Das Cabriolet des BMW 328i wirkt fast ein wenig zu nüchtern – bis der Reihensechszylinder gestartet wird.
Foto: Rossen Gargolov
Das Angebot an offenen Topmodellen der E36-Baureihe unterhalb des M3 Cabrios ist insgesamt nicht üppig, vor allem, wenn es ein unverbasteltes Auto und keine Tuning-Kiste sein soll.
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Die 193 PS starke Topvariante mit 2,8 Litern Hubraum wäre die erste Wahl, am besten ausgestattet mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe statt der damals auf Wunsch ebenfalls verfügbaren Fünfstufenautomatik von ZF.
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Ins Verdeck wurde zudem ein neues Kunststoff-Heckfenster eingenäht. Das alte war nach sehr langer Nutzung verschlissen und gerissen.
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Eine Vierzylinderversion wäre prinzipiell zwar schon interessant, doch der Sechszylinder hat eindeutig die bessere Laufkultur.
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Der drehfreudige Reihensechszylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen verfügt über die BMW-typische Vanos (variable Nockenwellensteuerung), die hier aber nur auf der Einlassseite arbeitet.
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Der 2,8-Liter-Motor funktioniert tadellos, springt sofort an und brummt mit dem klassischen BMW-Sechszylinder-Sound im Leerlauf.
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Zudem muss man den Aerodynamikingenieuren von BMW gute Arbeit bescheinigen: Auch ohne ein Windschott lässt es sich hinter der großen Frontscheibe gut aushalten.
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Die Klimaanlage bläst dazu warme Luft in den Fußraum.
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Auch das Fünfgangetriebe zeigt sich gut abgestuft und schaltet sich leichtgängig– bald stellt sich das BMW-typische Fahrgefühl vom Ritt auf der Kardanwelle ein.
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Ein Aufbereiter hat sich der Lederausstattung angenommen. Diese Investition hat sich gelohnt.
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In zügig gefahrenen Kurven machen sich die Sportledersitze besonders bezahlt, weil sie einen sehr guten Seitenhalt bieten.
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Das M-Sportfahrwerk aus dem Zubehörpaket für das Cabriolet beeindruckt auf einem kurvigen Abschnitt einer abgelegenen Landstraße mit neutralem Fahrverhalten bei zügiger Fahrweise.
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Großen Anteil am Fahrspaß hat die neue Hinterachse des E36 mit Doppelquerlenkern und Längslenkern, die vom Zweisitzer Z1 übernommen wurde.
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Zudem verfügt die neue Motorengeneration über ein Kurbelgehäuse aus Leichtmetall.
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In Verbindung mit weiteren Leichtbaumaßnahmen sinkt dadurch das Motorgewicht auf der Vorderachse gegenüber dem M50-Motordes 325i um 31 auf 163 Kilogramm.
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Neun von zehn E36-Cabrios wurden scheinbar in Polarschwarzmetallic ausgeliefert. Offene schwarze Viersitzer waren eben in den 90er-Jahren besonders angesagt.
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Leider kann die Lackqualität nach fast 200.000 Kilometern Laufleistung nicht mehr überzeugen. Die Felgen sehen allerdings tadellos aus.
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Der tägliche Einsatz des Cabrios durch den letzten Vorbesitzer auch bei Wind und Wetter hat deutliche Spuren hinterlassen.
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Dass die originalen gelben Blinkergläser von einem Vorbesitzer mal gegen weiße aus dem Zubehörprogramm ausgetauscht wurden, stört dagegen kaum.
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Das Design ist der perfekte Mix aus Klassik und Moderne.
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Dank des guten Drehmoments lässt sich der Dreier nicht nur sportlich bewegen, man kann mit ihm genauso gut schaltfaul über die Landstraße cruisen.
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Das Verdeck muss manuell umgelegt werden, weil die elektrohydraulische Verdeckautomatik nach den Reparaturen noch nicht wieder in Gang gesetzt wurde.
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Anfallende Reparaturen hat der letzte Vorbesitzer durch einen privaten Schrauber erledigen lassen.
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Somit endet die nachvollziehbare Servicehistorie des Autos bei etwa 100.000 Kilometern.
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Wer ein gutes, scheckheftgepflegtes Auto sucht, muss auf jeden Fall mehr Geld ausgeben.