Ford Kuga 1.5 EcoBoost, Exterieur Peter Wolkenstein
Ford Kuga 1.5 EcoBoost, Exterieur
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Ford Kuga 1.5 EcoBoost, Exterieur 17 Bilder

Ford Kuga (2.Generation) im Dauertest

100.000 km komplett ohne Panne

Gerade rollt die dritte Generation des Ford Kuga an den Start. Und die zweite hat noch längst nicht ausgedient, wie unser Dauertest mit dem Kuga 1.5 EcoBoost beweist: Der kompakte Ford-SUV absolvierte die 100.000 Kilometer ohne nennenswerte Störung oder gar Panne. Wie gut er im Einzelnen war, lesen Sie hier.

Es war ein gutes Jahr für Ford in Deutschland, Platz drei in der Zulassungsstatistik, ganz knapp vor BMW und Audi, und damit deutlich besser platziert als der ehemalige Erzrivale Opel. Beinahe 280.000 Fahrzeuge konnte Ford absetzen, und rund 50.000 davon waren Kuga. Nun kommt die neue Modellgeneration des kompakten Ford-SUV auf den Markt. Dabei steht der Kuga der zweiten Generation, immerhin seit 2012 im Angebot, noch bestens da, wie der Dauertest-Bericht auf diesen Seiten offenbart.

Ende Januar 2018 tritt der Race-rote Kuga in üppiger ST-Line-Ausstattung zum Dienst in der Redaktion an. Mit dem 150 PS starken 1.5 EcoBoost-Benziner, Schaltgetriebe und einigen Sonderausstattungen steht der neue Testwagen für genau 38.760 Euro in der Preisliste. Extra kosten etwa das Fahrerassistenzpaket mit Adaptivtempomat, aktivem Spurhalter und Totwinkelwarnern in den Außenspiegeln, Xenon-Scheinwerfer, Navi sowie Sitz- und Standheizung. Ebenfalls dabei: das 1.200 Euro teure Panoramadach.

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Peter Wolkenstein
Beinahe 280.000 Fahrzeuge konnte Ford absetzen, und rund 50.000 davon waren Kuga.

So gerüstet geht der Ford auf seine ersten Dienstfahrten, bei denen er sich rasch Freunde macht. „Angenehmer Antrieb“ steht da etwa auf den gelben Begleitkarten, oder „gutes Handling, exakte Lenkung“. Daran soll sich bis zum Dauertestende nichts ändern. Das Fahrwerk und der Motor zählen zu den Baugruppen des Kuga, die beinahe ausschließlich positiv bewertet werden.

Nur wenige Nutzer empfinden die Abstimmung als zu straff, wenngleich es vor allem auf Autobahn-Querfugen nicht ganz hoppelfrei zuzugehen scheint. Dafür entschädigt das Fahrwerk allerdings mit guten Handling-Eigenschaften und neutralem, sicherem Kurvenverhalten.

Mit vergleichsweise geringer Seitenneigung nimmt der SUV geschwungene Landstraßen, sodass selbst Sportwagen-verwöhnte Kollegen wenig auszusetzen haben. Ähnliches gilt für die Lenkung, die unauffällig, präzise und nicht zu leichtgängig agiert, dabei kaum unter Antriebseinflüssen leidet.

Kultivierter Antrieb

Dass das Triebwerk nicht heftiger an den Vorderrädern zerrt, liegt freilich auch am milden Antritt des Turbobenziners im unteren Drehzahlbereich. So finden einige Nutzer die Anfahrschwäche des 1,5-Liter-Eco-Boost-Motors sehr gewöhnungsbedürftig – vor allem wenn es darum geht, den Ford auf Gefällestrecken ein- oder auszuparken.

Ruckfreies Anfahren sei nur mit höheren Drehzahlen und schleifender Kupplung möglich, monierte etwa ein Kollege, ein anderer fand generell die Anfahrschwäche des Vierzylinders störend. Ja, Sie haben richtig gelesen, Kupplung. Denn der Kuga ist – wie erwähnt – als Schaltwagen zur Redaktion gekommen. Und gehört damit bereits einer Minderheit an. Im Falle des Ford ist das manuelle Getriebe passend gestuft, doch die Schaltung könnte etwas präziser und weniger hakelnd agieren. Das war es jedoch auch beinahe mit Kritik an Motor und Getriebe. So mancher hätte sich auf Autobahnetappen ein paar PS mehr gewünscht, doch eigentlich zeigt sich der Kuga mit 150 PS sehr ordentlich motorisiert.

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Peter Wolkenstein
Ruckfreies Anfahren sei nur mit höheren Drehzahlen und schleifender Kupplung möglich, monierte etwa ein Kollege, ein anderer fand generell die Anfahrschwäche des Vierzylinders störend.

Was er denn nun verbraucht hat über 100.000 km? Nun, die 9,7 Liter Superbenzin je 100 km scheinen auf den ersten Blick etwas unbescheiden, doch der Ford wurde häufig für lange und schnelle Autobahn-Dienstfahren ausgefasst – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Treibstoffkonsum. Bei verhaltener Fahrweise stehen akzeptable Werte zwischen sieben und neun Litern Super je 100 Kilometer auf dem Bordcomputer, und mit dem 60-Liter-Tank ergeben sich so beachtliche Reichweiten.

Pannenfreie Kilometer

Dass diese Verbrauchswerte recht realistisch sind, beweisen dazu die Angaben in einigen Leserzuschriften. Was im Übrigen dort kaum vorkommt, sind Klagen über Pannen oder Verarbeitungsmängel. Auch in dieser Hinsicht decken sich Erfahrungen der Kuga fahrenden Leser mit unseren: Unser roter 1.5 EcoBoost weist über die Distanz keinen ernsthaften Fehler auf.

Nur einmal leuchtet die Motorkontrollleuchte auf, der Ford läuft daraufhin kurzzeitig im Notprogramm. Die Kontrollleuchte erlischt gleich darauf, bei erneutem Gasgeben läuft das Triebwerk wieder mit voller Leistung. Ernsthafte Spuren hinterlässt die kurzzeitige Funktionsstörung dabei nicht, wie das Auslesen des Fehlerspeichers bei der bald danach anstehenden 80.000-km-Inspektion zeigt.

Als ebenso kurzlebig erweist sich eine zweite Störung, die hier nur erwähnt wird, weil es sonst keine ernsteren Defekte gibt, über die es zu berichten gäbe: Das Infotainment-System weigert sich, einen paarungswilligen Mediaplayer zu erkennen und zu koppeln. Nach Neustart klappt es dann. Auch hier ergibt die Kontrolle bei der Inspektion keinen Befund.

Ford Kuga 1.5 EcoBoost, Exterieur
Peter Wolkenstein
Zwei kurzlebige Störungen treten auf, beide nicht wirklich nennenswert.

Etwas nachhaltiger ist offenbar eine weitere Eigenheit des Kuga: Mitunter scheinen die Anzeige im Bordcomputer-Display und das Navigationssystem nicht fehlerfrei zu kom- munizieren. Obwohl das Navi in der Mittelkonsole korrekt lotst, zeigt das Display hinterm Lenkrad frei erfundene Abbiegehinweise an, mitunter in mehreren Tausend Kilometern Entfernung. Selbst hier erledigt sich der Fehler von selbst, taucht jedoch mehrere Male während des Dauertests auf.

Gute Qualität

Ansonsten gibt es an Detailqualität und Verarbeitung des Kuga wenig auszusetzen, das sehen Leser und Redaktion ebenso ähnlich. Ab und zu eine Bemerkung über billig wirkende Werkstoffe im Interieur, das war’s schon. Funktion und Handhabung leiden nicht darunter.

Ford Kuga 1.5 EcoBoost, Interieur
Dino Eisele
Der Laderaum ist ausreichend groß, doch nicht sonderlich variabel.

Dafür spricht zudem der gute Zustand unseres Testwagens nach 20 Monaten und knapp über 100.000 km im strapaziösen Redaktionsalltag. Bis in die südwestliche Ukraine, ins Wassertal in Nord-Rumänien, an die Côte d’Azur oder die dalmatinische Küste reist der rote Kuga und sieht hinterher noch beinahe so frisch aus, als wäre er eben erst in Valencia aus der Produktionshalle gerollt.

Freilich präsentiert sich nicht alles durchweg positiv am Ford-SUV. Klagen über die mühselige Bedienung ziehen sich wie ein Race-roter Faden durch die Begleitkarten und die Leserzuschriften. Der recht kleine und weit entfernt platzierte Touchscreen etwa muss sich Kritik gefallen lassen, ebenso die fummelige Bedienung. Der Schirm reagiert vergleichsweise träge und unvorhersehbar auf Berührungen, das erfordert Gewöhnung.

Die Sprachbedienung stößt ebenfalls auf wenig Gegenliebe, sie wird von vielen Nutzern als begriffsstutzig und mühselig empfunden. Auch die Kartendarstellung sowie die Routenführung des Navis können nicht überzeugen. Ebenso missfällt die Positionierung des Ölpeilstabs. Das sind freilich nur Kleinigkeiten, denn unterm Strich hat der Ford Kuga 1.5 EcoBoost überzeugt. Könnte also sein, dass auch die nächsten Jahre ganz gut werden für Ford.

Pro & Contra

 kultivierter Turbobenziner
 ausgewogene Fahrwerksabstimmung
 gute, langstreckentaugliche Sitze
 ausreichend großer Kofferraum
 sehr gute, sichere Fahreigenschaften
 präzise, um die Mittellage etwas zappelige Lenkung
 einfache Grundbedienung
 sauber dosierbare Bremsen
 solide Verarbeitung im Innenraum
 großer Tank, üppige Reichweite
 einfache Smartphone-Anbindung per CarPlay
 pflegeleichtes, robustes Interieur

 Anfahrschwäche
 unpraktische Bedienung von Infotainment und Navigation
 begriffsstutzige Sprachbedienung
 mäßig helle Xenon-Scheinwerfer
 geringer Einstellbereich der Lenksäule
 schlechte Übersichtlichkeit
 nervöser Spurhalteassistent
 hakeliges Schaltgetriebe
 laute Lüftung

Vor- und Nachteile

  • kultivierter Turbobenziner
  • ausgewogene Fahrwerksabstimmung
  • gute, langstreckentaugliche Sitze
  • ausßreichend großer Kofferraum
  • sehr gute, sichere Fahreigenschaften
  • präzise, um die Mittelanlage etwas zapplige Lenkung
  • einfache Grundbedienung
  • sauber dosierbare Bremsen
  • solide Verarbeitung im Innenraum
  • großer Tank, üppige Reichweite
  • einfache Smartphone-Anbindung per CarPlay
  • pflegeleichtes, robustes Interieur
  • Anfahrschwäche
  • unpraktische Bedienung von Infotainment und Navigation
  • begriffsstutzige Sprachbedienung
  • mäßig helle Xenon-Scheinwerfer
  • geringer Einstellbereich der Lenksäule
  • schlechte Übersichtlichkeit
  • nervöser Spurhalteassistent
  • hakeliges Schaltgetriebe
  • laute Lüftung

Fazit

Außer kaum erwähnenswerten Kleinigkeiten bleibt der Kuga über 100.000 km störungsfrei. Zudem überzeugt der rote Ford die Redaktion mit ausgeprägten Langstreckenqualitäten wie bequemen Sitzen, feinem Fahrwerk und großer Reichweite bei angemessenem Verbrauch. Wir werden ihn vermissen.

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