NLS 8 - Nürburgring - 25. September 2021 Stefan Baldauf
NLS 8 - Nürburgring - 25. September 2021
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NLS/VLN 2021, Ergebnis 8. Lauf: Aston-Überraschung

NLS/VLN 2021, Ergebnis 8. Lauf Aston holt Überraschungs-Sieg

Aston Martin sicherte sich mit Nicki Thiim und Maxime Martin beim ersten Einsatz des Vantage in GT3-Konfiguration den Sieg beim achten NLS-Lauf. Phoenix-Audi und BMW Junior Team komplettieren Podium.

Für Aston Martin ist es der erste Gesamtsieg in der GT3-Ära der Nürburgring Langstrecken-Serie. Der Vantage GT3 hatte in der aktuellen Konfiguration zwar mal einen Gastauftritt 2018 in der SP-X-Klasse, hatte damals aber noch keine gültige Homologation für die GT3 und war entsprechend auf anderem technischen Stand. Der Einsatz wurde dieses Mal vom Werksteam selbst gesteuert und sollte eine Basis für die Balance of Performance liefern und interessierten Teams zeigen, welches Potenzial das Auto auf der Nordschleife hat. Das ist gelungen.

Aston Martin ist selbst überrascht

"Es ist schon eine Überraschung, hierher zu kommen und direkt zu gewinnen", sagte Maxime Martin. "Aber wir hatten auch eine gute Strategie und es hat geholfen, dass Nicki und ich im Rhythmus waren." Beide waren in dieser Saison bereits für andere Hersteller regelmäßig in der Grünen Hölle unterwegs. Thiim für Audi und Martin für Porsche. "Für Phoenix tat es mir deshalb etwas leid, aber Aston Martin ist ja mein Arbeitgeber", meinte Thiim, der am Ring vorher für die Eifler Mannschaft angetreten ist.

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Nicki Thiim sammelte diese Saison schon viele Nordschleifen-Kilometer bei Phoenix.

Für Aston Martin war es ein komfortabler Sieg mit 13,887 Sekunden Vorsprung nach 29 Runden. Vor allem im zweiten Stint machte man den Unterschied. "Die anderen haben teilweise früher gestoppt und hingen dann hinter dem Frikadelli-Porsche fest", sagte Martin. "Wir haben in dieser Phase viele Autos auf der Strecke überholt und entschieden den Stint von 7 auf 8 Runden zu verlängern."

Zu Beginn des Rennens hatte zunächst Julien Andlauer im Frikadelli-Porsche das Tempo vorgegeben. Der Franzose stellte den Porsche 911 GT3 R auf Pole mit einer Zeit von 7.53,542 Minuten und übernahm am Start die Führung. Doch weil es ein Frühstart war, hagelte es für den Polesetter eine Stop-and-Go-Strafe. Damit war die Führung zunächst dahin und der Phoenix-Audi übernahm die Position ganz vorn.

Walkenhorst mit Reifenschaden

In der Zwischenzeit begann bereits das Favoritensterben. David Pittard, der sich zu Beginn mit einem starken Start mit dem Walkenhorst-BMW auf Platz zwei schob, drehte erst einen neuen Rundenrekord mit 7:53.202 Minuten, musste dann aber mit einem Reifenschaden hinten rechts die Ambitionen auf eine Top-Platzierung streichen.

Andlauer eroberte nach dem ersten Stopp noch einmal die Führung zurück, kurz darauf musste der Frikadelli-Porsche aber nach dem Fahrerwechsel auf Klaus Abbelen wieder zurückstecken. Danach machten es sich drei Protagonisten an der Spitze bequem und kämpften bis zum Schluss um die Podiumsplätze: Der Aston Martin Vantage GT3 von Thiim und Martin, der BMW M6 GT3 des Junior Teams von Max Hesse, Dan Harper und Neill Verhagen und der Phoenix-Audi R8 von Frank Stippler und Vincent Kolb.

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Vincent Kolb verteidigte sich auf den letzten Metern mit Erfolg.

Der Manthey-Porsche, der dieses Mal mit Michael Christensen und Michael Ammermüller besetzt war, musste rund 52 Minuten vor Schluss vorzeitig abstellen, weil man sich einen Plattfuß aufgrund eines Fremdkörpers im Reifen eingefahren hatte. "Das war im Adenauer Forst. Dann habe ich versucht, das Auto noch zurück an die Box zu bringen. Am Ende habe ich mich aber entschieden, das Auto abzustellen, weil der Schaden ohnehin viel zu groß gewesen wäre, um überhaupt zu Ende zu fahren."

Spannender Kampf im Finale

In der Schlussphase balgten sich Hesse und Kolb noch um Platz zwei. Während der Aston Martin es sich mit Vorsprung an der Spitze bequem machen konnte, trennten den Audi und den BMW dahinter nur 0,3 Sekunden. Weil der Aston nur wenige Sekunden vor Ablauf der Renndauer von 4 Stunden noch die Ziellinie kreuzte, ging es in eine weitere Runde. Das Duell spitzte sich dabei richtig zu. Beinahe verlor Kolb den Audi, konnte sich aber noch bis auf die letzten Meter verteidigen. "Das war im Streckenabschnitt Wehrseifen", sagte Kolb. "Ich bin auf Verkehr aufgelaufen und musste die Lenkung aufmachen, dabei ist das Heck ausgebrochen. Aber irgendwie fuhr das Auto doch geradeaus, ohne dass mich der BMW überholt hat. Das war 'magic'."

Beim BMW Junior Team, die mittlerweile Stammgäste auf dem Podium sind, brachte ein Kontakt zu Beginn des Rennens mit einem Porsche Cayman die Strategie durcheinander. Man musste den Stint auf 6 Runden verkürzen, weil nach der Berührung ein Reifen an der Stoßstange streifte.

Neuer BMW M4 GT3 auf Platz 5

Auf dem vierten Platz landete der Lionspeed by Car Collection Audi von Patric Niederhauser, DTM-Pilot Nico Müller und Patrick Kolb. Der BMW M4 GT3 (Farfus/Eng), der einen weiteren Renneinsatz nach dem Debüt beim letzten Lauf absolvierte, beendete das Rennen als Fünfter. Beachtlich, denn man musste aufgrund der fehlenden GT3-Homologation in der SP-X nennen und damit hinter allen anderen GT3-Autos starten und bei jedem Stopp eine Strafzeit von 30 Sekunden warten.

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Der neue BMW M4 GT3 rollte ohne Probleme durch und kam auf P5.

Der Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team Bilstein (Metzger/Haupt/Assenheimer) schloss das Rennen auf dem sechsten Platz vor dem Landgraf-HTP Mercedes von Trefz/Müller ab, der noch dem alten Stand und nicht der Evo-Version entspricht. Die Top-Ten komplettieren der Fikadelli-Porsche, der Huber-Elfer (Menzel/Thyssen) und der Black-Falcon Porsche, die sich in der GT3 mit den Junior-Fahrer Nagelsdiek/Naumann/Von Danwitz zurückmelden.