Viele Porsche-Fans wünschen sich, einen 911 exakt nach ihren Vorstellungen aufbauen zu lassen. Technik, Farbe, Ausstrahlung und Interieur – alles an ihre Wünsche angepasst, sodass sich das Ergebnis wirklich Traumwagen nennen kann. Singer macht das mit dem Projekt DLS Turbo möglich. Inzwischen ist der erste Restomod namens Sorcerer, zu Deutsch Zauberer, fertig.
Wie bei Singer üblich, beginnt alles mit einem echten Klassiker. Der Besitzer stellt einen originalen 964 zur Verfügung, der vollständig zerlegt, geprüft und neu aufgebaut wird. Vom Stahl-Monocoque bis zum letzten Schalter entsteht ein neuer Wagen. Technisch modernisiert, handwerklich veredelt und exakt auf die Wünsche des Kunden zugeschnitten.
Turbo trifft Hochdrehzahl
Herzstück des Projekts ist der Motor, und der hat es in sich. Singer kombiniert beim DLS-Turbo-Programm erstmals die Hochdrehzahl-Philosophie der bekannten DLS-Saugmotoren mit moderner Turboaufladung. Heraus kommt ein 3,8-Liter-Boxer-Sechszylinder mit vier Ventilen pro Zylinder, zwei Turboladern mit variabler Turbinengeometrie und einer Maximaldrehzahl von über 9.000/min.
Die Eckdaten lesen sich eher wie die eines aktuellen Supersportwagens: über 700 PS Leistung und rund 750 Nm Drehmoment. Besonders spannend ist die Mischung aus wassergekühlten Zylinderköpfen und luftgekühlten Zylindern. Für deren Kühlung sorgt erstmals ein elektrisch angetriebener horizontaler Lüfter. Die Kraft wird über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder geleitet, ganz bewusst ohne Doppelkupplung oder Automatik. Die Abgasanlage besteht aus einer Titan-Inconel-Kombination mit seitlichen Endrohren.
Retro-Rennsport mit moderner Präzision
Optisch zeigt sich der Sorcerer deutlich aggressiver als viele andere Singer-Umbauten, was unter den Fans für Kontroversen sorgen könnte.
Die komplette Karosserie besteht aus Carbonfaser und orientiert sich stilistisch am legendären Porsche 934.5 aus den späten 1970er-Jahren. Tiefer Frontsplitter, verbreiterte Kotflügel und ein großer, hoch montierter Heckflügel betonen den rennstreckenorientierten Fokus des Fahrzeugs.
Der Wagen ist in Fantasia Blue lackiert, mit einem Farbverlauf, der zum Heck hin dunkler wird. Carbonflächen und schwarz eloxierte Zierelemente sorgen dafür, dass der Look trotz aller Dramatik nicht überladen wirkt. Die geschmiedeten Magnesium-Centerlock-Räder in 19 Zoll vorn und 20 Zoll hinten runden den Auftritt ab.
Handwerk statt Touchscreen im Innenraum
Innen bleibt Singer seiner Linie treu: klassische Formen, hochwertige Materialien und moderne Technik. Die Sitze sind mit Pebble-Grey-Leder und Pearl-Grey-Alcantara bezogen, dazu gibt es feine champagnerfarbene Kontrastnähte. Carbon und Metall ersetzen Plastik.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Instrumenten. Die bekannten fünf Rundanzeigen des 911 sind neu interpretiert, optisch schwebend montiert und mit fein gearbeiteten Metallringen versehen. Moderne Funktionen wie Navigation oder Smartphone-Anbindung sind vorhanden, treten aber bewusst in den Hintergrund.
Moderne Sicherheit und klassisches Gefühl
Trotz aller Nostalgie verzichtet Singer nicht auf zeitgemäße Sicherheit. Gemeinsam mit Bosch wurden ABS, Traktionskontrolle und elektronische Stabilitätsprogramme entwickelt und integriert. Der Fahrer kann über mehrere Fahrmodi selbst bestimmen, wie stark diese Systeme eingreifen. Fünf Fahrprogramme stehen zur Wahl, darunter Road, Sport, Track und sogar ein spezieller Modus für schlechte Wetterbedingungen. Das Paket wird durch ein modernes Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn, Carbon-Keramik-Bremsen und ein optionales Nose-Lift-System für den Alltag ergänzt.




