Nach dem ersten Testtag von Barcelona musste man sich schon etwas Sorgen um Audi machen. Gabriel Bortoleto schaffte beim Auftakt nur 27 Runden, bevor ein hartnäckiges Problem im Antriebsbereich für das vorzeitige Ende des Programms sorgte. Während die anderen Teams fleißig Kilometer abspulten, stand der R26 in Einzelteilen in der Garage.
Technikchef James Key nahm es relativ locker, dass man eine halbe Session ungenutzt verstreichen lassen musste: "Die Probleme waren alle lösbar. Deshalb testen wir ja auch. Wir wollen diese Fehler ja nicht erst in Melbourne entdecken. Es wäre eher eine Überraschung gewesen, wenn wir ohne Probleme gestartet wären", erklärte der Engländer.
Audi nutzte den Dienstag, um sich zu sammeln, die Daten zu analysieren und ein paar Runden Boxenstopp-Training zu absolvieren. Am Mittwoch (28.1.) durfte dann Nico Hülkenberg endlich ins Testgeschehen eingreifen. Doch auch für den Rheinländer ging es nicht gut los: "Es gab in der Früh ein kleines Hydraulik-Leck", verriet Key. "Aber am Nachmittag konnten wir dann endlich einige Runden abspulen. Das war auf jeden Fall ein Schritt nach vorn."
Rundenzeiten spielen keine Rolle
Am Ende kam Hülkenberg auf 68 Runden, was immerhin einer Renndistanz auf dem katalanischen Grand-Prix-Kurs entspricht. Zum Vergleich: Mercedes schaffte 183 Umläufe und zeigte dabei überhaupt keine Ausfallerscheinungen. Auf die Konkurrenz schaut man bei Audi aber aktuell noch nicht. Die Ingenieure sind sich bewusst, dass sie erst einmal die eigenen Hausaufgaben machen müssen.
"Wir nutzen diesen Test, um Basisarbeit zu erledigen. Da geht es vor allem um die Mechanik. Auf die Performance schauen wir später. Die Rundenzeiten spielen überhaupt keine Rolle", so Key. "Das gilt für alle Teams, aber für uns im Besonderen, weil wir bei Audi zum ersten Mal eine ganz neue Power Unit für die Formel 1 entwickelt haben."

Am Nachmittag des zweiten Testtags kam der Audi R26 endlich in Schwung. Nico Hülkenberg schloss die Session mit 68 Runden ab.
Key hofft auf guten Abschluss
Dabei ist jede Runde wertvoll. Größere Reparaturzeiten können sich die Techniker nicht erlauben: "Unsere Motoren-Kollegen in Neuburg haben noch gar keine Referenz-Daten von der Strecke. Es ist jetzt das erste Mal, dass wir Erfahrung mit dem Motor und dem Getriebe sammeln", erklärt Key. "Momentan würde ich sagen, dass wir noch im Plan liegen. Aber die Liste mit Punkten, die wir noch abhaken müssen, ist endlos lang. Wenn wir einen guten dritten Tag erwischen, können wir zufrieden abreisen."
Auch Hülkenberg ist sich bewusst, dass sein Team noch einige Aufgaben vor der Brust hat: "Mein Nachmittag war sehr produktiv. Da haben wir ordentlich Runden drehen können und viel gelernt. Wir stehen aber noch ganz am Anfang. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu verstehen. Für Außenstehende dürfte es schwer sein, zu erkennen, wie unterschiedlich diese Autos sind. Der Weg von hier nach Bahrain und dann zu den ersten Rennen ist noch sehr lang."












