Stellantis patentiert selbstlöschende Batterie: Künftig auch bei Opel?

Künftig auch bei Opel?
Stellantis patentiert selbstlöschende Batterie

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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Stellantis-Patent auf selbstlöschende Batterie
Foto: United States Patent and Trademark Office

Der Autokonzern Stellantis hat beim US-Patentamt USPTO (United States Patent and Trademark Office) ein Patent für ein integriertes System zur Unterdrückung von Batteriebränden erhalten. Die Patentschrift hatte Stellantis am 28. Mai 2024 eingereicht, am 4. Dezember 2025 hat das Patentamt sie genehmigt. Entwickelt wurde das System von Stellantis in den USA, juristisch geführt unter FCA US, LLC – Mopar Insiders hat das Patent entdeckt. Ziel der Erfindung ist es, das sogenannte thermische Durchgehen von Lithium-Ionen-Zellen frühzeitig zu stoppen oder zu löschen.

Beim thermischen Durchgehen gerät eine Batteriezelle außer Kontrolle, etwa durch mechanische Beschädigungen, interne Kurzschlüsse oder starke Überhitzung. Die Temperatur steigt rapide an, chemische Reaktionen setzen brennbare Gase frei und die Hitze kann auf benachbarte Zellen übergreifen. In der Folge entstehen Brände, die von außen nur schwer zu löschen sind und häufig enorme Mengen Wasser erfordern.

Eingebautes Löschsystem direkt im Akku

Das patentierte Stellantis-System ist vollständig in das Batteriegehäuse integriert und arbeitet autonom. Temperatursensoren überwachen kontinuierlich den Zustand der Zellen oder Module. Erkennen die Sensoren einen kritischen Temperaturbereich, aktiviert das System einen Notfallmodus. Grundsätzlich sind selbstlöschende Systeme beispielsweise von Flugzeugen bekannt – so löschen Triebwerksfeuerlöschanlagen Brände bereits während des Fluges.

Kern der Technik ist ein Behälter mit einer feuerhemmenden Flüssigkeit, der sich nahe an den Batteriezellen befindet. Im Ernstfall stoßen elektrische oder elektromagnetische Aktoren spezielle Klingen aus. Diese durchstechen zum einen den Behälter mit der feuerhemmenden Chemikalie. Zum anderen öffnen sie vorbereitete Sollstellen in den Kühlmittelleitungen oder Wärmetauschern, sodass ein Wasser-Glykol-Gemisch austritt. Treffen beide Flüssigkeiten aufeinander, entsteht ein Schaum, der mehrere Aufgaben übernimmt: Er nimmt Wärme auf, isoliert heiße Oberflächen, unterdrückt die Entzündung freigesetzter Gase und kann bereits entstandene Flammen löschen.

Stellantis-Patent auf selbstlöschende Batterie
United States Patent and Trademark Office / Gregor Hebermehl

Für Opel relevant

Das Löschsystem ist mit dem bestehenden Batterie-Thermo-Management verknüpft. Die Kühlmittelpumpen sind regelbar, um die Schaumbildung zu verstärken und den Löschschaum schneller im Batteriepaket zu verteilen. Zusätzlich verfügt das Batteriegehäuse über Entlüftungsventile, die bei steigendem Batterie-Innendruck kontrolliert Gase ablassen. Gemäß Patent öffnen und schließen sich diese Ventile pulsierend. Dies soll einen Druckabbau ermöglichen, ohne gleichzeitig unnötig Löschschaum zu verlieren.

Auch wenn das Patent von Stellantis USA stammt, ist die Technik natürlich konzernweit einsetzbar. Damit könnte sie perspektivisch auch für europäische Marken wie Opel relevant werden, sofern Stellantis das System tatsächlich in künftige Elektroplattformen integriert. Konkrete Serienankündigungen gibt es bislang allerdings nicht.

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