Der Cupra Raval VZ bringt mit einem Synchronmotor 166 kW (226 PS) und 290 Nm an die Vorderachse. Mit seinem 52-kWh-Akku (netto) wiegt der Testwagen 1.573 kg, für einen Stromer dieser Größe eher wenig. Auf der Landstraße wirkt das Paket sofort handlich.
Entscheidend ist die elektronische Differenzialsperre, also eine softwaregeregelte Traktionshilfe, die die Antriebskraft gezielt verteilt. Beim Herausbeschleunigen zieht sich der Raval spürbar in die Kurve, statt über die Vorderräder zu schieben. Dazu kommen spezielle Achsschenkel und negativer Sturz, also leicht schräg stehende Räder für mehr Kurvengrip.
Im Alltag zeigt der Raval aber auch Kanten. Das adaptive DCC-Fahrwerk, also eine verstellbare Dämpferregelung, wirkt im Komfort-Modus auf schlechten Straßen unangenehm schaukelig. Dazu kommen Kritik an der teigigen Bremsdosierung, sehr kurzen Rekuperations-Paddles und auffälligen Infotainment-Bugs.
Alpine liefert das Gefühl
Die Alpine A290 GTS ist mit rund vier Metern etwas kürzer und mit 1.487 kg 86 kg leichter als der Cupra. Ihr E-Motor leistet 160 kW und 300 Nm, zusätzlich gibt es einen Overtake-Knopf für zehn Sekunden Extra-Boost. Der Sprint 0–100 km/h gelingt in 6,0 Sekunden.
Fahrdynamisch ist die A290 der forderndere Elektro-Hot-Hatch. Die Vorderachse wirkt nervöser, und unter Last zerrt es spürbar in der Lenkung, wie man es von klassischen Fronttrieblern kennt. Mit ESP im Sport-Modus dreht das Heck beim Einlenken willig mit.
Das Paket hat aber klare Grenzen auf der Autobahn. Die Alpine wird bei (Tacho) 170 km/h abgeregelt, beim Cupra stehen 175 km/h an. Dazu kommt bei der A290 früher Reichweitenangst auf: Bei sommerlichen Bedingungen sind 254 bis 279 km drin.
Vernunft schlägt beim Nutzwert
Beim Thema Alltagsreichweite hat der Cupra die besseren Karten. Auf der Eco-Runde waren 370 km möglich, im Testschnitt rund 300 km. Dazu kommt ein DC-Peak von 112 kW, also die maximale Schnellladeleistung an Gleichstromsäulen.
Auch beim Platzangebot spricht vieles für den Raval. Der Kofferraum fasst 441 Liter, das ist für die Klasse üppig. Hinten können zur Not auch drei mitfahren, und die Sitze vorn sind stark ausgeformt.
Die Alpine ist im Alltag deutlich kompromisloser. Breite Schweller stören beim Ein- und Aussteigen, im Fond wird es eng, und der Kofferraum bietet 300 Liter mit breiter Ladekante. Dazu kommt eine im Schnitt niedrigere DC-Ladeleistung, was die Langstrecke zusätzlich erschwert.
