Neues Patent von GM: Mehrfachsteckdose für Ladesäulen

Neues Patent von GM
Mehrfachsteckdose für Ladesäulen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.03.2026
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GM Patent für Mehrfachsteckdose an Ladesäulen
Foto: United States Patent and Trademark Office/Collage von ams

Das neue System setzt direkt beim DC-Schnellader an. Die Idee ist, dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig an einer Ladesäule aufladen können. Statt eines klassischen Ladepunkts wird die Leistung über mehrere nachgelagerte Module "Low-Power Access Points" (LPAP) und eine Art Reihenschaltung ("Daisy Chain") verteilt. An jedem zusätzlichen Modul der Ladesäule kann ein Auto andocken.

Der Ansatz erinnert auf den ersten Blick an eine Art Mehrfachsteckdose. Technisch steckt allerdings deutlich mehr dahinter. Die einzelnen Module sollen mit den Fahrzeugen kommunizieren und deren Ladezustand sowie Systemspannung erfassen. Auf dieser Basis entscheidet das System, wie die verfügbare Leistung aufgeteilt wird. Denkbar ist etwa, dass ein fast leeres Fahrzeug bevorzugt wird, während andere parallel mit reduzierter Leistung laden. Der Schnelllader wird so nicht mehr exklusiv von einem Auto blockiert, sondern arbeitet mehrere Fahrzeuge gleichzeitig ab.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht

Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht. Wer sich mit Ladeinfrastruktur beschäftigt, kennt das Prinzip aus dem AC-Bereich. Dort geht es allerdings weniger um maximale Ladeleistung als um effiziente Nutzung begrenzter Netzanschlüsse. Ein Beispiel dafür ist das Münchner Unternehmen ChargeX. Dessen modulares Ladesystem verteilt die verfügbare Leistung eines Anschlusses auf mehrere Fahrzeuge. Je nach Situation lädt entweder ein Auto mit voller Leistung oder mehrere teilen sich die Energie. Für Standorte wie Firmenparkplätze oder Wohnanlagen ist das eine praktikable Lösung, weil sich so viele Ladepunkte mit vergleichsweise geringem Aufwand realisieren lassen.

Hier unterscheidet sich die neue Technologie von GM. Während bestehende Systeme vor allem im Bereich von 11 oder 22 kW arbeiten, zielt das Patent klar auf Schnellladen mit deutlich höheren Leistungen. Denn die Engpässe entstehen heute vor allem dort, wo hohe Ladeleistungen gefragt sind, an Schnellladeparks entlang der Autobahnen. Ein System, das die Leistung eines einzelnen DC-Laders auf mehrere Fahrzeuge verteilt, könnte genau an dieser Stelle ansetzen.

Weniger Wartezeit, längere Ladezeit?

Für Nutzer würde das eine spürbare Veränderung bedeuten. Statt auf einen freien Ladepunkt zu warten, könnten mehrere Fahrzeuge gleichzeitig angeschlossen werden. Auch wenn die Ladeleistung pro Auto zunächst geringer ausfällt, könnte das für viele eine attraktivere Lösung sein. Entscheidend ist am Ende nicht die maximale Ladeleistung auf dem Papier, sondern wie schnell man tatsächlich wieder weiterkommt.

Noch ist das alles Theorie. Wie bei vielen Patenten bleibt offen, ob und wann ein solches System tatsächlich in Serie geht. Dennoch entwickelt sich die Ladeinfrastruktur weiter. Es geht nicht mehr nur um die stärkste Säule, sondern darum, wie man die vorhandene Leistung intelligent verteilen kann.

Fazit