NLS 2 - Nürburgring - 17. April 2021 Stefan Baldauf
NLS 2 - Nürburgring - 17. April 2021
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NLS 2 - Nürburgring - 17. April 2021 71 Bilder

Nürburgring Langstrecken-Serie - Ergebnis Lauf 2

Nürburgring Langstrecken-Serie - Ergebnis Lauf 2 Manthey siegt trotz Strafe

Der "Grello" ist der erste Sieger der NLS-Saison 2021. Der Manthey-Porsche 911 GT3 R behauptete sich trotz Stop-and-Go-Strafe gegen die Markenkollegen von Frikadelli Racing und den Audi R8 LMS von Phoenix. Neuer Rundenrekord von Kévin Estre.

Mit etwas Verspätung ist die NLS-Saison nach der Absage des ersten Laufs aufgrund Schnee in das neue Jahr gestartet. Und die Zuschauer vor den Bildschirmen zuhause wurden nicht enttäuscht: Denn das NIMEX 45. DMV 4h-Rennen bot Spannung bis zum Schluss, wartete mit spektakulären Manövern auf und brachte einen neuen Rundenrekord hervor.

Estre mit haarsträubendem Manöver

Der Moment des Rennens: der Überholversuch von Kévin Estre im Manthey-Porsche gleich in der ersten Runde nach dem Streckenabschnitt Antoniusbuche. Mit zwei Rädern fuhr der Porsche-Pilot übers Gras und wies damit seinen Porsche-Werksfahrerkollegen Frederic Makowiecki in die Schranken und legte den Grundstein für den späteren Sieg. "Es war ziemlich spannend – und das auch noch zwischen Markenkollegen", sagte Estre. "Wir waren an der Antoniusbuche nebeneinander, ich musste mit zwei Rädern durch die Wiese. Es war nicht ohne, aber ich habe es geschafft.”

NLS 2 - Nürburgring - 17. April 2021
Stefan Baldauf
Kévin Estre fuhr gleich zu Beginn im Manthey-Porsche mit beiden Rädern durchs Gras.

Der Frikadelli-Porsche war ursprünglich von der Pole-Position ins Rennen gestartet. Hier setzte Dennis Olsen ein Ausrufezeichen mit einer Rundenzeit von 7.53,565 Minuten im Training. Die kühlen Bedingungen mit rund 6 Grad Celsius trugen zu der extrem flotten Zeit bei. "Es war eine sehr gute Runde", sagte der Norweger. "Es gab eine Code-60-Phase in der Runde vorher und ich habe gehofft, dass sich das dann erledigt hat. Ich hatte in meiner Runde wenig Verkehr. Danke auch ans Team und Sabine, ich hoffe, sie hat von oben zugesehen. Wir hatten einen guten Testtag gestern und sind happy momentan mit der Balance.”

Weibliches Team am Kommandostand

Trotzdem musste man sich im internen Porsche-Duell mit Manthey Racing im Lauf des Rennens beugen. Der "Grello" feierte mit Michael Christensen/Lars Kern/Kévin Estre nach 29 Runden den Gesamtsieg – und einen neuen Rundenrekord von 7.56,087 Minuten von Estre. An der Boxenmauer war dieses Mal ein komplett weibliches Team: Renningenieurin Laura Müller, Dateningenieurin Marie-Line Finé und GT3-Projektleiterin Eve Wallenwein.

Selbst eine Stop-and-Go-Strafe wegen Unterschreitung der Mindeststandzeit konnte den Triumph nicht gefährden. "Ich weiß nicht, was da los war", sagte Christensen, der beim Stopp im Auto saß. "Wir haben einen Countdown im Auto und entsprechend bin ich losgefahren." Danach hatte man rund 27 Sekunden Rückstand auf die Führenden im Phoenix-Audi (Kolb/Stippler). Allerdings war das Bild auch durch die unterschiedlichen Boxenstopp-Rhythmen verzerrt.

Knallharte Duelle bei Phoenix

Bei Audi setzte man auf kurze erste Stints, um aus dem Verkehr zu kommen. Der R8 von Michele Beretta/Nicki Thiim (#11) kam nach 5 Runden an die Box, der von Frank Stippler/Vincent Kolb (#5) nach 6 Umläufen. Manthey setzte hingegen auf den üblichen 7-8-8-6 Rhythmus. Nach dem finalen dritten Stopp war die Lage klar: Die #911 blieb in Führung vor dem #31 Frikadelli-Porsche und den beiden Phoenix-Audi

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Bei Phoenix entbrannte ein internes Duell zwischen Frank Stippler und Nicki Thiim.

Die lieferten sich den wohl langwierigsten Zweikampf. Über das gesamte Rennen hinweg beharkten sich der blaue und der grüne Audi R8 LMS. Nicki Thiim vs. Frank Stippler. "Stippi ist ein harter Kämpfer", sagte Thiim, der von Aston Martin eigens die Erlaubnis für den Audi-Einsatz bekam. "Der Kampf zwischen uns war aber fair und wir haben auch intern nicht über Stallorder geredet." Mehrmals wechselte die Reihenfolge, schließlich mussten sich Stippler/Kolb mit dem vierten Platz begnügen – auch weil Stippler durch eine Code-60-Phase am Schluss mit stumpfen Waffen kämpfte. Die Top 5 rundet der KCMG-Porsche von Edoardo Liberati und Marco Holzer ab.

Dahinter erreichte der Konrad-Lamborghini als bestes Fabrikat, das nicht aus dem Hause Audi oder Porsche stammt, den 6. Platz. Dirk Werner/Alessio Picariello setzten den Porsche-Trend mit dem Falken-Elfer auf der 7. Position fort, dahinter reihte sich der BMW M6 GT3 des BMW Junior Teams von Neil Verhagen/Daniel Harper/Max Hesse/Augusto Farfus vor einem weiteren Porsche von Rutronik Racing (Tobias Müller/Tristan Viidas) ein. Der Wochenspiegel-Ferrari, der nun von Phoenix eingesetzt wird, komplettiert die Top 10.

Insgesamt fehlten viele werksunterstützte Top-Autos von BMW, Mercedes und Audi, da zeitgleich die GTWC in Monza ihren Saisonauftakt feierte.