Range Rover Sport SD SE V6 im Test

Power-SUV neu aufgelegt

Range Rover Sport SD V6 SE, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 10 Bilder

Im neuen Modelljahr hat der Sport SDV6 etwas mehr Leistung, 306 statt 292 PS. Spürt man den Unterschied? Wir haben den Range Rover Sport SD SE V6 im Test genau untersucht und verraten Ihnen die Stärken des SUV.

Weise Leute, sagte man mir einmal, unterschieden Autos nicht danach, was man mit ihnen machen könne, sondern danach, was sie mit einem anstellten. Vermutlich waren es Range-Rover-Fahrer. Denn eines ist allen Modellen der Marke gemein: Sie verwandeln dich in einen Landbesitzer, der mit dem allradgetriebenen Luxusmobil über seine Latifundien lustwandelt. Das macht der Sport SDV6 mit nun 306 PS ebenso zuverlässig wie das Vorjahresmodell mit 292 PS oder der große Range mit Achtzylinder-Benziner. Es spielt schlicht keine Rolle.

Range Rover Sport SDV6 mit souveränem V6-Diesel

Selbst wenn der Grundbesitz nicht mal für einen ordentlichen Aufsitzmäher reicht, sitzt du hoch aufgerichtet hinter dem kleinen, feinen Lederlenkrad, lauschst dem Säuseln des im Übrigen recht sparsamen Diesel-V6 und denkst dir, dass man 80.000 Euro wohl ziemlich viel dümmer ausgeben kann als für diesen Range Rover. Das liegt nicht nur am Auto, sondern ebenso an der Umwelt, die den doch sehr massigen Wagen eher distanziert umspült.

Ein Range Rover ist mehr als ein ziemlich großer SUV, er ist ein Statement, eine Lebenseinstellung. Nach ein paar Kilometern schaust du selbst nach, ob du vielleicht inzwischen Lederflicken am Tweed-Sportsakko hast. Nein, es ist immer noch dieselbe Jeansjacke. Aber wo waren wir? Genau, bei den 80.000 Euro. Denn obwohl der Grundpreis für den SDV6 SE mit 225 kW bei genau 73.000 Euro liegt, wird kaum einer für viel weniger als diese Summe konfiguriert werden.

Ausgezeichneter Federungskomfort

Allein die 21-Zoll-Räder und das umfassende On-Offroad-Paket 2 mit dem aktiven Hinterachs- Sperrdifferenzial kommen zusammen auf rund 6.000 Euro Aufpreis, bleibt also noch etwas Spielraum fürs Infotainment. Serienmäßig ist dagegen das Luftfahrwerk, und das zählt nun wirklich zu den ausgesprochen angenehmen Seiten des Range Rover Sport. Es bügelt kleine und größere Unebenheiten souverän glatt, wobei größer bei diesem Auto hier tatsächlich sehr groß und tief sein darf. Was es nicht so mag, sind schnell aufeinanderfolgende, kleine, gemeine Unebenheiten.

Ach ja, der Motor mit nun 306 PS: Er beschleunigt den 2,3-Tonnen-Trumm in 7,6 Sekunden auf 100 km/h und wirkt dabei etwa so angestrengt wie Bud Spencer beim Vermöbeln von kleinwüchsigen Komparsen. Bei 210 km/h regelt er ab. Der Sport SDV6, nicht Bud Spencer.

Vor- und Nachteile

  • Luftfahrwerk mit ausgezeichnetem Federungskomfort
  • sehr gutes Raumangebot
  • bequeme Sitze
  • fein schaltende Automatik
  • hoher Antriebskomfort
  • sehr hohes Gewicht
  • eingeschränkte Agilität
  • nervöse Lenkung
  • hoher Preis
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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