr kreuzte Ludwig die Ziellinie. Damit war schon fast klar: Er muss noch zwei Runden fahren. Doch er hatte bereits sieben Runden im Stint auf dem Konto. Gewöhnlich schaffen die GT3-Autos acht Runden lange Stints. Deshalb hieß es: Sprit sparen und darauf hoffen, so langsam zu fahren, dass die Uhr bereits vor dem erneuten Überqueren der Ziellinie abläuft. Gleichzeitig hatte Ludwig allerdings die beiden Audi R8 LMS von Land Motorsport und Car Collection im Nacken – immerhin mit einem Polster von 42 Sekunden.

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Knapp am Sieg vorbei: Luca Ludwig musste am Ende zittern.

Kampf zwischen Land und Car Collection

Auch wenn Ludwig am Funk mit seinem Team ständig in Kontakt war, musste er die beiden Audi zu Beginn der letzten Runde ziehen lassen und sich schließlich mit Platz drei begnügen – immerhin schaffte man die neunte Runde noch mit dem vorhandenen Sprit. "Wir hatten noch auf eine Code-60-Phase gehofft, aber die kam nicht”, sagte Ludwig.

Zwischen Christopher Mies und seinem Audi-Markenkollegen Mirko Bortolotti ging es zeitweise im Verkehr hoch her, auf der Döttinger Höhe zog sich der Car Collection-Pilot aber schließlich aus dem Windschatten und ließ den Land-Pilot ziehen. "Wir hatten ein fehlerfreies Rennen, ein gutes Auto und vielleicht an der ein oder anderen Stelle Glück mit den Code-60-Phasen”, meinte Mies, der mit seinen Teamkollegen Mattia Drudi und Kelvin van der Linde feierte. Und auch bei Car Collection waren Bortolotti, Markus Winkelhock und Christopher Haase zufrieden. "Am Schluss war klar, wir gehen kein Risiko ein”, sagte Winkelhock.

Audi dominiert vom Start weg

Schon die Startphase hatte der Audi mit der Startnummer 29 von Land Motorsport fest im Griff. Mies fuhr von der Pole-Position souverän vorneweg und überließ die Positionskämpfe der Konkurrenz. Vor allem der HRT-Mercedes von Maro Engel konnte sich zu Beginn verbessern und reihte sich zunächst auf Platz zwei hinter Mies ein.

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Audi war im Vergleich zu den vorangegangenen Rennen gut in Form und schneller unterwegs.

Doch es dauerte nicht lange, ehe sich in Runde vier Winkelhock im Car Collection Audi R8 LMS mit der #32 den zweiten Platz schnappte und damit die Audi-Doppelführung perfekt machte. Eine Grundlage dafür: Die Code-60-Phase nach einem spektakulären Unfall von Patrick Assenheimer auf der Döttinger Höhe, die das ganze Feld noch etwas enger zusammengeschoben hatte. GetSpeed bekam später noch eine Strafe von drei Minuten als Auslöser der Kollision. Der HRT-Mercedes #6 von Engel verabschiedete sich zwischenzeitlich mit Defekt im Bereich Hatzenbach.

Kontakt zwischen zwei Mercedes

In der folgenden Stunde ergab sich nach den ersten Boxenstopps kein klares Bild über die Hackordnung. Während die Verfolger eine Runde vor den beiden führenden Audi zum Service kamen, ging nach den Stopps die Startnummer 17 von HRT-Mercedes als Führender wieder auf die Strecke. Danach stellte sich das übliche Bäumchen-wechsel-dich-Spiel an der Spitze ein.

Erst in der vierten Rennstunde gab es wieder etwas Action. Und das gleich in geballter Form. Fabian Schiller verbremste sich im Get Speed-Mercedes (#2) und touchierte dabei den Markenkollegen von HRT (#17) mit einem Ausritt ins Kiesbett. Den KCMG-Porsche #19 ereilte ein Reifenschaden vorne links, die #20 von Audi ereilte gleiches Schicksal vorne rechts.

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Trotz Gerangel auf Platz vier: Der GetSpeed-Mercedes.

Beide Falken-Porsche im Pech

Beinahe hätte auch Petrus noch zu mehr Spannung beigetragen. Um kurz nach 16 Uhr begann es etwas zu tröpfeln, allerdings nur so gering, dass keine Reaktion in Sachen Reifenwahl nötig war. Audi und Ferrari wechselten sich derweil an der Spitze ab. Indes mussten die Startnummer 3 von Falken Motorsport und die Startnummer 34 von Walkenhorst jeweils eine Strafe wegen eines Gelbvergehens verschmerzen. Auch das Schwesterauto von Falken hatte Pech: Man strandete in der letzten Rennstunde im Bereich Eschbach.

Mercedes redete zwar nicht um den Sieg mit, schaffte aber mit dem GetSpeed-Auto (#2, Raffaele Marciello/Maxi Götz/Maxi Buhk/Fabian Schiller) noch Platz vier – trotz des vorangegangenen Gerangels. Den besten BMW M6 GT3 stellte Rowe Racing mit der fünften Position. Das HRT-Team von Hubert Haupt beendete das Rennen nach den zwei Ausfällen von Assenheimer und Engel noch mit einem Mercedes-AMG GT3 auf dem sechsten Platz.

Dahinter reihte sich ein BMW-Doppelpack von Schnitzer und Walkenhorst ein. Die beiden Porsche 911 GT3 R von KCMG (#18) und Frikadelli Racing (#31) komplettierten die Top-Ten. Schon vor dem Rennen musste Rowe Racing einen der beiden BMW M6 GT3 abstellen, weil Stef Dusseldorp in der Mutkurve abgeflogen war und der Schaden nicht so kurzfristig repariert werden konnte.

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