Am kommenden Wochenende beginnt das IndyCar-Abenteuer von Mick Schumacher so richtig. Auf dem Stadtkurs in St. Petersburg steht das erste Saisonrennen auf dem Programm. Der Deutsche hat in den vergangenen Monaten bereits ein umfangreiches Vorbereitungsprogramm abgespult. Trotzdem sollte man beim Debüt nicht zu viel vom Serienneuling erwarten.
Onkel Ralf Schumacher stand dem Vorhaben seines Neffen immer schon kritisch gegenüber. Im Rahmen einer virtuellen Presserunde (26.2.) des TV-Senders Sky erklärte der F1-Experte noch einmal, warum er es für den falschen Schritt hält. "In den USA gibt es großartiges Racing, aber auf eine ganz andere Art und Weise, als wir das hier in Europa haben. Bei aller Liebe stellt sich da für mich die Nutzen- und Risiko-Frage", erklärt der 50-Jährige.
Der Ex-Formel-1-Pilot warnt vor allem vor den Gefahren der schnellen Oval-Rennen: "Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass die Rennen im Oval, bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 360 km/h, etwas gefährlicher sind als ein normales Formel-1-Rennen. Deshalb habe ich immer gesagt, dass ich den Schritt nicht verstehe und den Schritt unnötig finde. Aber er ist alt genug und muss selbst wissen, was er tut."
Es gab in der Vergangenheit einige Fahrer, die bei ihrem IndyCar-Abenteuer nur auf normalen Rennstrecken und Straßenkursen angetreten sind. Mick Schumacher entschied sich jedoch bewusst dafür, auch die Oval-Rennen in sein Programm aufzunehmen, obwohl er hier zuvor noch gar keine Erfahrung hatte.

Kann sich Mick Schumacher in der IndyCar-Serie durchsetzen?
"Formel-1-Tür ist zu"
Einige prominente Beispiele zeigen laut Onkel Ralf Schumacher, dass die Aufgabe nicht so einfach ist: "Ich habe es selbst nie probiert, kenne aber einige Fahrer, die es probiert haben. Ich habe auch mit Flavio Briatore darüber gesprochen. Der hat mir gesagt, dass er Fernando Alonso da nach einem Jahr wieder weggeholt hat. Nico Hülkenberg hat auch mal einen Test gemacht. Da muss man schon speziell für sein. Deshalb kann ich das nicht nachvollziehen, weil es auch andere Schwerpunkte im Leben gibt."
Mick Schumacher sieht die IndyCar auch als ein Sprungbrett, um nochmal eine Chance in der Formel 1 zu bekommen. In der WEC wurden die Talente des 26-Jährigen nach außen nicht so gut sichtbar. Im Langstrecken-Programm von Alpine musste er sich das Cockpit mit zwei anderen Fahrern teilen.
Ralf Schumacher glaubt aber nicht, dass es noch einmal zum Formel-1-Comeback kommt: "Es ist klar, dass die Tür zu ist. Mit diesem Schritt sowieso, aber auch schon vorher, wenn man so lange raus ist. Es kommen ja auch immer neue Talente nach. Leonardo Fornaroli hat gerade die Meisterschaft in der Formel 2 gewonnen, vorher schon Formel 3. Der ist ein superstarker Mann. Der hätte auch eine Chance verdient, im Gegensatz zu manch anderem, der aktuell fährt."

Ralf Schumacher wird auch 2026 wieder als Sky-Experte von den Formel-1-Rennen berichten.
Keine Ausreden für Mick Schumacher
Vom Talent her gelte das Gleiche auch für Mick: "Ich weiß, ich bin sein Onkel, aber aus meiner Sicht hätte Mick einen Platz in den Formel 1 verdient. Ob es dann zum siebenfachen Weltmeister gereicht hätte, darum geht es hier gar nicht. Wenn ich den ein oder anderen Fahrer sehe, da ist er definitiv besser. Diese Diskussion hatte ich übrigens vor wenigen Wochen auch mit Flavio."
Ralf Schumacher weiß aber auch, wie hart das Geschäft ist. Mick Schumacher hatte seine Chance, konnte aber nicht vollends überzeugen: "Die Formel-1-Welt ist nun mal so. Man kommt rein und muss sofort performen. Da gibt es keine Ausreden. Im ersten Jahr gegen Mazepin, das war Okay. Im zweiten Jahr sah das in den ersten Rennen nicht so gut aus, muss man ehrlicherweise sagen. Da war er zu weit weg von Magnussen und dann kamen auch noch die Unfälle dazu."
Schumacher nutzte die Gelegenheit, um auch nochmal Kritik am damaligen Haas-Teamchef Guenther Steiner zu äußern: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Mick mit einem anderen Teamchef heute noch in der Formel 1 wäre. Gerade wenn es so schwer ist, braucht ein junger Fahrer Unterstützung. Da braucht man keinen, der permanent über die Medien schreit. Das ist natürlich nicht hilfreich."





