Großes Test-Finale in Bahrain: Ferrari gewinnt spektakuläre Zeitenjagd

Großes Test-Finale in Bahrain
Ferrari gewinnt spannende Zeitenjagd

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.02.2026
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Charles Leclerc vs. Lando Norris - Bahrain-Test - 2026
Foto: xpb

Lange haben sich die vier Top-Teams in Bahrain gegenseitig belauert. Die Favoritenstellung wurde freiwillig an die Gegner abgegeben. Entsprechend zurückhaltend zeigte man sich mit schnellen Runden auf weichen Reifen. Doch am letzten Testtag (20.2.) von Bahrain ließen die WM-Kandidaten endlich die Hosen runter – zumindest ein bisschen.

Im Rahmen mehrerer Quali-Simulationsrunden dürfte sicher keines der Top-Autos komplett leer und mit voll aufgedrehtem Motor unterwegs gewesen sein. Trotzdem bekamen die Fans wenigstens ein paar Anhaltspunkte über die Leistungsfähigkeit der neuen Rennwagen. Die Ingenieure warteten mit der Zeitenjagd bis zu den letzten Stunden der Testwoche. Auf dem abgekühlten Asphalt unter Flutlicht bot die Strecke den besten Grip.

Am Ende durfte sich Charles Leclerc über die Bestzeit freuen. Der Monegasse hatte sich für seine schnellste Runde 28 Minuten vor dem Abpfiff den relativ weichen C4-Reifen aufziehen lassen. Die Uhr blieb schließlich bei 1:31.992 Minuten stehen. Wenn der Formel-1-Zirkus zum Grand Prix zurück nach Bahrain reist, kommt der C4 übrigens nicht zum Einsatz. Dann ist der C3 die weichste Mischung.

Charles Leclerc - Bahrain-Test - 2026
Joseph Portlock via Getty Images

Vorstandszeiten von Ferrari?

Aber auch die schnellste Runde von Leclerc auf dem C3 hätte mit 1:32.655 Minuten am Ende zur Bestzeit gereicht – wenn auch nicht ganz so deutlich. Lando Norris fehlten bei seinem besten Versuch fast neun Zehntel auf die Leclerc-Vorgabe. Beim direkten Vergleich der beiden C3-Bestzeiten lag der Unterschied "nur" noch bei knapp drei Zehnteln.

Max Verstappen mischte im Red Bull ebenfalls beim großen Schlagabtausch mit. Der Red Bull konnte aber vor allem im Mittelsektor nicht die Pace des Ferrari mitgehen. Am Ende fehlten 1,1 Sekunden – auch hier muss der Reifenfaktor mit einberechnet werden. Verstappen hatte seine persönliche Bestzeit auf dem unmarkierten Prototyp-Reifen gesetzt, der einer C3-Mischung entspricht.

Das gleiche galt auch für George Russell im Mercedes, der sich 1,2 Sekunden hinter Leclerc mit Rang vier begnügen musste. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass die Zeiten nicht repräsentativ sind – nicht nur wegen des Reifenfaktors. Bei Ferrari waren am Freitag Teile der Unternehmensführung vor Ort. Gut möglich, dass man den hohen Herren etwas bieten wollte. In Melbourne erwarten wir von der Konkurrenz deutlich mehr Gegenwehr.

George Russell - Bahrain-Test - 2026
Steven Tee via Getty Images

Technik-Problem bei Mercedes

Sicher festhalten lässt sich allerdings, dass Mercedes auch am letzten Testtag mit der Zuverlässigkeit zu kämpfen hatte. Für Kimi Antonelli war die Frühschicht nach nur 49 Runden beendet. Im Anschluss an die Reparatur lief der Silberpfeil am Nachmittag dann mit Russell am Steuer wieder ohne sichtbare Probleme. Der Brite kam auf satte 82 Umläufe.

Auch im Mittelfeld wurden am Finaltag einige schnelle Runden gedreht. Hier lieferten sich Pierre Gasly im Alpine und Ollie Bearman im Haas ein heißes Duell um den ersten Verfolgerplatz. Zunächst schien Bearman die Oberhand zu haben. Mit dem C4-Reifen hielt der Brite den Rückstand auf die Leclerc-Zeit unter anderthalb Sekunden. Gasly schaffte es jedoch, die Marke dank des noch weicheren C5-Gummis noch einmal knapp zu unterbieten.

Auch Gabriel Bortoleto durfte ein Gefühl dafür bekommen, zu was der Audi im Stande ist. Auf den Alpine und den Haas fehlten am Ende aber gut drei Zehntel. Wenigstens stimmte die Zuverlässigkeit des neuen Autos, was man an den letzten Tagen nicht immer sagen konnte. Bortoleto und Teamkollege Nico Hülkenberg drehten zusammen 135 Runden.

Aston Martin - Bahrain-Test - 2026
Kym Illman via Getty Images

Nur sechs Runden für Aston Martin

Die größten Sorgen muss man sich nach wie vor um Aston Martin machen. Schon vor der Session kündigte das Team an, ein verkürztes Programm zu fahren. Als Grund wurden der Ersatzteilmangel und Probleme mit der Batterie genannt. Dass am Ende nur sechs Runden für Lance Stroll zustande kamen, war dann aber noch dürftiger als erwartet. Das Team packte schon zwei Stunden vor dem offiziellen Abpfiff seine Sachen zusammen.

Der Kilometerkönig des letzten Testtags hieß Arvid Lindblad mit 165 Runden – das entspricht drei Grand-Prix-Distanzen in Bahrain. Das dürfte der Rookie auch am nächsten Tag im Körper spüren. Damit war der Racing Bull aber nicht das Auto mit dem Distanz-Bestwert. Dieser Titel ging an den Haas: Ollie Bearman und Esteban Ocon kamen zusammen auf 170 Umläufe, ohne nennenswerte Probleme.