Sabine Schmitz - Rennfahrerin Guido ten Brink / SB-Medien
Sabine Schmitz - Porsche 911 GT3 R
Sabine Schmitz - Rennfahrerin
Sabine Schmitz - Porsche 911 GT3 R
Sabine Schmitz - Porsche 911 GT3 R 6 Bilder

Tod von Sabine Schmitz: Abschied von Ring-Königin

Sabine Schmitz gestorben Abschied von der Ring-Königin

Seit gut drei Jahren kämpfte Publikumsliebling und Nürburgring-Legende Sabine Schmitz gegen den Krebs. Nun, im Alter von nur 51 Jahren, hat die Rennfahrerin den Kampf verloren. Wir nehmen Abschied von einer erfolgreichen Sportlerin, einem Eifel-Original und von einer, die sich weder verbiegen noch unterkriegen ließ.

Ob mit einem PS auf dem Rücken eines Pferdes, im Helikopter über der Eifel oder mit 300 km/h auf der Nürburgring Nordschleife – das Leben von Sabine Schmitz war immer weit entfernt von Stillstand. Als jüngste von drei Schwestern war ihr Weg beinahe vorgezeichnet. Mutter Ursula war (und ist) mit ihrem Hotel Tiergarten und der "Pistenklause" eine Institution in Nürburg. Rennfahrer gingen dort ein und aus, der Motorsport-Mythos am Ring war ohnehin allgegenwärtig. Lauscht man den Geschichten von Ursula Schmitz, dann hat Klein-Sabine vor allem gerne bei Niki Lauda auf dem Schoß gesessen.

Ein paar Jahre später folgten Sabines eigenen motorsportlichen Gehversuche, im Auto der Mutter bei den Touristenfahrten auf der Nordschleife. Wie ihre Schwestern landete auch Sabine im Rennauto, man fuhr gegeneinander und sogar gemeinsam Rennen. Doch so erfolgreich wie "Bienschen" sollte keine sein. Die gewann 1992 den Ford Fiesta Mixed Cup, fuhr teilweise sogar in Südafrika oder Brasilien. Doch zur Legende wurde sie natürlich auf der Nordschleife. Ein VLN-Titel und zwei Gesamtsiege beim 24h-Rennen am Nürburgring werden sie auch im Hinblick auf sportliche Erfolge unvergessen machen.

Sabine Schmitz - Rennfahrerin
Stefan Baldauf
Sabine Schmitz war bei der Nürburgring-Gemeinde äußerst beliebt.

Ein Eifler Original macht Karriere

Politisch korrekt, das war für das Eifler Original nie der richtige Weg. Sie sprach so, wie ihr das Mundwerk gewachsen war – das traf auch mal ihre Gäste im BMW-Ringtaxi, das sie über zehn Jahre lang spektakulär im Touristenverkehr bewegte. International bekannt wurde sie 2004 durch einen Gastauftritt bei "Top Gear", als sie Moderator Jeremy Clarkson im gleichen Auto auf der Nordschleife nicht weniger als 47 Sekunden einschenkte. Ihre Ankündigung, Clarksons Zeit im Jaguar auch mit einem Ford Transit schlagen zu können, ging dagegen nicht ganz auf, nur ein paar Sekunden fehlten. Doch die Herzen vieler neuer Fans hatte sie da mit ihrer offenen, herzlichen und immer sonnigen Art dennoch erobert.

Viele weitere TV-Auftritte neben der Rennerei sollten folgen, teils sogar als Moderatorin von Top Gear. Dabei blieb sie stets bodenständig. Für Fotos mit Fans oder Autogramme nahm sie sich immer Zeit. Die Akkus lud sie gemeinsam mit Langzeit-Lebensgefährte Klaus "Frikadelli" Abbelen auf der gemeinsamen Ranch samt "Longhorn Saloon" in Barweiler zwischen Pferdemist und allerlei weiterem Getier auf.

Sabine Schmitz - Porsche 911 GT3 R - Frikadelli Racing
Stefan Baldauf
Vollblut-Rennfahrerin: Schmitz im Porsche 911 GT3 R.

Ende 2017 wurde bei Schmitz ein Vulvakarzinom festgestellt. Im Kampf gegen den Krebs musste sie sich seitdem einigen Chemotherapien unterziehen. Unterkriegen ließ sie sich nicht, kämpfte sich zurück und fuhr wieder Rennen, teilweise sogar auf zwei Autos im gleichen VLN-Lauf – mit ihrem 1989 als Nachzügler geborenen Bruder Beat auf einem BMW 325i, mit Abbelen auf einem Porsche 911 GT3 R.

Mitte 2020 kam der Krebs mit voller Härte zurück. Schmitz kündigte an, vorerst keine Rennen mehr zu fahren. Auch Jammern gehörte nicht zum Naturell der Eifler Frohnatur und so blieben ihre Social-Media-Kanäle stets mit positiven Nachrichten gefüllt. Am gestrigen Dienstag (16.3.) hat sie im Alter von nur 51 Jahren den Kampf verloren. Und die Motorsport-Gemeinde verliert mit ihr eine ihrer Lichtgestalten. "Wir sind unglaublich traurig und dankbar für die tolle gemeinsame Zeit", heißt es in einem Statement von Frikadelli Racing, das die Gedanken der gesamten Nürburgring-Szene wohl nur zu treffend zusammenfasst. Wir schließen uns an und sprechen allen Hinterbliebenen, allen voran Mutter Ursula und Lebenspartner Klaus Abbelen, unser herzliches Beileid aus.