Eis- und Schnee-Abstürze auf Rheinbrücke: So will die Autobahn GmbH die Gefahr bannen

Eis- und Schnee-Abstürze auf Rheinbrücke
So will die Autobahn GmbH die Gefahr bannen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.02.2026
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Rheinbrücke A1 Leverkusen
Foto: EyesWideOpen via Getty Images

Aktuell prüfte die Autobahn GmbH Rheinland nun teils auch ungewöhnliche Maßnahmen, um weitere Gefahren zu verhindern.

Kein Konstruktionsfehler, sondern Witterung

Einen baulichen Mangel sieht die Autobahn GmbH trotz der wiederholten Ereignisse nicht. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage von T-Online: "Bei großen Bauwerken dieser Art und speziellen winterlichen Witterungsbedingungen kann generell nicht ausgeschlossen werden, dass sich Schnee und Eis von hoch gelegenen Punkten des Bauwerks lösen."

Nach einer Untersuchung habe es sich diesmal nicht um herabfallende Eisplatten gehandelt. Erste Berichte in diese Richtung hätten sich nicht bestätigt. Vielmehr sei es durch Tauwetter dazu gekommen, dass sich Schneematsch von den Brückenseilen gelöst habe.

Die Konstruktion der neuen Rheinbrücke gilt als technisch vergleichbar mit anderen großen Schrägseilbrücken. Gleichwohl führen die exponierte Lage und große Höhen dazu, dass sich bei bestimmten Wetterlagen Schnee- und Eisansammlungen bilden können.

Technische Lösungen werden geprüft

Die Betreiber prüfen nun verschiedene Maßnahmen. In einem Statement heißt es: "Wir nehmen die neuen Erkenntnisse in die weitere Abwägung von Maßnahmen [...] auf, um auf dieser Basis zu entscheiden, welche Investitionen vertretbar sind", so die Autobahn GmbH Rheinland.

Als technisch wirksame Lösung gelten sogenannte Beräumungsdrohnen. Diese könnten Brückenpfeiler und Seile im Bedarfsfall gezielt von Schnee befreien. Auch der Einsatz zusätzlicher Kameras zur Überwachung der Brückenkonstruktion wird erwogen.

Die Installation von Heizstäben in den Pfeilern gilt dagegen als kostenintensiv und würde umfangreiche Bauarbeiten erfordern. Zusätzlich wird geprüft, ob Hinweisschilder vor herabfallendem Eis und Schnee warnen können. Laut Sprecherin würden "die Möglichkeiten im Anordnungsrecht derzeit geklärt".

Was war passiert?

In der Nacht von Sonntag auf Montag war es nach starken Schneefällen zu mehreren Unfällen gekommen. Nach Angaben der Betreiber stürzte Schneematsch aus großer Höhe von Bauteilen der Brücke auf die Fahrbahn. Die wichtige Rheinquerung bei Leverkusen blieb daraufhin für mehrere Stunden gesperrt.

Bereits im Januar 2025 hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals hatten sich Eisplatten von den hohen Brückentürmen gelöst und mehrere Fahrzeuge beschädigt. Die Sperrung führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der A1.

Zweiter Neubau soll 2027 folgen

Der Handlungsdruck ist auch deshalb hoch, weil Ende 2027 der zweite Neubauabschnitt der Rheinbrücke für den Verkehr freigegeben werden soll. Die Pfeiler dieses Bauwerks sind ähnlich konstruiert wie im bereits eröffneten Teil.

Die frühere Leverkusener Rheinbrücke war über Jahre hinweg nur eingeschränkt nutzbar, bevor 2024 der erste Abschnitt des Ersatzneubaus freigegeben wurde. Die A1 zählt in diesem Bereich zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Rheinland.

Fazit