BMW M V8 Hybrid - LMDh - Prototyp - Rennwagen BMW
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BMW M Hybrid V8 (2023): LMDh mit DTM-Rennmotor

BMW M Hybrid V8 (2023) LMDh-Prototyp mit DTM-V8-Motor

BMW kehrt nach einer Pause von mehr als 20 Jahren in den Prototypen-Rennsport zurück. Ab 2023 starten die Münchner mit einem LMDh-Rennwagen in der amerikanischen IMSA SportsCar Championship. 2024 könnte BMW dann mit dem M Hybrid V8 auch in Le Mans antreten.

Die Rückkehr von BMW in den Prototypen-Rennsport nimmt Fahrt auf. Am Montag (6.6.) präsentierte der Münchner Automobilhersteller erstmals seinen neuen Rennwagen, der auf den Namen "M Hybrid V8" hört. Mit dem fast 700 PS starken Prototypen tritt BMW ab nächstem Jahr in der US-amerikanischen IMSA-Rennserie an.

Der M Hybrid V8 basiert auf dem kostengünstigen LMDh-Reglement, und ist schon auf den ersten Blick direkt als BMW auszumachen. Dafür spendieren ihm die Designer die typische Niere, die wie bei den Serienfahrzeugen groß ausfällt, beim Rennwagen jedoch flacher liegt und in die Breite gezogen wird.

BMW M V8 Hybrid - LMDh - Prototyp - Rennwagen
BMW
Mit der großen Niere gibt sich der M V8 Hybrid als BMW zu erkennen.

LMDh-Auto als BMW auszumachen

Seitlich der durchströmten Niere sind zwei Öffnungen in den Vorderbau gestanzt. Unterhalb macht sich ein Splitter breit, der für Anpressdruck an der Vorderachse sorgt. Auf dem Vorderbau lässt BMW das 50-Jahre-Logo zum Jubiläum der M GmbH ein. Die Radhäuser werden auf der Oberseite entlüftet. Im Anschluss sind aerodynamisch geformte Spiegel zu sehen.

Weitere Merkmale sind der Dachschnorchel, das vertikale "Segel" auf der Motorhaube und der Hofmeister-Knick. Scheinwerfer und Rückleuchten gehören zu den typischen BMW-Designelementen. Die Camouflage-Lackierung wird der BMW M V8 Hybrid auch bei den Testfahrten tragen. Die Münchner wollen damit an ihre rund fünf Jahrzehnte währende Rennsportgeschichte in den USA erinnern.

Dazu heißt es: "Die Umrisse historischer Rennfahrzeuge – des 1975 BMW 3.0 CSL, des 1981 BMW M1/C, des 1978 BMW 320i Turbo, des 1986 BMW GTP, des BMW M3 E36 GTS-2, des BMW Z4 GTLM und des BMW M8 GTE – bilden ein Mosaik, das die genauen Umrisse des BMW M Hybrid V8 während der Testphase noch etwas verschleiert."

V8 aus DTM-Zeiten – mit Turbo

Der Look soll gleichzeitig "eine dynamische hybrid-elektrische Zukunft definieren". Das bringt uns zum Herzstück des Rennwagens. Der BMW-Motor für das neue LMDh-Auto hat acht Zylinder, zwei Turbolader und einen Hubraum von vier Litern. Es handelt sich dabei allerdings nicht um den Motor aus dem alten BMW M8 GTE, mit dem der Hersteller bis einschließlich 2019 in Le Mans fuhr, sondern um das alte DTM-Triebwerk (P66), das BMW auf Turbo-Technik umrüstet.

Mit dieser Entscheidung befindet sich der M Hybrid V8 in bester Gesellschaft. Andere Hersteller wie etwa Porsche setzen ebenfalls auf viel Hubraum, viele Zylinder und Biturboaufladung. Hintergrund: So sollte man alle denkbaren Leistungen abdecken können, die über die Konvergenz und Balance of Performance in der neuen Topklasse eingespielt werden könnten.

Sowohl in der IMSA als auch in der Sportwagen-WM (WEC) mischen sich in der Topklasse Hypercars und LMDh-Autos, die von der Performance unter einen Hut gebracht werden müssen. Bei den LMDh-Autos handelt es sich um ein Prototypen-Konzept nach amerikanischem Vorbild, das Herstellern ermöglicht, ein LMP2-Chassis mit einem eigenen Motor und einem eigenen Design zu verbinden.

BMW M V8 Hybrid - LMDh - Prototyp - Rennwagen
BMW
BMW will mit seinem LMDh-Auto um Siege bei den Klassikern in Daytona, Sebring und vermutlich Le Mans kämpfen.

BMW-Comeback in Le Mans?

Zudem wird ein einheitliches Hybridsystem vorgeschrieben. Dieses Chassis wird vom Spezialisten Dallara entwickelt und aufgebaut; exklusiv für BMW stellen die Italiener eigens ein Ingenieurs-Team zusammen. Die Systemleistung beider Klassen soll bei 500 kW, also 680 PS, liegen.

Den Rollout des M Hybrid V8 plant BMW für den 25. Juli. Bereits im August soll dann der erste richtige Test anstehen – vermutlich in Spanien oder in Portugal. Das erste Rennen sollen die 24 Stunden von Daytona 2023 sein, die zur nordamerikanischen IMSA Sports Car Championship gehören.

Ein weiteres großes Highlight der IMSA-Serie ist das 12-Stunden-Rennen auf dem Sebring International Raceway, das BMW zuletzt im Jahr 1999 in der Top-Klasse gewann – im selben Jahr wie die 24 Stunden von Le Mans. Eine Rückkehr an die Sarthe könnte BMW für 2024 anstreben. Dort würden sich die Münchner dann mit Ferrari, Porsche, Toyota, Peugeot, Acura und Co. messen.

Nach dem Ausstieg aus der DTM und dem werksseitigen Ende des Formel-E-Engagements hat BMW jedenfalls wieder ein echtes großes Werks-Programm in seinem Portfolio. Das BMW Team RLL, mit dem BMW M Motorsport seit 2009 in Nordamerika zusammenarbeitet, setzt ab 2023 die beiden LMDh-Prototypen ein. Als Einsatzteam für Le Mans böte sich nach dem Rückzug Audis die belgische Erfolgsmannschaft von WRT an. Eine Entscheidung darüber fällt aber erst 2023.

Ein Comeback an der Sarthe würde für BMW durchaus Sinn ergeben. Die Bayern können ihr Auto sowohl in den USA als auch in Europa an den Start schicken. Somit wäre Le Mans als eines der größten Rennen der Welt eine attraktive Werbeplattform für den Hersteller. Im Jahr 2024 jährt sich zudem zum 25. Mal der letzte und einzige Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, als der legendäre V12 LMR triumphierte. Klingt nach einer runden Sache.

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