Porsche 356 Speedster Urmodell: Ist der Preis zu hoch oder zu niedrig?

Porsche 356 Speedster Urmodell
Ist der Preis zu hoch oder zu niedrig?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.02.2026
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Kommt ein Scheunenfund unter den Hammer, ist das immer eine sehr spannende Sache. Diese Fahrzeuge befinden sich meist in einem schlechten, aber originalen Zustand mit wenig Laufleistung. Das und ihre teils spannenden Geschichten machen diese Autos auf Auktionen so interessant.

Bei der Amelia Island Auktion vom 5. bis 6. März 2026 gibt es gleich mehrere dieser Barnfinds. Einer davon ist dieser Porsche 356 Speedster Pre-A von 1955. Porsche baut die erste Serienversion des 356ers von 1948 bis 1955, das Cabriolet gibt es ab 1954. Der auf dem Käfer basierende Sportwagen soll hauptsächlich die geschwindigkeitshungrige Kundschaft aus den USA anziehen. Dort kommt er auch besonders gut an und ein Großteil der 1.234 Modelle exportiert Porsche in die Vereinigten Staaten.

So auch das hier angebotene Exemplar mit der Fahrgestellnummer 81093. Laut den offiziellen Dokumenten von Porsche verlässt dieser Wagen am 11. November 1955 das Werk. Die Auslieferung übernimmt Hoffman Motors in New York. Für den US-Markt ist der Speedster mit Sealed-Beam-Scheinwerfern und einem in Meilen kalibrierten Tacho ausgestattet. Die Karosserie stammt aus dem Stuttgarter Karosseriewerk Reutter.

50 Jahre auf dem Anwesen eines Sammlers

Ursprünglich ist er in Speedster Blue (Code 602) lackiert und so eines von 193 Exemplaren, die die Zuffenhausener in diesem Farbton bauen. Der Innenraum bekommt eine beigefarbene Kunstlederausstattung. Unter der Haube arbeitet ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Boxermotor (Nr. 60249). Für die Gemischaufbereitung sind zwei Solex-32-PBI-Vergaser zuständig. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Viergang-Transaxle-Schaltgetriebe. Außerdem ist dieser Speedster mit hydraulischen Trommelbremsen an allen vier Rädern ausgestattet.

Anfang der 1970er Jahre kauft ihn der Sammler Robert Chevako aus New York. Seitdem soll er nahezu 50 Jahre lang unbewegt auf dessen Anwesen gestanden haben. Irgendwann in dieser Zeit erhält der 356er eine neue silberne Lackierung und einen 1,3-Liter-Motor mit 44 PS. Die Kennnummer lautet: 22422. Über diese fünf Jahrzehnte hinterlässt der Zahn der Zeit viele Spuren. Die Karosserie ist vom Rost zerfressen und mit Sand bedeckt. Die Polster der Sitze sind aufgerissen und in äußerst schlechtem Zustand. Gooding Christies macht in der Auktionsbeschreibung unmissverständlich klar, dass der Wagen nicht fahrtüchtig ist.

Ist der jetzt teuer oder günstig?

Trotzdem ruft das Auktionshaus einen Schätzpreis von 140.000 bis 180.000 Dollar auf. Das entspricht umgerechnet 118.220 bis 152.000 Euro. Im August 2025 kam in Silverstone ebenfalls ein Pre A 356er Speedster Scheunenfund unter den Hammer. Damals lag der Schätzpreis zwischen 404.000 und 461.700 Euro. Dagegen ist dieses Modell fast ein Schnäppchen. Allerdings war dieser Speedster auch fahrtüchtig und zugelassen.

Ein Porsche 356 1500 S Speedster von 1955 ist in gepflegtem Zustand laut Classic Analytics 225.300 bis 304.800 Euro wert. In mäßigem Zustand – was noch nicht dem eines Scheunenfunds entspricht – 140.300 bis 189.700 Euro. Also schon näher am Schätzpreis von Gooding Christies. Wie viel der neue Besitzer letztlich ausgeben wird, bleibt abzuwarten.

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