NLS 4 - Nürburgring - 26. Juni 2021 Stefan Baldauf
NLS 4 - Nürburgring - 26. Juni 2021
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NLS 2021, 4. Lauf: Sieg für BMW Junior Team

NLS 2021, Ergebnis 4. Lauf Youngster-Sieg für BMW Junior Team

Der vierte Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie war für BMW Freud und Leid zugleich. Die Premiere des BMW M4 GT3 floppte, dafür holte das Junior Team den Sieg mit dem M6. Konrad-Lambo feiert erstes Podium hinter dem Phoenix-Audi.

Nach dem 24h-Rennen Nürburgring geht es gewöhnlich etwas ruhiger in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN) zu. Und trotzdem hatte dieses Rennen seine Geschichten. Allen vor an die von der Gefühlsachterbahn bei BMW Motorsport. Mit dem Sieg des BMW Junior Teams machte man die Enttäuschung über das geplatzte Renndebüt des neuen BMW M4 GT3 wieder etwas wett. Der Nachfolger des M6 verunfallte in Folge eines technischen Defekts bereits am Freitag bei den Testfahrten.

Jüngste Sieger der Nürburgring Langstrecken-Serie (VLN)

Damit stand zwar nicht die nächste technische Generation am Start, dafür aber die nächste Generation von Rennfahrern. Neil Verhagen (20), Dan Harper (20) und Max Hesse (19) fuhren ihren ersten NLS-Gesamtsieg ein und krönten ihr BMW Junior Team mit ihrem Durchschnittsalter damit zu den jüngsten Gesamtsiegern.

Für die drei Rookies, deren BMW M6 GT3 vom Team RMG eingesetzt wird, war es aber alles andere als eine Spazierfahrt – auch wenn die großen Werke dieses Mal fehlten. Unter anderem kassierten sie eine Durchfahrtsstrafe wegen einer Kollision von Verhagen mit Nico Menzel im Huber-Porsche. Die musste Teamkollege Hesse absolvieren und sich danach wieder mühsam nach vorne kämpfen.

Strafe für den Phoenix-Audi

Noch bis zur letzten Sekunde zitterte das Trio, weil Schlussfahrer Dan Harper bei einem Ausritt durch die Wiese beim Ausweichen im Verkehr eine halbe Stunde vor Rennende den Kühlergrill mit Gras schmückte. "Wir haben uns schon ein bisschen Sorgen gemacht", sagte Hesse. Harper reagierte allerdings und nahm im Auto alle Anpassungen vor, die möglich waren, um Probleme zu verhindern. Zugleich schaffte er es, die Führung, die er kurz nach dem finalen Boxenstopp übernahm, gegen Vincent Kolb im Phoenix-Audi zu verteidigen.

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Beim vierten NLS-Lauf ging es auch ohne die Werke auf letzter Rille zu.

Eigentlich hätten die beiden Konkurrenten, die sich ein packendes Duell lieferten, im Ziel nur wenige Sekunden getrennt. Eine nachträgliche 35-Sekunden-Strafe für den Phoenix-Audi wegen Überholen unter Gelb bedeuteten im Ziel schließlich 37,552 Sekunden Rückstand für Frank Stippler und Kolb. "Ich habe versucht, alles zu geben", meinte Kolb. "Aber irgendwann hatte Harper mal Pech im Verkehr, dann wieder ich und am Ende konnte ich das nicht mehr aufholen."

Konrad-Lamborghini mit VLN-Podium

So viel Pech der Konrad-Lamborghini einmal mehr im Rennen hatte, so viel Glück war am Ende auf der Seite von Michele di Martino und Axcil Jefferies. Der GetSpeed-Mercedes von Kuba Giermaziak und Frank Kechele, die ein fulminantes GT3-Comeback feierten, bekam aufgrund Überholens bei Code 60 eine 5-Minuten-Strafe aufgebrummt und wurde deshalb nur Sechster. So rückte der Lamborghini Huracan noch auf den letzten Podiumsplatz auf.

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Der Konrad-Lambo war ein potentieller Sieg-Kandidat.

Dabei war das zunächst überhaupt nicht abzusehen. Zwar brachte man sich von Beginn an in eine starke Position, doch dann hatte man in Runde 15 einen Reifenschaden hinten rechts. Das kostete laut di Martino rund sechs Minuten. Über die Ursache für das Problem mit dem Michelin-Pneu rätselt man noch. Hinzu kam eine Durchfahrtstrafe, weil man bei einem Stopp die Mindeststandzeit unterschritten hatte. Da war der Podiumsplatz Glück im Unglück. "Es ist ein bisschen eine bittersüßes Podium. Denn wir hätten um den Sieg kämpfen können", sagte Jefferies.

Dahinter belegten die NLS-Newcomer Dinamic Motorsport den vierten Rang. Das italienische Team, das man aus der GT World Challenge ekennt, schaffte hatte mit Adrien de Leener und Michele Beretta zwei Nordschleifen-Kenner an Bord. Platz fünf für den Huber-Porsche (Aust/Stengel/Menzel) ist die Fortführung des positiven Trends beim 24h-Rennen für die Pro-Am-Besetzung.

BMW M4 GT3 mit Unfall auf der Nordschleife

So gut der Samstag für BMW lief, so schwierig war der Freitag bei den Test- und Einstellfahrten. Sheldon van der Linde verlor aufgrund eines technischen Defekts die Kontrolle über das neueste GT3-Modell und schlug im Bereich Hatzenbach heftig in die Leitplanken ein. Damit war das geplante Renndebüt für den vierten NLS-Lauf erledigt. "Es ist sehr schade, dass unsere bis dahin sehr erfolgreiche Test-Woche mit dem BMW M4 GT3 ein vorzeitiges Ende gefunden hat und wir das Renndebüt des Fahrzeugs, dem wir alle entgegengefiebert haben, verschieben müssen", sagte Mike Krack, Leiter BMW M Motorsport.

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Der neue BMW M4 GT3 sollte seine Premiere auf der Nordschleife im Rennen geben.

"Durch den Aufprall wurde das Fahrzeug beschädigt, und so haben wir entschieden, unsere Teilnahme am NLS-Lauf am Samstag abzusagen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Aber für uns steht nun im Vordergrund, genau herauszufinden, was die Ursache für den Unfall war. Ein technisches Problem kann in der Entwicklungsphase eines neuen Fahrzeugs immer vorkommen. Und genau dazu dienen diese intensiven Testfahrten: In der Entwicklungsphase potentielle Schwachstellen zu identifizieren und diese für die Zukunft zu beheben. Das werden wir nun tun."

In unserer Bildergalerie haben wir neben den Bildern des BMW M4 GT3 natürlich auch die Highlights vom vierten Lauf zur Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS).