SPcars Ford Fiesta ST, Exterieur Rossen Gargolov
SPcars Ford Fiesta ST, Rad
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SPcars Ford Fiesta ST im Test

SPcars Ford Fiesta ST im Test Mehr Leistung, mehr Grip & standfestere Bremsen

Der handliche Fiesta ST fährt sich blitzschnell ins Sportfahrer-Herz. SPcars aus Schwäbisch Gmünd macht aus einem sehr guten Paket ein noch etwas besseres. Das Ergebnis: minus 2,5 Sekunden in Hockenheim.

Manchmal reichen ein paar Kurven, um bereits ein Urteil zu fällen. Der Fiesta ST von SPcars, der wegen der Aufkleber ein bisschen wirkt wie eine Litfaßsäule auf vier Rädern, heizt mit rund 100 Sachen auf einen Linksbogen zu. Du bremst an, handschaltest in den dritten Gang, während der Dreizylinder durch die Milltek-Abgasanlage ballert, sodass du dich in einem Actionfilm wähnst.

Was er dann abzieht, ist großes Kino. Mit dem ersten Lenkeinschlag krallen sich die Vorderräder die Ideallinie, während ihn das Heck in die Kurve schubst. Der Kleine zwirbelt herum, und ehe du dich versiehst, wirbelt er bereits rechts, links, rechts um die nächsten Ecken, ehe er zum krönenden Abschluss die Haarnadel vernascht. Anbremsen, einen Tick schärfer einlenken – genießen, wie ihn das Heck mit einem ausgeklügelten Linksdrall für die folgende Gerade herrichtet. Nur zur Erinnerung: Die Motorleistung fließt an die Vorderachse, und trotzdem wedelt das Teil so wunderbar proaktiv und produktiv mit dem Heck. Der Fahrspaß könnte deshalb kaum größer sein.

Mit seinen Genen ist der Fiesta ST ein dankbares Tuning-Auto. Schon ab Werk ist er aufgrund seiner Handlichkeit und Fahrzeugabstimmung ein Landstraßenräuber vor dem Herrn. Der Turbomotor heitert zusätzlich auf: wegen der unmittelbaren Gasannahme, der Leistungsentfaltung ohne Drehmomentdellen und der Spitzenleistung von 200 PS. Holger Schatt, Inhaber von Schatt Performance Cars, kitzelt ein bisschen mehr aus dem 1,5 Liter großen Motor, ohne den Bogen zu überspannen.

Gesteigerte Längsdynamik

Über ein frisches Mapping steigert er die Leistung auf 250 PS, und es entfaltet sich ein maximales Drehmoment von 390 Newtonmetern (Serie: 290 Nm). Das bringt in der Beschleunigung von null auf 100 km/h ein paar Zehntel. Der getunte Fiesta hakt den Standardsprint nach 6,3 Sekunden ab. Im Vergleich zum Supertest-Fiesta (sport auto 3/2020) beträgt der Zeitgewinn vier Zehntel. Bis 200 km/h spielt der chipgetunte Kleinwagen aus Schwäbisch Gmünd seinen Leistungsvorteil deutlicher aus: 25,3 zu 28,9 Sekunden.

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Der Kleine wird zielstrebiger, kurvt schneller, tackert die Hinterachse aber trotzdem nicht auf den Asphalt. Ein Gewindefahrwerk legt den ST um 35 Millimeter tiefer und verbessert die Straßenlage.

Wie gut der aufgemotzte Dreizylinder im Futter steht, spürt man auch, wenn man ihn aus höheren Geschwindigkeiten anspornt. 80 km/h, sechster Gang, rauf auf das Gaspedal: Es dauert nur kurz, bis der Ladedruck aufgebaut ist und der Kleine laut Tacho in Dreierschritten Geschwindigkeit aufnimmt. Nach 14,8 Sekunden sind 160 km/h erreicht – 3,2 Sekunden schneller, als das beim Serienmodell der Fall ist.

Um die Sprintqualitäten geht es SPcars in erster Linie aber nicht, sondern insbesondere um die Kurvendynamik. Die fällt auf der Landstraße schon hoch aus. Doch auf der Rennstrecke kommen die Änderungen naturgemäß stärker zum Tragen, weil die Geschwindigkeiten höher sind.

Der Tuner macht den Fiesta besser, ohne dass der Dreitürer zum Ideal­linienstreber verkommt. Soll heißen: Der Kleine wird zielstrebiger, kurvt schneller, tackert die Hinterachse aber trotzdem nicht auf den Asphalt. Ein Gewindefahrwerk legt den ST um 35 Millimeter tiefer, was einen im Alltag ein bisschen die Schlaglöcher fürchten lässt, in Hockenheim allerdings durch den gesenkten Fahrzeugschwerpunkt und kürzere Federwege die Straßenlage verbessert.

Steilvorlage verwertet

Eine neue Bremsanlage mit sechs Kolben und 300 Millimeter Scheibendurchmesser vorn (Serie: 278 mm, Ein-Kolben) sowie neuen Belägen hinten macht den Fiesta auf der Rennstrecke widerstandsfähiger gegen Fading.

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Den größten Zugewinn bringen die Semislicks Nankang Sportnex AR-1, die den Kleinen auf das nächste Level heben.

Den größten Zugewinn bringen aber die Nankang Sportnex AR-1. Die Serienbereifung (Michelin Pilot Super Sport S1) taugt zwar schon gut für gelegentliche Trackdays, doch die Semislicks heben den Kleinen auf das nächste Level. Da braucht es nicht mal mehr das optional käufliche mechanische Sperrdifferenzial an der Vorderachse. Auch ohne lenkt der Fiesta präzise ein, widersetzt sich Untersteuern und bringt die Leistung auch beim Herausbeschleunigen souverän auf den Boden.

Der Mehr-Grip beflügelt. Ein Beispiel: Ins Motodrom biegt der Getunte mit 125 km/h ein, während das Serienmodell hier nur 118 km/h schafft. In Summe verbessert sich der Fiesta mit dem eigentlich kleinen und doch so großen Herz um 2,5 Sekunden. Damit trotzt er erfolgreich den hohen Temperaturen von 30 Grad Celsius, die ihm und seinem Turbolader das Leben an diesem Testtag schwer machen. Deshalb umso mehr: SPcars nutzt die Steilvorlage. Die Änderungen fruchten.

Fazit

Software, Abgasanlage, Ladeluftkühler, Austauschfilter, Schubumluftventil, Druckrohr, Gewindefahrwerk, Bremsanlage, Räder, Semis, Dachkanten-Spoiler: SPcars bessert beim Fiesta ST für 11.500 Euro nach. Die Updates wirken sowohl im Alltag als auch auf der Rennstrecke als Pulsbeschleuniger. Der Fahrspaß ist noch ein bisschen größer.

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