Festkörperbatterie mit 400 Wh/kg: Wie realistisch ist das?

Festkörperbatterie mit hoher Energiedichte
Wie realistisch sind 400 Wh/kg?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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Wie realistisch sind 400 Wh/kg?
Foto: Donut

Donut Lab gibt an, mit seiner Festkörperbatterie eine Energiedichte von 400 Wh/kg zu erreichen. Dies wäre ein Drittel mehr als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Zudem soll die Batterie in nur fünf Minuten vollständig aufgeladen werden können und eine Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen bieten. Auch bei extremen Temperaturen von -30 °C bis 100 °C soll die Kapazität nahezu vollständig erhalten bleiben. Laut Donut Lab ist die Batterie sicher, brennt nicht bei Beschädigung und besteht aus kostengünstigen, weit verbreiteten Materialien.

Erste Anwendungen: Verge Motorcycles

Die erste praktische Anwendung der Batterie erfolgt in den Motorrädern Verge TS Pro und TS Ultra. Diese Modelle sollen eine Reichweite von bis zu 600 km bieten und in weniger als zehn Minuten aufgeladen werden können. Donut Lab sieht diese Fahrzeuge als "Proof of Concept", um die Technologie später auch in Autos und Nutzfahrzeugen einzusetzen. Die Batterien werden in Finnland produziert, und die ersten Modelle sollen bereits im ersten Quartal 2026 auf den Markt kommen.

Expertenmeinungen und Skepsis

Trotz der beeindruckenden Versprechen bleiben viele Fragen offen. Prof. Dr. Maximilian Fichtner, ein führender Experte für Energiespeicher, äußerte deutliche Zweifel an der Transparenz und den technischen Angaben von Donut Lab. Er kritisiert, dass weder die Zellchemie noch die Produktionsmethoden offengelegt wurden. Auch die Behauptung, dass die Batterie keine seltenen Materialien benötigt, wird von Fachleuten hinterfragt. Die fehlende Transparenz auf der Webseite des Unternehmens verstärkt die Skepsis.

Physikalische Grenzen und technische Herausforderungen

Die Energiedichte von 400 Wh/kg wäre ein bedeutender Fortschritt, doch Experten weisen auf die physikalischen Grenzen hin. Insbesondere die Lösung des Dendritenproblems, das bei Festkörperbatterien häufig auftritt, bleibt unklar. Dendriten können Kurzschlüsse verursachen und die Sicherheit der Batterie gefährden. Donut Lab gibt an, dieses Problem durch eine innovative Zellarchitektur gelöst zu haben, bleibt jedoch Details schuldig.

Vergleich mit bestehenden Technologien

Im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien bietet die Festkörpertechnologie theoretisch Vorteile wie höhere Energiedichte, schnellere Ladezeiten und bessere Sicherheit. Allerdings sind die Produktionskosten und die Skalierbarkeit bisher große Herausforderungen. Donut Lab behauptet, diese Hürden überwunden zu haben, doch unabhängige Nachweise stehen noch aus.

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