Aston Martin DBX 707 Max Earey
Aston Martin DBX 707
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Aston Martin DBX 707 13 Bilder
SUV

Aston Martin DBX707: 707 PS-SUV auf der Rennstrecke

Aston Martin DBX707 Im 707 PS-SUV auf der Rennstrecke

Mal eben den stärksten Luxus-SUV Europas gelte es zu bauen, findet Aston Martin – und schickt uns mit dem DBX707 auf den Stowe Circuit in Silverstone.

So, jetzt erstmal die wirklich wichtigen Fakten zum Aston Martin DBX707: Der vordere Böschungswinkel beträgt bis zu 25,7, der hintere bis zu 27,1 Grad. Klar, der Wert für den Rampenwinkel darf ebenfalls nicht verschwiegen werden: Bis zu 18,8 Grad – alles bei der maximalen Bodenfreiheit von 220 Millimeter, die der SUV dank der Dreikammer-Luftfederung erreicht. Fehlt noch die Wattiefe: 500 mm. Ach, das wäre Ihnen alles gar nicht so wichtig? Na dann: Vollgas auf der Rennstrecke. Hier drückt sich das Vierliter-Triebwerk nicht nur akustisch präsent in den Vordergrund, nein, vielmehr vernetzt es sich mit dir, direkt, unverblümt, wenngleich nicht ungefragt.

Aston Martin DBX 707
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Das Cockpit des neuen Aston Martin DBX 707.

Meine Güte, was haben sie bei Aston mit dem M178 von Mercedes-AMG gemacht? Ist es etwa die Black Series-Variante mit 180 Grad-Kurbelwelle? Nein. Was dann? Geduld. Erst noch ein wenig Genuss. Sobald du den Modus Sport+ aktivierst, klebt sich der V8-Motor an die rechte Fußsohle, besonders im mittleren Drehzahlbereich, so wie jetzt gerade bei etwa 4.300/min im zweiten von neun Gängen in der Esses-Wechselkurve des Stowe Circuit in Silverstone. Wach, hellwach, beinahe hyperaktiv reagiert das Biturbo-Aggregat nicht einfach auf den Wunsch des Fahrers, nein, agiert schon beinahe, schleudert den nach DIN 2.245 Kilogramm schweren SUV mit entschlossener Selbstverständlichkeit auf die nächste Linkskurve zu, der sich dabei spürbar in die hinteren Federn setzt.

Wechselwirkung

Schalten per Lenkradpaddel am Drehzahlbegrenzer, hier reagiert das Getriebe etwas träge. Nächstes Mal einfach 200 Umdrehungen früher den Befehl zum Gangwechsel geben. Okay, die Wucht des Vortriebs mag beim Blick auf die Daten nur bedingt überraschen, denn die Leistung beträgt nun eben 707 statt 550 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 900 statt 700 Newtonmetern. Dazu kommt ein kürzeres Gesamtübersetzungsverhältnis von 3,27:1 statt 3,07:1. Dennoch packt dich der Brocken mit der Darbietung seiner Leistung, seiner packenden Omnipräsenz, seinem Aktionismus von Beginn an, obwohl die neuen Turbolader mit 1,74 statt 1,22 bar mehr Druck aufbauen müssen.

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707 PS generiert der V8-Motor des Aston Martin DBX 707.

Sie helfen, den DBX707 laut Aston Martin in 3,3 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen (Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h). Das wiederum soll mit der Race-Start-Funktion besonders einfach zu reproduzieren sein. Also im Sport-Plus-Modus fest das Bremspedal durchdrücken, mit rechts das Gas, die Elektronik pendelt die Drehzahl auf 4.000/min ein, Bremse lösen – und der SUV schuppt mit seinen optionalen 23-Zoll-Rädern (Serie: 22 Zoll) den Asphalt auf.

Leistung? Aber natürlich!

"Natürlich treibt uns der Anspruch an, zumindest in Europa den stärksten Luxus-SUV anzubieten. Mir ist vor allem aber das Fahrerlebnis wichtig", sagt Aston-Martin-Chef Tobias Moers. "Alle Fahrzeugreaktionen müssen sich natürlich anfühlen, immer beherrschbar bleiben". Daher verfügt der 707 über zusätzliche Verstrebungen im Vorderwagen, eine neue Kalibrierung der Fahrwerkskomponenten inklusive der elektromechanischen Stabilisatoren. Dazu härtere Feder- und Dämpferraten an der Vorderachse, eine um 16 Millimeter breitere Spur hinten – inklusive softerer Feder- und Dämpferraten, weil dem Chef der Federungskomfort nicht ausreichend erschien. Jetzt ist er zufrieden.

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Auf der Rennstrecke kommt der Aston Martin DBX 707 richtig in Fahrt.

Auf der leicht welligen Rennstrecke lässt sich das durchaus verifizieren, vor allem aber die deutliche Spreizung der Fahrmodi (vier für onroad, einer für offroad). So wirft sich der 707 erst in Sport+ die Heavy-Metal-Kutte über, speziell bei der Kraftverteilung über den Allradantrieb, die es durchaus ermöglicht, mit dem 5,04 Meter langen (mit 3,06 Meter Radstand, wohlgemerkt) Brocken Kurven im lässigen Drift zu verlassen. Ja, auch auf trockenem Asphalt. Und ja, natürlich nur auf abgesperrter Strecke. Öffentliche Straßen bleiben heute, nun, außen vor.

Lass und kleben

Dann packt es dich wieder, das Biturbo-Triebwerk (Verbrauch laut Hersteller: 14,2 L/100 km) donnerbrüllt sein Arbeitsprinzip wohlkomponiert durch die klappengesteuerte Abgasanlage nach draußen. Noch immer klebt es unter der Sohle, entfaltet seine Kraft bemerkenswert linear, entwickelt das Drehmoment-Maximum tatsächlich erst bei 6.000 Umdrehungen ("Drehmoment-Modulation"), benimmt sich also beinahe wie ein Saugmotor.

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Die Auspuffanlage sorgt für eine angemessene Akustik-Präsenz.

Beinahe? Ja, denn trotz Nasskupplung des Neungang-Automatikgetriebes aus dem Mercedes-AMG GT Viertürer bleibt minimaler Verzug beim Anfahren – alles andere wäre schwarze Magie. Und dieses Maschinenbrau-Gesamtkunstwerk erlebst du in besten Arbeitsbedingungen: Packende, komfortabel gepolsterte und gut geformte Sportsitze, die zudem eine zum Lenkrad und Pedalen optimale Position ermöglichen – das kann bereits der Basis-DBX. Von dem grenzt sich der 707 durch das ungestümere Einlenkverhalten ab, die noch klarere Kommunikation über die elektrische Servolenkung und die selbstverständlich wirkenden Fahrzeugreaktionen.

Lässige Kurvenbolzerei selbst bei hohem Tempo? Yes please, denn der Aston reagiert unermüdlich verbindlich, präzise, bis hin zum Pedalgefühl der Bremse (serienmäßig mit Scheiben aus Carbon-Keramik-Verbundwerkstoff). Und zum Schluss noch eine wichtige Zahl: 2,7 Tonnen Anhängelast. Und nun mit einer elektrisch aus- und einklappbaren Anhängerkupplung statt der ollen Steck-Lösung. Na dann: Haken dran.

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Fazit

Es ist ja nicht so, dass es dem DBX bislang an Handling-Talent fehlte, doch der 707 erreicht ein weit höheres Agilitäts-Niveau. Er fährt bei Bedarf geradezu ungestüm, bleibt dabei beherrschbar, wirkt kontrolliert und präzise, kommuniziert verlässlich mit dem Fahrer. Und dazu: Ein herrliches V8-Biturbo-Triebwerk, völlig unelektrifiziert.

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