Mit dem Ibiza hat Seat einen attraktiven Kleinwagen im Programm, der mit VW Polo-Technik vom braven 80-PS-Stadtflitzer bis zum sportlichen 150-PS-Gaudiburschen verfügbar ist. Auf den ersten Blick sind die Preise für den Ibiza in Deutschland recht attraktiv. Doch wer über die deutschen Grenzen blickt, reibt sich überrascht die Augen. Denn schon in unseren Nachbarländern ist der Spanien-Polo um mehrere tausend Euro günstiger, ganz besonders heftig fällt der Unterschied zwischen Deutschland und dem Seat-Heimatland Spanien aus.
Italien-Deutschland 1:0
Die Preise im deutschen Seat-Konfigurator starten bei 19.650 Euro für das Basismodell Ibiza mit 80 PS und enden bei stattlichen 33.580 Euro für die Variante FR Black Edition mit dem 150-PS-Turbo. Der Blick ins sonnige Italien zeigt, dass es auch deutlich günstiger geht. Dort startet der Ibiza bei glatten 16.000 Euro und lässt sich als FR (die deutsche Sonderversion Black Edition gibt es dort nicht) bereits für 27.800 Euro mit dem 150-PS-Benziner ausrüsten. Auffällig ist außerdem, dass Seat Deutschland die Basisversion als ziemliches Sparbrötchen ausstattet: LED-Scheinwerfer und Klimaanlage sind bei uns nicht enthalten, in anderen europäischen Ländern zählen sie schon bei der Basis zur Serienausstattung. Das erhöht die Preisdifferenz nochmals; für einen 80 PS-Ibiza Style mit LED und Klima stehen bereits 21.650 Euro im deutschen Konfigurator.
Ganz besonders drastisch ist der Preisunterschied im Vergleich mit Spanien, wo der Ibiza gebaut wird. 15.390 Euro kostet dort die Basisversion mit 80 PS, inklusive Klima und Voll-LED-Scheinwerfern. Und den besonders fahraktiven Ibiza FR mit 150 PS lassen sich die Spanier mit gerade einmal 23.806 Euro bezahlen. Da bleibt im Vergleich zum deutschen Angebot noch etliches Kleingeld für ein paar schöne Optionen.
Überall günstiger
Doch nicht nur in Spanien und Italien müssen Seat-Fans weniger tief in die Tasche greifen als bei uns. Ein kurzer Blick nach Frankreich oder Polen zeichnet ein ähnliches Bild, selbst in Österreich, wo die zusätzliche Umweltsteuer NoVA auf den Fahrzeugpreis addiert wird, beginnt der Ibiza-Trip bereits bei 17.490 Euro. Allerdings wird in der Alpenrepublik – ebenfalls "dank" der NoVA – die 150-PS-Version gar nicht erst angeboten, teuerstes Modell dort ist der Ibiza FR 1.0 TSI mit 115 PS und DSG für 28.490 Euro.
Lohnt sich da angesichts dieser deftigen Preisunterschiede eine ausgedehnte Shopping-Tour? Im Prinzip ja, aber. Am kompliziertesten dürfte der Europa-Einkauf schon aus Gründen der Entfernung in Spanien sein. Hinzu kommen generell etliche bürokratische Hürden. Einfach mit einem deutschen Überführungskennzeichen in ein anderes EU-Land aufbrechen und das dort gekaufte Auto nach Hause fahren, ist beispielsweise nicht möglich, weil verboten. Es müssen im Ursprungsland Exportkennzeichen und eine Haftpflichtversicherung ausgestellt oder ein Transport auf einem Anhänger beziehungsweise Lkw organisiert werden.
Außerdem gibt es noch das Thema Mehrwertsteuer: Auf ein außerhalb Deutschlands gekauftes Neufahrzeug muss bei der Erstzulassung in Deutschland die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den Nettopreis bezahlt werden. Wer den Neuwagen in seinem Herkunftsland bereits versteuert gekauft hat, muss im Anschluss die Mehrwertsteuer-Erstattung bei den dortigen Finanzbehörden beantragen. Das kann zwar eine weitere Ersparnis bringen, weil die Mehrwertsteuer in den genannten Ländern höher ausfällt als bei uns, bedeutet aber zusätzlichen unerquicklichen Aufwand. Beim Neuwagenkauf in Österreich können sich deutsche Käufer zudem die NoVA erstatten lassen.
Generell sind obendrein die Ausstattungslinien in den verschiedenen Ländern nicht 1:1 vergleichbar, hier muss man sich selbst durch die jeweiligen Konfigurator-Programme hangeln, ob ein bestimmtes Wunsch-Detail an Bord ist.





