Nachschub-Lkw mit Nachrüst-Kit: Der zieht ferngesteuert ins Feld

Nachschub-Lkw mit Nachrüst-Kit
Der zieht ferngesteuert ins Feld

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.03.2026
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Im Kern geht es um Systeme, mit denen Lastwagen im Einsatz teilweise automatisiert fahren oder aus der Distanz gesteuert werden können. Vorgestellt wurde die Kooperation am Dienstag (11.3.2026) auf der Fachmesse LogNet in Koblenz.

Die Partnerschaft kombiniert zwei Bereiche. Daimler Truck bringt schwere Lkw-Plattformen ein, etwa Modelle aus der Arocs-Baureihe. Quantum Systems liefert Autonomie- und Steuerungstechnik. Zusammen sollen daraus Logistikfahrzeuge entstehen, die ohne Fahrer im Fahrzeug oder mit nur einer Besatzung mehrere Transportfahrzeuge bewegen können.

Autonomie-Kit für bestehende Lkw

Im Zusammenhang mit der Kooperation stellte Quantum Systems das sogenannte MOSAIC Ground Autonomy Kit vor. Dabei handelt es sich um ein technisches Nachrüstpaket für Fahrzeuge. Es umfasst Sensorik, Rechnertechnik und Steuerungssysteme, die automatisierte Fahrfunktionen ermöglichen.

Das System kann laut Hersteller in bestehende Lkw integriert werden. Dadurch müssten Streitkräfte ihre vorhandenen Transportfahrzeuge nicht komplett ersetzen, sondern könnten sie nachrüsten.

Die Steuerung erfolgt über eine Softwareplattform namens MOSAIC UxS. Sie soll unterschiedliche unbemannte Systeme koordinieren, etwa Fahrzeuge oder Drohnen, und sie in militärische Führungs- und Kommunikationsstrukturen einbinden.

Was teleoperiertes Fahren bedeutet

Neben automatisierten Fahrfunktionen unterstützt das System auch teleoperiertes Fahren. Dabei sitzt kein Fahrer im Fahrzeug. Stattdessen wird der Lkw über eine Funkverbindung von einem Bediener gesteuert. Der Fahrer befindet sich dabei entweder in einem anderen Fahrzeug oder in einer entfernten Leitstelle. Kameras, Sensoren und Datenübertragung liefern ihm die nötigen Informationen, um das Fahrzeug zu lenken, zu beschleunigen oder zu bremsen.

Typischer Einsatz: Nachschubkonvois

Ein zentraler Anwendungsfall sind sogenannte Leader-Follower-Konvois. Dabei fährt ein bemanntes Führungsfahrzeug voraus. Weitere Lkw folgen automatisch in festgelegtem Abstand. In der Praxis könnte das bedeuten, dass ein Fahrer einen ganzen Konvoi führt. Die folgenden Fahrzeuge orientieren sich an Sensoren, GPS-Daten und Fahrzeugkommunikation. Dadurch sinkt der Personalbedarf.

Ein Beispiel für eine solche Konfiguration ist ein Konvoi auf Basis eines Mercedes-Benz Arocs. Ein bemannter Lkw führt mehrere unbemannte Transportfahrzeuge, die automatisch folgen.

Einsatz in riskanten Bereichen

Neben Konvois sind auch andere Einsatzszenarien denkbar. Teleoperierte Fahrzeuge könnten beispielsweise eingesetzt werden, wenn ein Transport durch gefährdete Gebiete erfolgen muss. Der Soldat bleibt dann außerhalb des Fahrzeugs.

Ein weiteres Szenario sind Logistikfahrten in Bereichen, in denen Satellitennavigation gestört ist. Das System ist laut Hersteller dafür ausgelegt, auch ohne zuverlässiges GNSS-Signal zu arbeiten.

Was ist das GNSS-Signal?Ein GNSS-Signal ist das Funksignal von Satellitennavigationssystemen. Die Abkürzung GNSS steht für Global Navigation Satellite System. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für mehrere Satellitennavigationssysteme.

Fazit