11/2019, Audi E-Tron 55 Quattro Modellpflege Audi AG
11/2019, Audi E-Tron 55 Quattro Modellpflege
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11/2019, Audi E-Tron 55 Quattro Modellpflege 5 Bilder

Update für Audi E-Tron 55 Quattro

Höhere Reichweite, aber nicht für Bestandskunden

Noch nicht mal ein Jahr ist der Audi E-Tron im Verkauf, da verbessert seinen Elektro-SUV im Detail und reizt die Grenzen der Batterie stärker aus. Am Preis des E-Tron 55 Quattro ändert sich vorerst nichts.

Mit einer Batterieladung kommt der Audi E-Tron 55 Quattro bisher nach WLTP-Zyklus 411 Kilometer weit. Mit einer brutto 95 Kilowattstunden großen Batterie sollte mehr möglich sein, warfen Kritiker dem Elektro-SUV vor. Audi nahm sich die Beschwerden offensichtlich zu Herzen und verpasst dem E-Tron nun einige Detailverbesserungen, die bereits im neuen E-Tron Sportback zum Tragen kommen. Und welche die WLTP-Reichweite auf 436 Kilometer erhöhen. Mehr Reichweite ohne größere Batterie? Da denkt mancher an Tesla und Software-Updates, die das US-Unternehmen sogar „Over the Air“ einspielen kann, so als es mehr Reichweite vorübergehend PR-wirksam während Hurricane Irma spendierte. Das E-Tron-Update ist allerdings nichts für Bestandskunden, sondern nur für Käufer, die ab der KW 48/2019 bestellen. Warum? Zum einen setzt sich das E-Tron-Update aus mehreren Soft- und Hardware-seitigen Maßnahmen zusammen. Zum anderen können sogar Softare-Updates zulassungsrelevant sein. Beispielsweise die Netto-Kapazität des Akkus. Eine Erhöhung würde das „Certificate of Conformity“ (COC), die EG-Übereinstimmungsbescheinigung, ungültig machen und mit ihm die Zulassung. Eine entsprechende nachträglich Anpassung wäre aufwendig und kostspielig. Für künftige Software-Updates in zulassungsrelevanten Bereichen müssen Behörden und Hersteller ein entsprechendes Verfahren erst noch entwickeln. Welche Teile der E-Tron-Überarbeitung wären ohne Hardwareeingriff theoretisch auch für Bestandskunden denkbar?

Detailverbesserungen am Audi E-Tron

So verfügt das Elektroauto nun über eine optimierte Leistungselektronik, die den vorderen Motor im Normalbetrieb fast vollständig abkoppelt und nur dann hinzu schaltet, wenn die Extra-Power tatsächlich benötigt wird. Außerdem reizt Audi die Batterie stärker aus und nutzt fortan netto 86,5 statt vorher 83,6 der 95 Brutto-Kilowattstunden (91 statt vorher 88 Prozent). Bei einem WLTP-Verbrauch von im ungünstigsten Fall 26 kWh/100 km gehen also allein 11,5 Kilometer Reichweitengewinn auf die großzügigere Nettokapazität.

Eine Bauteilverbesserung ist eine geänderte Bremsanlage. Sie verringert das Restbremsmoment und mindert so Verluste, die durch die Nähe der Bremssättel zur -scheibe entstehen.

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Audi AG
Audi verbessert den E-Tron Quattro im Detail, was die Reichweite vergrößert.

Ein verbessertes Thermomanagement resultiert ebenfalls aus einer Hardware-Anpassung: Dank reduzierter Volumenströme arbeitet die Kühlmittelpumpe Temperierung der Hochvolt-Komponenten effizienter. Das Temperaturmanagement bringt Vorteile beim Schnellladen Vorteile und schont die Batterie. An der Rekuperation hat Audi per Software gefeilt: Jene im Schub – also wenn der Fahrer vom Gas geht – ist nun stärker ausgeprägt und erzeugt das für Elektroautos typische „One-Pedal-Feeling“, das bremsen fast überflüssig macht. Dass dies zuvor kaum spürbar war, war ebenfalls eine oft geäußerte Kritik am Audi E-Tron. Wie schon bisher ist der Rekuperationsgrad an den Lenkradwippen veränderbar. In Stufe 1 und 2 ist sie jetzt stärker, weil sie miteinberechnet, wie sich die Fahrtwiderstände, speziell der Luftwiderstand, geschwindigkeitsabhängig auf die Verzögerung auswirken.

Diese Maßnahme könnte noch am ehesten auch für Bestandskunden umgesetzt werden – theoretisch. Je nachdem in welchem Softwarepaket die Funktion integriert ist. Wenn im selben Teil des Codes nämlich auch zulassungsrelevante Bestandteile enthalten sind, wird es schon wieder schwierig. Software-Updates scheitern derzeit offenbar vor allem an bürokratischen Barrieren.

E-Tron Quattro jetzt mit S-Line-Paket

Wie schon der Sportback kommt auch der normale E-Tron von jetzt an in den Genuss eines S-Line-Pakets. Das verpasst dem Elektro-SUV mit 20-Zoll-Rädern sowie Radlaufblenden, Schwellern, Stoßfängern und Außenspiegel in Wagenfarbe und diversen Emblemen nicht nur ein etwas dynamischeres Erscheinungsbild. Größere Lufteinlässe in der Front führen außerdem zu einer besseren Durchströmung des Autos, was die Aerodynamik verbessern soll. Auf Wunsch gibt es ein weiteres Optikpaket, das schwarze Akzente für Singleframe-Grill, Seitenscheiben, Stoßfänger und Außenspiegel-Kappen umfasst.

Außer an der Reichweite ändert sich an den technischen Daten im Zuge der Modellpflege nichts. Das gilt auch für den Preis. Der Audi E-Tron 55 Quattro ist weiterhin ab 80.900 Euro erhältlich. Das neue Einstiegsmodell mit der Kennziffer 50 (230 kW / 313 PS, maximal 540 Newtonmeter, 336 Kilometer WLTP-Reichweite) kostet mindestens 69.100 Euro.

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Fazit

Gut sechs Prozent mehr Reichweite, das hört sich nicht besonders viel an. Aber Audi zeigt mit der Modellpflege, dass jedes optimierte Detail hilfreich sein kann und dass der Hersteller gewillt ist, sein Elektro-Flaggschiff auch während dessen Lebenszyklus' aktuell zu halten.

Bedauerlich ist, dass Bestandskunden, die den gleichen Preis für ihren E-Tron bezahlt haben, auch von Software-Updates nicht profitieren können. Soll das irgendwann möglich sein, müssen Behörden und Hersteller noch schwer an den Zulassungsbestimmungen arbeiten.

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