Mit dem Katana Mini präsentiert der japanische Anbieter Direct Cars ein Wohnmobil, das auf dem Daihatsu Hijet basiert, was zunächst einmal verblüfft. Denn der Hijet ist ein sogenanntes Kei Car, was nicht nur die Abmessungen, sondern auch die Motorleistung streng reglementiert. 3,4 Meter lang und 1,48 Meter breit, bei diesen Maßen denkt man eher daran, den Kleinen bei Regen mit ins Haus zu nehmen. Und nicht, damit zu viert auf Campingtour zu gehen. Direct Cars sieht das anders und schnallt dem Daihatsu, ganz nach den großen Vorbildern, eine Alkoven-Kabine auf.
Vier Schlafplätze
Die Karosserie des Katana Mini ist mit einer kratzfesten "Raptor"-Beschichtung versehen, wie sie üblicherweise bei Pick-up-Ladeflächen eingesetzt wird. Stoßfänger, Leichtmetallräder und Teile der Seitenverkleidung sind in Schwarz gehalten. Zusätzliche LED-Leuchten am Alkoven sorgen für ein bisschen Abenteuer-Optik. Fahrwerk und Bodenfreiheit entsprechen dem Serienzustand des Hijet, sehr weit abseits der Straße sollte man daher nicht unterwegs sein. Der Zugang in die Wohnkabine erfolgt über eine Hecktür mit elektrisch ausfahrbarer Trittstufe.
Im Innenraum nutzt Direct Cars das begrenzte Volumen mit einer klassischen Camper-Architektur. Im unteren Bereich befindet sich eine Sitzgruppe mit Tisch und zwei gegenüberliegenden Bänken. Durch Umlegen entsteht eine Liegefläche für zwei Personen. Darüber integriert der Ausbau ein weiteres Doppelbett im Alkovenbereich, das den vertikalen Raum oberhalb der Fahrerkabine nutzt. Theoretisch ergeben sich vier Schlafplätze, wobei die Fahrerkabine unverändert ein schmaler Zweisitzer bleibt.
Trotz der kompakten Außenmaße sind zahlreiche Komfortelemente untergebracht. Zur Ausstattung zählen ein Spülbecken, eine Mikrowelle sowie ein 35-Liter-Kühlschrank. Hinzu kommen ein TV-Monitor, Stauräume unter den Sitz- und Liegeflächen, Ambientebeleuchtung und eine Klimaanlage. Mehrere USB-Anschlüsse und ein zentrales Bedienpanel bündeln die Steuerung der elektrischen Verbraucher. Auf eine Nasszelle mit Toilette oder Dusche verzichtet der Ausbau, irgendwann ging dann doch der Platz aus.
Die Energieversorgung übernimmt serienmäßig ein Lithium-Ionen-Akku mit 100 Ah Kapazität. Optional ist eine 200-Ah-Variante erhältlich. Für autarkes Stehen können zusätzliche 100-Watt-Solarmodule installiert werden.
Auf Wunsch sogar mit Allrad
Antrieb und Fahrwerk entsprechen dem Serienstand des Hijet. Verbaut ist ein 660-Kubikzentimeter-Dreizylinder-Turbo, der 63 PS leistet. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder ein stufenloses CVT. Angeboten werden Varianten mit Hinterradantrieb oder zuschaltbarem Allradantrieb.
Preislich positioniert Direct Cars die beiden Varianten deutlich oberhalb eines reinen Nutzfahrzeugs. Der Katana Mini Dune Rover beginnt bei 5.980.000 Yen, rund 32.900 Euro. Mit zusätzlichen Optionen steigt der Preis auf bis zu 39.500 Euro. Wenig für ein Wohnmobil, aber beachtlich angesichts des Basispreises. Denn der Hijet startet in Japan als normaler Transporter bei umgerechnet rund 6.000 Euro.





