Die robusten Energiespeicher benötigen eine spezielle Pflege, um ihre maximale Lebensdauer und Effizienz zu gewährleisten. Ein zentraler Aspekt dabei ist die regelmäßige Kalibrierung des Batteriemanagementsystems (BMS), das für die präzise Berechnung des Ladezustands und der Reichweite verantwortlich ist.
Warum LFP-Akkus regelmäßige Vollladungen benötigen
LFP-Akkus zeichnen sich durch ein flaches Spannungsprofil aus, das die präzise Bestimmung des Ladezustands erschwert. Das Batteriemanagementsystem (BMS) nutzt sogenannte Referenzpunkte, die nur bei nahezu vollständiger Ladung oder Entladung erreicht werden. Ohne diese Referenzpunkte kann das BMS den Ladezustand und die Reichweite nicht genau berechnen, was die Fahrzeugnutzung beeinträchtigen könnte.
Die Rolle der Kalibrierung
Das BMS verwendet das sogenannte Coulomb-Counting, um die ein- und ausfließende Strommenge zu messen. Diese Methode ist jedoch fehleranfällig, da sich die Fehler im Laufe der Zeit summieren. Eine regelmäßige Vollladung ermöglicht es dem BMS, diese Fehler zu korrigieren und die SoC-Ermittlung neu zu kalibrieren. Hersteller wie Mercedes-Benz haben in Modellen wie dem CLA 200 EQ Funktionen integriert, die den Fahrer aktiv auf notwendige Kalibrierungen hinweisen.
Praxisbeispiele und Herstellerempfehlungen
Mercedes empfiehlt, den Akku des CLA 200 EQ regelmäßig vollständig zu laden, um die Kalibrierung des BMS zu gewährleisten. Tesla und Ford geben ähnliche Empfehlungen für ihre Modelle mit LFP-Akkus, wobei die Häufigkeit von wöchentlich bis monatlich variiert. Wichtig ist, dass die Vollladung idealerweise kurz vor der Abfahrt oder unterwegs erfolgt, um hohe Ladezustände nicht über längere Zeit beizubehalten.
Kompromiss zwischen Kalibrierung und Zellschutz
Obwohl regelmäßige Vollladungen für die Kalibrierung notwendig sind, sollten sie nicht übermäßig häufig durchgeführt werden. Studien zeigen, dass LFP-Zellen bei dauerhaft hohen Ladezuständen schneller altern. Ein Ladefenster von 20 bis 80 Prozent wird als ideal angesehen, um die Lebensdauer der Batterie zu maximieren. Gelegentliche Vollladungen sind jedoch ein notwendiger Kompromiss, um die Funktionalität des BMS sicherzustellen.
Tipps für den Alltag
- Laden Sie den Akku idealerweise kurz vor der Abfahrt auf 100 Prozent.
- Vermeiden Sie unnötiges Laden bei extremen Temperaturen, insbesondere bei großer Kälte.
- Nutzen Sie die vom Hersteller bereitgestellten Hinweise und Funktionen zur Kalibrierung.
- Reduzieren Sie die Nutzung von DC-Schnellladungen, um die Degradation der Batterie zu minimieren.





