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Fahrbericht neuer Citroën C4 Cactus (2018)

Deutlicher Komfortgewinn, aber reicht das?

Neuer Citroen C4 Cactus 2018, Kompaktklasse Foto: Wolfgang Groeger-Meier 26 Bilder

Citroën hat den neuen C4 Cactus vorgestellt: Wir durften das neue Kompakt-Modell bereits jetzt fahren. Erster Eindruck: Wow, ist der komfortabel! Aber reicht das, um gegen die starke Konkurrenz zu punkten?

15.02.2018 Roman Domes, Clemens Hirschfeld

Wenn man sich den Verkehr anschaut, der außerhalb der von Citroën angemieteten Halle eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit stockt, ist klar, warum Citroën-CEO Linda Jackson nicht viel über Performance, Fahrleistungen und Handling spricht. In der Präsentation des neuen C4 Cactus geht es eigentlich nur um eines: Komfort, in jedem Bereich.

Neuer Citroën C4 Cactus mit gefälligem Look

Auf den ersten Blick sieht man: Es hat sich ein bisschen etwas getan am Cactus – er hat einiges eingebüßt. Manche würden sagen an Charakter, an Originalität, bei Citroën heißt es, der C4 Cactus hat jetzt eine klarere Formensprache, weg von der polarisierenden Wirkung, mehr hin zum Mainstream.

Neuer Citroen C4 Cactus 2018, Kompaktklasse Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Geblieben sind die Airbumps zwar, wanderten jedoch an eine tiefere Position. Ob sie da noch vor Türremplern schützen?

Die Front wirkt durch Details wie die angetäuschten Lufteinlässe vor den Radkästen bulliger, die Formensprache wurde weniger experimentell und eleganter, man könnte auch sagen: „mainstreamiger“. Auch Citroën will am Ende des Tages möglichst viele Autos verkaufen – aus wirtschaftlicher Sicht sicher keine schlechte Entscheidung.

Dabei hat man die Grundform des Citroën C4 Cactus an sich nur leicht verändert – auch die Airbumps sind noch da, allerdings tiefer positioniert und in ihrer Anzahl reduziert. Die Dachlinie fällt nach hinten leicht ab, das Auto wirkt länger und breiter – ist es aber nur marginal. Die Länge beträgt 4,17 Meter, der Vorgänger maß 4,16 Meter, gleiches bei der Breite: Der Neue ist sogar schmaler: 1,71 Meter zu 1,73 Meter. Der Kofferraum wächst von 348 auf 358 Liter (mit umgeklappten Sitzen: 1.170 Liter).

Gewichtstechnisch legt das neue Modell des C4 Cactus ein paar Kilo zu. Mit rund 1,1 Tonnen Leergewicht ist der Cactus allerdings noch immer ziemlich leicht – auch in seinem Konkurrenzumfeld, das von Mégane, Focus und Golf bestimmt wird.

Fahrwerk und Sitze mit gesteigertem Komfort

Nachgelegt haben die Franzosen beim Komfort. So hat der aufgefrischte Cactus ein neues Komfortfahrwerk mit speziellen Hydraulikelementen mit hydraulischem Endanschlag für die Stoßdämpfung erhalten. Das soll größere Unebenheiten wie etwa Schlaglöcher herausfiltern und darüber gleiten – ohne, dass die Dämpfer hart anschlagen.

Citroën Advanced ComfortErbe der Hydropneumatik im Check

Für zusätzlichen Komfort sollen Advanced-Comfort-Sitze aus einem neuartigen, geschäumten Kunststoff sorgen, der sich ähnlich wie manche Matratze besonders gut dem Körper anpassen soll. „Die Belastung wird besser verteilt, sowohl im lateralen Bereich als auch bei der Beinauflage.“ Die Vordersitze sind zudem mit 15 Millimeter dickerem Schaum gepolstert als bisher – für ein angeblich komfortableres Sitzgefühl.

Außergewöhnlich hohen Komfort im Bereich Akustik soll die bessere Schalldämmung bieten. Dafür verbaut Citroën dickere Scheiben, lärmabsorbierende Elemente und besonders gut isolierende Dichtungen an Türen und Fenstern und auch am Fahrzeugboden.

Zahlreiche Ablagen erleichtern das Lagern von Dinger aller Couleur. Statt eines nach unten aufklappendes Handschuhfachs verbaut Citroën ein nach oben öffnendes Fach. Darunter befindet sich eine Ablage aus gummiertem und rutschfesten Material. Auch die 1,5-Liter-Flasche findet in den Türablagen Platz.

Umfangreiche Assistenzsysteme, moderne Smartphone-Anbindung

Außerdem wurden die Assistenzsysteme aktualisiert. Insgesamt zwölf Assistenzsysteme stehen zur Verfügung. Sie reichen vom Abstandstempomat, einer Verkehrsschild-Erkennung über den Spurhalte-Assistent bis hin zum Totwinkelwarner. Der „Coffee Break Alarm“ warnt den Fahrer, wenn er länger als zwei Stunden ohne Pause unterwegs war. Selbstständig einparken kann der C4 Cactus auch – sowohl quer als auch längs.

Im Bereich Konnektivität rüstet Citroën den neuen Cactus auf: Das integrierte Navigationssystem arbeitet mit einem kapazitivem Touchscreen oder per Sprachsteuerung. Staus und andere Verkehrsbehinderungen erkennt das System TomTom Traffic. Die Smartphone-Anbindung unterstützt gängige Kopplungen wie Apple Carplay, MirrorLink oder Android Auto.

Drei Benziner und zwei Dieselmotoren zum Cactus-Markstart

Zum Marktstart sind drei Benziner vorgesehen, später sollen noch zwei Dieselmotoren nachgelegt werden. Die Dreizylinder-Ottomotoren decken eine Leistungsrange von 82 bis 130 PS ab, die beiden Selbstzünder kommen auf 100 und 120 PS. Der 110 PS starke Turbobenzinermotor ist sowohl mit Handschaltung als auch mit sechsstufigem Automatikgetriebe zu haben.

Angaben zu Fahrleistungen und Verbrauch hat Citroën noch nicht gemacht. Der neue Citroën C4 Cactus kann ab sofort bestellt werden, die Preise starten ab 17.490 Euro für den 110-PS-Benziner. Der 131 PS starke Benziner ist ab 20.190 Euro zu haben und der 99 PS starke Turbodiesel ab 20.790 Euro. Die Markteinführung in Deutschland erfolgt Anfang April 2018.

Sitzprobe im neuen Citroën C4 Cactus

„Beim Öffnen der Türen sieht man immer zuerst die Sitze“, sagt Xavier Peugeot (ja, wirklich!), Produkt-Direktor bei Citroën, als er zum wohl wichtigsten Punkt des neuen C4 Cactus kommt: dem Komfort. Und diese neuen Sitze sehen tatsächlich richtig fesch aus, mit acht einzeln hervorgehobenen Kissen auf der Sitzfläche und der Rückenlehne – und anders als bei gestepptem Leder ragen die Polster richtig aus dem Sitz heraus. Das hat man bisher selten oder sogar gar nicht gesehen. Doch wie fühlen sich die Sitze an?

Neuer Citroen C4 Cactus 2018, Kompaktklasse Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Stimmt: Die Sitze sind tatsächlich richtig gemütlich. Gut: Das Lenkrad lässt sich gut auf die Wünsche des Fahrers anpassen.

Antwort: Nein, sie sind nicht so unglaublich weich wie die der Citroën DS aus den 60er- und 70er-Jahren. Aber: Sie sind trotzdem unfassbar bequem, vor allem die Sitzfläche. Anders als bei normalen Sitzen, bei denen man irgendwann immer auf eine Art harten Boden trifft, geben diese Sitze genug nach, dass man sich schon so fühlt wie im heimischen Relax-Sessel. Gut dabei: Trotz ihres Komforts spürt man im oberen Hüftbereich, dass sie zumindest ein ausreichendes Maß an Seitenhalt bieten könnten.

Und während man so dasitzt, fällt einem auf, dass Citroën eigentlich sonst nicht viel geändert hat am C4 Cactus. Das „Kombiinstrument“ ist weiterhin digital, in der Mitte steht weiterhin (je nach Wahl) ein Touchscreen und auch die Türschlaufen samt separatem Türöffner sind noch immer da. Genau wie das viele Hartplastik um die Mittelkonsole, das sich jetzt nicht ganz so wertig anfühlt.

Schön hingegen ist, dass die Armaturentafel bei einigen Ausstattungsvarianten mit weicherem Kunststoff beziehungsweise Kunstleder bezogen ist. Praktisch: die vielen Ablagen, wie das nach oben öffnende Handschuhfach und das kleine Fach darunter, das mit einer gummierten Fläche ausgelegt ist, dass Handys, Geldbeutel und Schminkspiegel nicht verrutschen können.

Ein bisschen stört, dass Citroën beim neuen Cactus nur einen einzigen USB-Anschluss im Auto verbaut hat – in der Mittelkonsole. Wenigstens in der großen Box unter der Mittelarmlehne hätte man noch einen installieren können. Stichwort: Generation Smartphone. Die wird sich nämlich auch auf den hinteren Sitzen vergeblich nach Lademöglichkeiten umsehen. Das Platzangebot im Fond geht dafür in Ordnung. Kopffreiheit ist für Personen, die kleiner sind als 1,90 Meter, genug vorhanden, Kniefreiheit auch – außer der Vordermann ist genauso groß, dann nicht.

Das einzige, was im Fond noch stört ist die Tatsache, dass man die beiden Fenster nur einen Spalt aufklappen kann. Ja, das war im Vorgänger auch schon so, das stimmt. Aber: Wenn man den C4 Cactus höher positionieren möchte, sollte Citroën dann nicht auch ganz normale Fensterheber, egal ob manuell oder elektrisch, für etwaige Mitfahrer installieren? Ich finde schon. Da befriedigt die Antwort des Produktverantwortlichen, dass man so Kosten spare und hinten ja eh selten jemand mitfährt, nur bedingt.

So fährt sich der neue Citroën C4 Cactus

Mit dem gelifteten Citroën C4 Cactus PureTech 110 samt Sechsgangautomatik (EAT6) sind wir in der Provence unterwegs. Die Route führt uns zunächst raus aus Marseille. Dank Akustikverglasung und mehr Dämmmaterialien bleibt der Stadtlärm draußen und auch bei höherem Tempo ist es angenehm ruhig im Cactus.

Ruhig müssen wir es auch auf den französischen Landstraßen angehen lassen, denn hier gilt seit Jahresbeginn Tempo 80 km/h. Horrende Bußgelder und zahlreiche Blitzer dienen als wirkungsvolle Abschreckung. Dumm nur, dass die Verkehrszeichenerkennung (im Paket ab 750 Euro) noch nichts von der 10 km/h-Herabsetzung weiß.

Müder Dreizylinder und Oldschool-Automatik

Da der 110 PS starke Dreizylinder-Benziner seine 205 Nm Drehmoment aus lediglich 1,2 Litern Hubraum schöpft, verleitet er ohnehin nicht zum Rasen. Gleiches gilt für die gemächlich agierende Sechsgangautomatik, die zwar eine Sporttaste besitzt, dann aber lediglich etwas hektischer schaltet.

Neuer Citroen C4 Cactus 2018, Kompaktklasse Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Entschleunigung statt Sprintrekorde: Der 1,2-Liter-Dreizylinder geht gemächlich ans Werk - die Sechsstufen-Automatik ebenso.

Der C4 Cactus legt bewusst Wert auf Entschleunigung, wie Spurtwerte von 10,9 Sekunden auf Hundert und 188 km/h Höchstgeschwindigkeit untermauern. Zudem fehlt der digitalen Cockpitanzeige ein Drehzahlmesser.

Komfortbetontes CAC-Fahrwerk

Ein Entschleunigungsmittel ist auch das Citroën-Advanced-Comfort genannte Fahrwerk kurz CAC, das dem zweiten C im Namen durchaus gerecht wird. Zwei ölgelagerte Federelemente die in die Stoßdämpfer integriert wurden, sollen abruptes Durchschlagen von Fahrbahnunebenheiten verhindern.

Neuer Citroen C4 Cactus 2018, Kompaktklasse Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Wie eine Sänfte: Der C4 Cactus huldigt dem komfortablen Fahren.

Tatsächlich gleitet der Cactus mit dem CAC-Fahrwerk sanft über lange Bodenwellen hinweg. Kurze Verwerfungen auf den maroden Belägen provenzalischer Landstraßen werden ebenfalls gut, wenn gleich nicht konsequent weggedämpft. Zudem wippt der Cactus beim Einfedern gerne etwas nach, was dem ganzen Fahrverhalten einen gewissen Sänftencharakter verleiht.

Das verstärkt sich in aufeinanderfolgenden Kurven, aus denen sich der C4 gern hinauslehnt und gut kontrollierbar über die Vorderräder schiebt. Immerhin bieten die rutschfesten Sitze überraschend guten Seitenhalt.

Fazit

Optisch ist der Cactus mainstreamiger geworden, der Komfortgewinn ist deutlich spürbar. Ob das reicht, um auch die alten C4-Limousinen-Kunden zu überzeugen und gegen die starke Kompaktkonkurrenz zu punkten, wird sich zeigen.

Technische Daten
Citroën C4 Cactus BlueHDi 100 ShineCitroën C4 Cactus Puretech 110 FeelCitroën C4 Cactus Puretech 130 Feel
Grundpreis23.090 €18.990 €20.190 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4170 x 1714 x 1480 mm4170 x 1714 x 1480 mm4170 x 1714 x 1480 mm
KofferraumvolumenVDA358 bis 1170 l358 bis 1170 l358 bis 1170 l
Hubraum / Motor1560 cm³ / 4-Zylinder1199 cm³ / 3-Zylinder1199 cm³ / 3-Zylinder
Leistung73 kW / 99 PS bei 3750 U/min81 kW / 110 PS bei 5500 U/min96 kW / 131 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit184 km/h188 km/h193 km/h
Verbrauch3,6 l/100 km4,5 l/100 km4,8 l/100 km
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    Tolle Kommentare. Ich verstehe auch nicht, weshalb man ein Produkt nicht objektiv testen und die Eigenschaften klar herausstellen kann. Wen interessiert die Meinung eines Journalisten? Aufklärung, Information ist gefragt. Weshalb ein 1.2-Liter-Motor mit 110 PS bei einem Fahrzeug mit 1.100 KG so schlecht sein soll? Bei Konkurrenzprodukten mit 1.0-Liter-Motor und 100 - 150 PS ist das anscheinend top. (Ford Focus, Mondeo, VW, Skoda, etc.). Ich glaube die haben von Technik keine Ahnung. Aber sie wissen wie sie am meisten Einkommen generieren.

    angelo791027 2. April 2018, 16:32 Uhr
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