NLS 9 - Nürburgring - 9. Oktober 2021 Stefan Baldauf
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NLS 9 - Nürburgring - 9. Oktober 2021 65 Bilder

NLS/VLN 2021, Ergebnis 9. Lauf: Adrenalin Meister

NLS/VLN 2021, Ergebnis 9. Lauf Phoenix siegt in Chaos-Rennen, Adrenalin Meister

In einem irren Rennen holte der Phoenix-Audi von Frank Stippler und Vincent Kolb den Sieg beim Finale der NLS. Der Meisterschaftskampf wurde zum Drama, das letztlich die Vorjahresmeister von Adrenalin (Philipp Leisen/Danny Brink) für sich entschieden haben.

Wo sollen wir bei diesem Rennen bloß anfangen? Der neunte Lauf war definitiv ein würdiges Finale der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS/VLN), das allerdings extrem chaotisch war. Zum einen wurde der Kampf um den Gesamtsieg erst in der letzten halben Stunde des etwas verkürzten Rennens (3h 15 min) entschieden, zum anderen spielte sich auch das Meisterschaftsdrama in eben dieser letzten halben Stunde ab.

Lamborghini von Konrad bestimmt Tempo

Im GT3-Gerangel an der Spitze drückte definitiv der Konrad-Lamborghini dem ganzen Rennen den Stempel auf. Bereits das Zeittraining, das wegen Nebel erst um 11.15 Uhr startete und nur 45 Minuten dauerte, entschied Jordan Pepper im Lamborghini für sich. Der Südafrikaner war in dieser Saison zum ersten Mal bei Konrad am Volant und lieferte mit 8.02,930 Minuten einen beeindruckenden Einstand ab und sicherte sich damit die Pole-Position.

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Der Konrad-Lambo bestimmte das Tempo.

Auch beinahe das gesamte Rennen über war der Lamborghini, den sich Pepper mit Axcil Jefferies teilte, an der ersten Position. Zwar setzte sich in der turbulenten Startphase zunächst Sven Müller im Falken-Porsche an der Spitze durch, doch Pepper schlug in Runde 5 zurück und übernahm die Führung. Nur eine Stop-and-Go-Strafe wegen Überholen unter Gelb zu Beginn des Rennens, die man aber erst in Runde 18 ahndete, warf den Lamborghini wieder auf Platz 4 zurück.

Phoenix lachende Dritte

Aufgrund unterschiedlicher Boxenstopp-Rhythmen und Überholmanövern von Pepper schaffte man es nur 15 Minuten vor Schluss noch auf die zweite Position zurück und kämpfte auf den letzten Metern noch mit aller Kraft um den Sieg. Denn der Lamborghini holte den Vorsprung von Müller mit Siebenmeilen-Stiefeln ein. Am Ende reichte es für beide nicht und es gab einen lachenden Dritten: den Phoenix-Audi von Frank Stippler und Vincent Kolb. Sowohl der Falken-Porsche als auch der Lamborghini hatten gelbe Flaggen übersehen und deshalb jeweils eine 35-Sekunden-Zeitersatzstrafe aufgebrummt bekommen.

"Für mich ist mein erster Sieg hier sensationell", sagte Kolb. "Es war absolut chaotisch – schon im Qualifying. Und dann bekamen die beiden Autos vor uns noch die Strafen. Aber wie sagt man: To finish first, you have to finish first."

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Vincent Kolb holte den ersten NLS-Sieg.

Das musste sich auch Pepper hinter die Ohren schreiben. Zwar lief der Lambo dieses Mal ohne technische Probleme, aber mit gleich zwei Regelverstößen verschenkte man den Sieg. "Es tut schon weh, wenn du das schnellste Auto bist, aber nur Dritter wirst", so Pepper. Trotzdem freuten sich beide Piloten über Platz drei. Das Falken-Duo Martin Ragginger und Müller waren natürlich enttäuscht, dass aus dem Sieg nichts wurde und nur Platz zwei heraus sprang.

Drama um Meisterschaft

Der Kampf um die NLS-Meisterschaft löste ebenfalls Schnappatmung aus. Denn in der letzten Stunde wechselten die potenziellen Meisterkandidaten gleich drei Mal. Zunächst sah es noch nach einem Durchmarsch vom VT2-Adrenalin-Auto von Daniel Zils, Philipp Stahlschmidt und Christopher Rink aus. Doch ein Reifenschaden nach einem Kontakt ausgerechnet mit dem späteren Sieger Kolb machte die Titelhoffnungen schnell zunichte.

Danach lag der Matchball bei W&S Racing (Blickle/Scheerbarth/Kronberg). Die vermasselten sich ihren Traum vom Titel aber mit einem zu kurzen Boxenstopp. Um 1,5 Sekunden unterschritt man die vorgegebene gesamte Mindeststandzeit und musste deshalb noch einmal einen Extra-Stopp einlegen und verlor damit die Führung und auch die Titelchancen.

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Die alten Meister sind die neuen Meister.

Lachende Dritte: die Meister von 2018 und 2020. Danny Brink und Philipp Leisen, die gemeinsam mit Christopher Rink in der V4 mit dem BMW 325i fahren, holten sich als Außenseiter im finalen Titelkampf zum dritten Mal die Meisterschaftstrophäe. Rink ist allerdings nicht Meister, weil er als Doppelstarter auf das Schwesterauto #481 in der VT2 für die Meisterschaft gesetzt hatte.

Adrenalin Racing zum Vierten

"Eigentlich dachte ich ja wir werden Meister der Herzen", sagte Leisen und schmunzelte. "Jetzt hat es doch geklappt." Kollege Brink ahnte bis kurz vor Schluss noch nicht mal was vom Titelgewinn. "Ich hatte einfach Spaß da draußen", sagte er. Adrenalin Racing hat damit zum vierten Mal in Folge die Meisterschaft gewonnen.