Porsche 924 Carrera GTS Rallye - Walter Röhrl - Restauration - 2021 Porsche
Porsche 924 Carrera GTS Rallye - Walter Röhrl - Restauration - 2021
Porsche 924 Carrera GTS Rallye - Walter Röhrl - Restauration - 2021
Porsche 924 Carrera GTS Rallye - Walter Röhrl - Restauration - 2021
Porsche 924 Carrera GTS Rallye - Walter Röhrl - Restauration - 2021 29 Bilder

Porsche 924 Carrera GTS Rallye Restauration

Porsche 924 Carrera GTS Rallye Restauration Röhrl-Renner glänzt wieder

40 Jahre nach dem ersten Rallye-Auftritt von Walter Röhrl für Porsche haben die Experten der Museumswerkstatt das damalige Einsatzauto einmal komplett restauriert. Der legendäre Porsche 924 Carrera GTS erstrahlte wieder in seinem alten goldenen Glanz – bis Röhrl damit auf Probefahrt ging.

Für viele Rennsportfans ist der Name Walter Röhrl fest mit der Marke Porsche verbunden. Dabei fuhr der langjährige Firmenbotschafter nur eine einzige Saison für den Stuttgarter Sportwagenhersteller. Der Bayer war 1981 als amtierender Weltmeister ins Schwabenland gewechselt. Eigentlich hatte er für die Saison schon einen Vertrag bei Mercedes unterschrieben. Doch dann stoppte der Vorstand in Untertürkheim das Rallye-WM-Projekt in letzter Minute.

Auf der Suche nach einer kurzfristigen Ersatzbeschäftigung wurde der "Lange" nur wenige Kilometer entfernt in Zuffenhausen fündig. Und so stand Röhrl nach dem Abschied von seinem alten Fiat 131 Abarth am 15. Mai 1981 erstmals mit dem Porsche 924 Carrera GTS auf der Startrampe der Rallye Metz, um die deutsche Rallye-Meisterschaft in Angriff zu nehmen.

Bei der Premiere wurde der Schlaks aus Regensburg allerdings immer wieder von kleinen Defekten ausgebremst. Dennoch reichte es für den frischgebackenen Werksfahrer am Ende zum zweiten Platz in der Gesamtwertung. Bei der anschließenden Hessen-Rallye feierten Röhrl und sein langjähriger Co-Pilot Christian Geistdörfer dann den ersten Erfolg im Porsche. Im Laufe der Saison konnte das Duo noch weitere Siege bei der Serengeti-Safari-Rallye, der Vorderpfalz und Baltic Rallye einfahren.

Restauration in Weissach

Nach einem Jahr war der Spaß – wie erwähnt – schon wieder vorbei. Röhrl verabschiedete sich zu Opel, wo er sich 1982 seinen zweiten WM-Titel sicherte. Anschließend ging es über Lancia weiter zu Audi. Sein alter 924 Carrera GTS absolvierte seinen letzten Einsatz im Februar 1982 bei der Rallye Boucles de Spa. Am Steuer der Startnummer 4 saß damals Rundstrecken-Spezialist Jacky Ickx.

Am 27. August 1982 wanderte "der Versuchswagens 924 GTS" schließlich wieder zurück ins Museum. Das für die Rallye in Belgien aufgetragene Blau der Zigaretten-Marke Gitanes wurde wieder durch die ursprüngliche Lackierung in Gold und Schwarz des Cognac-Herstellers "Monnet" ersetzt. Diesen Lack trägt der 924 Carrera GTS Rallye noch heute.

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40 Jahre nach dem ersten Einsatz: Walter Röhrl in seinem alten Schmuckstück

Pünktlich zum 40. Jahrestag der Premiere entschieden sich die Verantwortlichen des Porsche Museums nun, das Auto einmal komplett zu restaurieren. Das Museumsstücks wurde dort auf Vordermann gebracht, wo es vor vier Jahrzenten aufgebaut wurde: in der historischen Rennsportabteilung in Weissach.

Vom Porsche 924 GTS waren insgesamt nur 59 Autos gebaut worden. Mit einem Preis von 110.000 Mark war es damals das teuerste Auto der Modellpalette. Am 12. Dezember 1980 wurde die Rallye-Version auf Basis eines Vorserienfahrzeugs aufgebaut. Es handelte sich um den fünften von neun gefertigten Prototypen.

Porsche 924 GTS Rallye im Original-Zustand

Der verbaute Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit rund 250 PS ist ebenfalls ein Aggregat aus dem Versuchsstadium. Es handelt sich um Triebwerk ohne Seriennummer, das 1981 die komplette Rallye-Saison ohne Schäden überstanden hatte und den gold-schwarzen 924 auch 2021 noch zu Höchstleistungen antreibt. Erst 10.371 Kilometer stehen auf dem Tacho.

Bei der Restauration hatten die Experten vor allem den Erhalt des Originalzustands im Fokus. Der überarbeitete 924 verfügt somit über jede Menge Patina. Selbst die roten, im Heck unter der großen Glaskuppel von der Sonne leicht ausgebleichten Sicherheitsgurte sind noch die alten. Auf der Fahrerseite ist ein großes R, auf den Gurten des Beifahrers die Kombination CG eingestickt: Röhrl und Christian Geistdörfer.

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Bei der Restauration wurde viel Wert darauf gelegt, dass möglichst viele Original-Teile erhalten bleiben.

Ersetzt wurden am Ende nur Verschleißteile, einige Komponenten des Fahrwerks und das Benzin-System. Die restlichen Bauteile wurden geprüft, überholt und wieder verbaut. Darunter auch die originalen 911-Turbo-Bremssättel und die Ladeluftkühler. Eine Endoskopie des Motors und des Turbos blieb nach Angaben von Porsche ohne Befund. Auch beim Getriebe konnte kaum Verschleiß festgestellt werden.

Am Ende wurde im Antriebsstrang nur die Rennkupplung gewechselt, die man aber in der Werkstatt des Porsche-Museums zum Glück noch auf Lager hatte. Bei den Reifen im Format 255/55 R15 mit dem zeitgenössischen Profil half Zulieferer Pirelli aus.

Überraschung zum Geburtstag

Walter Röhrl wurde das fertig restaurierte Auto schließlich zum 74. Geburtstag am 7. März vor die Tür gestellt. Es sollte eine große Überraschung werden, die am Ende auch gelang: "Das größte Problem war nicht die Technik, sondern die Geheimhaltung", erklärte Kuno Werner, der Leiter der Museumswerkstatt. "Walter Röhrl kennt hier so viele Leute im Haus, da war es schwer, das Projekt geheim zu halten."

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Probefahrt zum Geburtstag: Walter Röhrl hatte von der geplanten Überraschung nichts mitbekommen.

Röhrl staunte nicht schlecht, als er mit seinem alten Schätzchen wiedervereinigt wurde: "Es war eine riesige Überraschung für mich. Ich bin vor 40 Jahren aus dem Auto ausgestiegen und nie mehr wieder drinnen gesessen. Dieses Auto hat mir die Tür zu Porsche geöffnet. Daher bin ich ihm besonders verbunden. Das ist für mich eine Zeitreise in die Vergangenheit. Ich fühle mich sofort wieder 40 Jahre jünger."

Bei der ersten Ausfahrt im bayerischen Wald kamen die alten Erinnerungen sofort wieder hoch: "Als Sauger-Fahrer bist Du damals mit der Turbo-Charakteristik verrückt geworden. Das Turboloch war riesig! Um schnell aus der Kurve zu kommen, musstest Du schon kurz vor der Kurve wieder Gas geben, immer die Drehzahl hochhalten."

Und natürlich ließ es Röhrl auf seiner Hausstrecke sofort wieder richtig krachen. Auch eine Offroad-Einlage durfte nicht fehlen, bei der die aufpolierte Lackierung direkt eine Portion Dreck abbekam. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Fazit

Walter Röhrl ist eine echte deutsche Rennlegende. Alleine durch seine Fahrkünste erlangten seine Autos ebenfalls Kultstatus. Das Einsatzfahrzeug aus der einzigen Rennsaison für Porsche hat die Wellnesskur auf jeden Fall verdient. Damit wird das Museum in Zuffenhausen um eine Attraktion reicher.