Viele verbinden den Namen Niki Lauda mit Ferrari – oder seinem dramatischen Feuerunfall auf dem Nürburgring 1976. Drei Jahre später erlebte Lauda eine sportlich durchwachsene Formel-1-Saison mit Brabham. Parallel dazu trat er in der neu gegründeten BMW- M1 -ProCar-Serie an – einem Markenpokal im Rahmenprogramm der Formel-1-Rennen. Dort gewann er mehrere Läufe und sicherte sich am Saisonende den Gesamtsieg. Als Prämie erhält er von BMW eine M1-Straßenversion – genau jenes Exemplar, das am 17. Januar 2026 bei der Mecum-Auktion in Kissimmee versteigert wird.
Straßenversion mit ProCar-DNA
Das Homologationsmodell bekam von BMW einen Reihensechszylinder mit 3,5 Liter Hubraum, 24 Ventilen, Bosch Motronic und 269 PS. Die Kraftübertragung übernimmt ein manuelles ZF-Fünfganggetriebe. Das Gewicht beträgt rund 1.300 Kilo und der Tacho zeigt 20.350 Kilometer.
Optisch fällt der Wagen durch ein rares Detail auf: einen ProCar-Frontspoiler, wie er bei den Rennversionen zum Einsatz kam. Dazu kommt eine von Walter Maurer per Hand aufgetragene BMW-Motorsport-Lackierung. Maurer war als Künstler an mehreren offiziellen BMW-Art-Cars beteiligt – entsprechend ist das Fahrzeug auch signiert.
Zur Ausstattung zählen unter anderem blaue Ledersitze, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Becker-Europa-Radio und originale Campagnolo-Leichtmetallräder im 16-Zoll-Format mit Staggered-Bereifung. Der Wagen wurde 1987 in die USA importiert und war 2017 beim Concours d’Elegance in Hillsborough zu sehen. Eine Preisschätzung nennt Mecum Auctions auf der Website noch nicht.
Mittelmotorkonzept mit kurzer Serienkarriere
Der M1 war 1978 das erste und bislang einzige Mittelmotor-Straßenfahrzeug von BMW. Ziel war die Homologation für die Gruppe 4 – geplant waren ursprünglich 400 Einheiten, am Ende entstanden 399 Straßenversionen. Weil sich das Rennsport-Reglement zwischenzeitlich änderte, entstand die ProCar-Serie.
BMW hatte diese Serie klug konzipiert: Um die Starterliste attraktiv zu gestalten, sicherte sich BMW die Teilnahme prominenter Formel-1-Piloten. Die fünf schnellsten Fahrer des F1-Trainings am Freitag qualifizierten sich automatisch für das ProCar-Rennen am Samstag – inklusive werkseigener Fahrzeuge und garantierter Startplätze. So kam es, dass Größen wie Niki Lauda, Nelson Piquet oder Jacques Laffite regelmäßig im identischen M1 gegeneinander antraten. Der Rest des Feldes wurde mit erfahrenen Privatfahrern und Tourenwagenspezialisten aufgefüllt. Für BMW war das ein cleverer Weg, dem neuen Mittelmotor-Modell maximale Sichtbarkeit zu verschaffen.
Technisch markierte der M1 damals eine Zäsur: Gitterrohrrahmen, Glasfaserkarosserie, mittig platzierter Reihensechszylinder mit Trockensumpfschmierung – ein Aufbau, wie ihn sonst nur echte Rennfahrzeuge tragen. Die Linienführung stammt von Giorgetto Giugiaro, gefertigt wurde der Wagen in aufwendiger Kleinstserie, unter anderem bei Baur in Stuttgart.
Heute zählt der M1 zu den gesuchtesten BMW-Klassikern. Fahrzeuge mit belegbarer Motorsporthistorie, wie dieses Exemplar mit Lauda-Bezug, sind besonders rar – und entsprechend relevant für Sammler.





