IndyCar: Mick Schumachers Kollege mit Schumi-Geständnis

Graham Rahal macht Mick Schumacher Hoffnung
Schumi-Geständnis vom IndyCar-Kollegen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.04.2026
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IndyCar 2026 - Mick Schumacher - Graham Rahal - Rahal Letterman Lanigan Racing
Foto: IndyCar / Zusammenstellung KI-generiert

Graham Rahal kennt das Gefühl nur zu gut. Wo immer der Racer aus Ohio auftaucht, schwebt der Schatten seines Vaters Bobby über ihm. Der ältere Rahal gewann dreimal die IndyCar-Meisterschaft (1986, 1987 und 1992), durch den Sieg beim Indy 500 im Jahr 1986 machte sich der markante Brillenträger unsterblich.

Auch für Formel-1-Fans ist er kein Unbekannter. Diesbezüglich braucht es allerdings reichlich Nerd-Wissen und ein gutes Gedächtnis. Die Königsklasse sah ihn zum einen als zweifachen Starter für das kanadische Walter Wolf Racing 1978. Zum anderen probierte Bobby sich Anfang der 2000er-Jahre als Manager des Jaguar-F1-Teams. Dort scheiterte er aber selbstbekundet an den europäischen Eigenheiten.

Seit 1992 tragen zudem IndyCar-Truppen seinen Namen. Der gleichzeitige Geschäftsmann hatte stets ein feines Händchen dafür, Investoren und Hersteller um sich zu scharen. Die aktuellste Version der Rahal-Mannschaft gehört anteilsweise Talkshow-Ikone David Letterman und Baukran-Tycoon Mike Lanigan – die zwei L in RLL. Der bedeutendste Erfolg der jüngeren Vergangenheit war Takuma Satos Indy-500-Triumph der Pandemie-Ausgabe 2020.

IndyCar 2026 - Graham Rahal - Rahal Letterman Lanigan Racing
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"Hölle" eines großen Namens

Trotz einer soliden IndyCar-Karriere ist Graham Rahal fernab dieser Sphären. Der 37-Jährige, der in Long Beach (19. April) sein 314. Rennen bestreitet, gewann insgesamt sechs Läufe. Beim Indy 500 landete er zweimal auf dem dritten Platz. Seit 2013 fährt Graham nun durchgängig für das Familienteam und übernahm jüngst immer mehr Verantwortung. Ein perfektes Beispiel ist die Mentorrolle gegenüber Mick Schumacher, auf den er große Stücke hält.

"Wenn jemand weiß, wie der Druck durch einen großen Familiennamen aussieht, bin ich das", erzählt Rahal in "ALL IN", der neuen IndyCar-Doku-Reihe des TV-Partners FOX. "Schumacher liegt zwar auf einem anderen Level, aber ich verstehe die Hölle, die damit verbunden ist." Vielleicht auch deswegen freute er sich sofort, als er von der Möglichkeit der Verpflichtung hörte. "Ich sagte ihm: Den ganzen Bullshit der Formel 1 bist du hier los."

Eigentlich wollte Graham aus Respekt nicht mit Mick über dessen Vater sprechen. Doch eine Sache musste er sich von der Seele reden. "Michael Schumacher war mein Idol. Sein Vater brachte viele wie uns weltweit dazu, Rennfahrer zu werden. Es ist schon faszinierend, wie der Zufall so spielt." Die Parallelen sind für Graham Rahal auch ein Auftrag. "Ich hoffe, dass ich einen positiven Einfluss haben kann. Er soll neu anfangen, nicht unter dem Etikett 'Michaels Sohn'. Hier kann er Mick Schumacher sein."

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Neue Karriere startet brutal

In derselben Dokumentation gibt auch Mick Schumacher tiefere Einblicke: "Die Presse hatte sicher die Hoffnung, dass ich den Weg meines Vaters fortsetze. Die Formel 1 war wirklich eine Herausforderung und eine Lernkurve. Zu einem Zeitpunkt realisierte ich, dass es wahrscheinlich besser wäre, was anderes zu tun." Diese Entscheidung brachte ihn schließlich in die IndyCar. Bereits davor hatte er jedoch immer wieder Angebote. Der F1-Traum überwog da noch.

Während der ersten vier IndyCar-Läufe bekam Schumacher wirklich alle Fallstricke aufgezeigt. Ein Mix aus Pech, fehlender Erfahrung und teaminternen Problemen bedeutet momentan den schmerzhaften letzten Tabellenplatz. Die Dokumentation zeigt schonungslos, wie Micks Ingenieur Mike Pawlowski massiv haderte. Mittlerweile wurde das Team der #47 umgestellt.

Den passenden Ausgleich bringt Schumacher derweil das Leben in Texas, wo die Familie eine Premium-Pferderanch besitzt. "Im Gegensatz zu Europa, wo man etwas angestarrt wird, bleibe ich dort zu 90 Prozent unerkannt. Dort fühle ich mich normal." Graham Rahal hofft, dass Fahrer wie Mick die Fahnen hochhalten, wenn der 37-Jährige seine Karriere beendet. "Aktuell fahre ich nur für meine eigene junge Familie. Ich will, dass sie bald stolz auf einen Sieg sein kann."

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