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BMW M LMDh (2023): Dallara-Chassis und V8-Hybrid

BMW M LMDh (2023) Dallara-Chassis und V8-Hybrid

Nach über 20 Jahren Pause kehrt BMW mit einem LMDh-Projekt in den Prototypen-Sport zurück. Ab 2023 starten die Münchner mit dem Team RLL in der amerikanischen IMSA SportsCar Championship, die traditionell mit den 24 Stunden von Daytona beginnt. Ob man auch in Le Mans antritt, lassen die Bayern momentan noch offen.

Weitere gute Nachrichten für den Prototypen-Motorsport: Nach Audi und Porsche kehrt mit BMW bereits die dritte deutsche Marke in die Szene zurück. Am 11.06.2021 hat der bayerische Hersteller ein eigenes LMDh-Projekt ab dem Jahr 2023 bestätigt, im November zeigten die Münchner erste Skizzen und konkretisierten: Das BMW Team RLL, mit dem BMW M Motorsport seit 2009 in Nordamerika zusammenarbeitet, wird ab 2023 die beiden LMDh-Prototypen einsetzen. Das erste Rennen sollen die 24 Stunden von Daytona sein, die zur nordamerikanischen IMSA Sports Car Championship gehören. Ein weiteres großes Highlight der IMSA-Serie ist das 12-Stunden-Rennen auf dem Sebring International Raceway, das BMW zuletzt im Jahr 1999 in der Top-Klasse gewann – im selben Jahr wie die 24 Stunden von Le Mans.

Über einen Einsatz in Le Mans wollte sich BMW allerdings noch nicht äußern. Die Ankündigung bestätigt jedoch die Vermutung, dass BMW Nordamerika eine treibende Kraft hinter dem neuen Projekt ist. Nach dem Ausstieg aus der DTM und dem baldigen Ende des Formel-E-Engagements hat BMW somit wieder ein echtes großes Werks-Programm in seinem Portfolio.

Neue Top-Kategorie

Bei den LMDh-Autos handelt es sich um ein Prototypen-Konzept nach amerikanischem Vorbild, das Herstellern ermöglicht, ein LMP2-Chassis mit einem eigenen Motor und einem eigenen Design zu verbinden. Äußerungen von Ex-BMW-M-Chef Markus Flasch in einem Interview mit auto motor und sport legen nahe, dass der Verbrenner ein V8 sein wird. Zudem wird ein einheitliches Hybridsystem vorgeschrieben. Dieses Chassis wird vom Spezialisten Dallara entwickelt und aufgebaut; exklusiv für BMW stellen die Italiener eigens ein Ingenieur-Team zusammen. Der Rollout wird im kommenden Jahr auf dem Kurs in Varano stattfinden.

Im Gegensatz zu den schon ab diesem Jahr in der Sportwagen-Weltmeisterschaft FIA WEC eingesetzten Hypercars sollen mit diesem Konzept Kosten gespart werden, was die LMDh auch für Kundenteams attraktiv macht. Hypercars wie der Toyota GR010 Hybrid bieten hingegen mehr Freiheiten bei den Chassis und dem Hybridsystem. Die Systemleistung beider Klassen soll bei 500 kW, also 680 PS, liegen. Ab 2023 werden sie in der Sportwagen-WM gegeneinander antreten.

Toyota GR010 Hybrid - Hypercar - Rennwagen - WEC - Sportwagen-WM
Toyota
Schon ab diesem Jahr treten Hypercars von Toyota in der Sportwagen-Weltmeisterschaft FIA WEC an. 2023 werden sie sich mit LMDh-Prototypen nach amerikanischem Vorbild duellieren.

In den letzten Monaten erlebte die Prototypen-Szene dank der beiden neuen Konzepte einen riesigen Boom. Sowohl bei den Hypercars als auch in der LMDh haben sich diverse Hersteller angekündigt. Neben den bereits für die FIA WEC genannten Hypercars von Toyota und Glickenhaus folgen bald die prestigeträchtigen Namen Peugeot (2022) und Ferrari (2023).

Auf Seiten der LMDh haben sich Acura (Hondas Nobel- und Sportmarke), Audi, Cadillac und Porsche zu Programmen bekannt. Außerdem halten sich starke Gerüchte um Lamborghini.

Eines ist also schon jetzt klar: BMW wird sowohl in Amerika als auch in der Weltmeisterschaft auf starke Konkurrenz treffen. Um so wichtiger dürfte eine bewährte Kooperation sein. Mike Krack, Leiter BMW M Motorsport, sagte im November 2021: "Das BMW Team RLL ist der ideale Partner für unser LMDh-Projekt. BMW M Motorsport arbeitet seit 2009 sehr erfolgreich mit Bobby Rahal und seiner Crew zusammen. In dieser Zeit haben wir alle gemeinsam die IMSA-Serie bestens kennengelernt und große Siege gefeiert. Nun ab 2023 in der höchsten Klasse anzutreten und um Gesamtsiege zu fahren, ist aus unserer Sicht der nächste logische Schritt. Wenn man mit einem neuen Rennfahrzeug antritt, ist es ein großer Vorteil, bereits genau zu wissen, was einen in der Rennserie, auf den Strecken und in Sachen Organisation erwartet. Das ist in der Konstellation, für die wir uns entschieden haben, zu einhundert Prozent der Fall. Das gilt auch für die fantastische Unterstützung durch BMW of North America, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Dazu kommt, dass das BMW Team RLL nicht nur im GT-Sport, sondern auch im Formelsport zu den besten Teams Nordamerikas zählt. Es sind also alle Zutaten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit vorhanden."

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