Die zweite Testwoche von Bahrain beginnt, wie die erste Testwoche aufgehört hat – mit einer Bestzeit von Mercedes. Zum Abschluss des ersten Aufschlags am vergangenen Freitag (13.2.) hatte noch Kimi Antonelli das Tempo vorgegeben, am Mittwoch (18.2.) war es nun Teamkollege George Russell, der nach der achtstündigen Session von der Spitze des Klassements grüßte.
Der Brite benötigte für den 5,412 Kilometer langen Wüstenkurs nur 1:33,459 Minuten. Damit war Russell noch einmal zwei Zehntel schneller als der Garagennachbar bei seiner Bestzeit aus der ersten Woche. Die Bedingungen waren einigermaßen vergleichbar. Beide Runden wurden in der Nachmittagssession auf dem C3-Reifen gedreht. Dazu setzte Russell mit 76 Runden auch noch den Distanz-Bestwert. Zusammen mit den 69 Runden von Antonelli kam der Silberpfeil auf 145 Umläufe – so viele konnte kein anderes Auto vorweisen.
Nur eine Hundertstel hinter Russell reihte sich Oscar Piastri im McLaren in der Zeitentabelle ein, der ebenfalls für die zweite Hälfte der Session eingeteilt war. Auf Rang drei fand sich Charles Leclerc wieder, der bei Ferrari die Frühschicht übernahm und zur Mittagspause zwischenzeitlich in Front lag. Sein Rückstand betrug am Ende fast drei Zehntel. Bei Ferrari lief jedoch nicht alles perfekt. Nach dem problemlosen Vormittag kam Lewis Hamilton nach der Pause nur auf 44 Runden.

Aston Martin wartet weiter auf den Befreiungsschlag.
Probleme bei Red Bull, Cadillac und Aston Martin
Bei Red Bull schaute die Defekthexe noch etwas länger vorbei. Wie in der vergangenen Woche war Isack Hadjar der Leidtragende. Der Franzose kam vor der Mittagspause nur auf 13 Umläufe. Am Nachmittag lief der RB22 dann wieder einigermaßen zuverlässig und Hadjar beendete den Tag mit 66 Runden. In der noch nicht sehr aussagekräftigen Zeitentabelle reihte sich der Neuling im Team auf Platz sechs ein. Max Verstappen war der einzige Stammpilot im Feld, der am Mittwoch nicht zum Einsatz kam. Alle anderen Teams tauschten zur Mittagspause durch.
Auch bei Cadillac waren zum Start der Session einige Probleme zu erkennen. Sergio Perez fuhr in der Früh nur 24 Runden. Bei Teamkollege Valtteri Bottas wurde es nach der Pause mit 35 Runden auch nicht viel besser. Im Klassement belegten die Fahrer des neuen US-Teams die hinteren Plätze. Das sieht nicht besonders vielversprechend aus, mit Blick auf Melbourne.
Das zweite große Sorgenkind neben Cadillac heißt Aston Martin. Wer nach der Kilometerdiät in der Vorwoche auf eine Verbesserung hoffte, wurde enttäuscht. Fernando Alonso drehte am Vormittag nur 28 Runden. Bei Lance Stroll kamen nach der Pause noch 26 Umläufe dazu. Zwischenzeitlich lieferte der Kanadier mit einem Abflug wenigstens etwas Action. Stroll hatte beim Anbremsen von Kurve 11 das Heck verloren. Das Auto musste anschließend aus dem Kiesbett geborgen werden.

Bei der offiziellen Startübung fuhr Oscar Piastri von der Pole Position los. Das Chaos hielt sich in Grenzen.
Startübung am Ende der Session
Aus deutscher Sicht lief der Start in die zweite Testwoche ordentlich. Nico Hülkenberg drehte in der Frühschicht 49 Runden. Gabriel Bortoleto legte am Nachmittag noch 71 Umläufe nach. Große technische Probleme waren von außen nicht zu erkennen. In der Zeitentabelle rissen die Audi-Piloten aber keine Bäume aus. Qualifying-Runs standen noch nicht auf dem Testprogramm.
Der Stroll-Dreher sorgte drei Stunden vor dem Abpfiff für die einzige echte rote Flagge des Tages. Vor der Mittagspause hatte die FIA aber noch einige Systemchecks durchgeführt, dabei unter anderem auch das Prozedere für eine Unterbrechung geübt. Am Ende der Session gab es noch einen Test mit einem alternativen Startprozedere. Im Gegensatz zu einem normalen Start wurde noch eine zusätzliche Einführungsrunde gedreht.
Als die Lichter der Ampel dann wirklich ausgingen, kamen alle Autos einigermaßen gut von der Linie weg. Das hatte in der Vorwoche noch ganz anders ausgesehen. Allerdings waren immer noch größere Tempo-Unterschiede beim Sprint in die erste Kurve zu erkennen. Auf den ersten Metern könnte es in diesem Jahr zu deutlich mehr Platzwechseln kommen als in der Vergangenheit.





