Hydropneumatik der Citroën DS: Warum sie bis heute ein Symbol für Ingenieurskunst ist

Technik-Ikone Citroën DS und ihre Hydropneumatik
So funktioniert die DS-Federung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.02.2026
Als Favorit speichern
Citroen DS mit Elektroantrieb
Foto: Electrogenic

Die Hydropneumatik der Citroën DS basiert auf einem ausgeklügelten Zusammenspiel von Hydraulik und Pneumatik. Jedes Rad ist mit einem Hydraulikzylinder ausgestattet, der mit einer Federkugel verbunden ist. Diese Kugel enthält unter hohem Druck stehenden Stickstoff, der durch eine Membran von der Hydraulikflüssigkeit getrennt ist. Die Federung erfolgt durch die Kompression des Stickstoffs, während die Dämpfung durch den kontrollierten Fluss der Hydraulikflüssigkeit gewährleistet wird. Eine Hochdruckpumpe sorgt dafür, dass das System stets mit ausreichend Druck versorgt wird, um die Niveauregulierung und die Federung zu optimieren.

Historische Bedeutung und Entwicklung

Die Einführung der Hydropneumatik im Jahr 1955 markierte einen Wendepunkt in der Automobiltechnik. Citroën setzte dieses System erstmals in der DS ein, die schnell zu einem Symbol für technischen Fortschritt wurde. Die Hydropneumatik ermöglichte nicht nur eine außergewöhnlich weiche Federung, sondern auch eine automatische Anpassung der Fahrzeughöhe an die Beladung. Dies war besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren revolutionär, als solche Technologien noch weitgehend unbekannt waren.

Vorteile und Herausforderungen

Die Hydropneumatik bot zahlreiche Vorteile, darunter eine unvergleichliche Fahrstabilität, eine automatische Niveauregulierung und eine Reduzierung der ungefederten Massen. Allerdings war das System auch komplex und wartungsintensiv. Die Hochdruckpumpe und die Hydraulikleitungen erforderten regelmäßige Inspektionen, um Leckagen und Druckverluste zu vermeiden. Trotz dieser Herausforderungen blieb die Hydropneumatik ein Markenzeichen von Citroën und wurde in verschiedenen Modellen bis 2017 eingesetzt.

Vergleich mit modernen Federungssystemen

Im Vergleich zu modernen Federungssystemen wie der Luftfederung bietet die Hydropneumatik einige einzigartige Vorteile. Während Luftfederungen oft auf elektrische Steuerungen angewiesen sind, arbeitet die Hydropneumatik mechanisch und ist daher weniger anfällig für elektronische Ausfälle. Zudem ermöglicht sie eine stufenlose Anpassung der Federhärte und der Fahrzeughöhe, was sie besonders vielseitig macht.

Die Hydropneumatik im Alltag

Im Alltag zeigte die Hydropneumatik ihre Stärken vorwiegend auf unebenen Straßen und bei hohen Geschwindigkeiten. Die Fähigkeit, Fahrbahnunebenheiten nahezu vollständig zu absorbieren, machte die DS zu einem der komfortabelsten Fahrzeuge ihrer Zeit. Auch die automatische Niveauregulierung war ein großer Vorteil, insbesondere beim Transport schwerer Lasten.

Das Erbe der Hydropneumatik

Obwohl die Hydropneumatik heute nicht mehr in Serienfahrzeugen eingesetzt wird, bleibt ihr Einfluss auf die Automobiltechnik unbestritten. Sie hat den Weg für moderne Federungssysteme geebnet und ist ein Paradebeispiel für die Innovationskraft von Citroën. Modelle wie der Citroën C5 und der C6 trugen das Erbe der Hydropneumatik bis ins 21. Jahrhundert weiter.

Fazit