Ford baut WEC-Hypercar: Diese Tricks machen den Mustang-V8 zum Rennmotor

Ford tritt in der WEC mit getuntem Coyote-V8 an
Diese Tricks machen den Mustang-V8 zum Rennmotor

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Ford greift wieder in den Topligen des Motorsports an. Nicht nur in der Formel 1, wo die Amerikaner ab der kommenden Saison versuchen, zusammen mit dem Red-Bull-Team an frühere Erfolge anzuknüpfen. Auch in die höchste Liga des internationalen Langstreckensports wird Ford zurückkehren. Ab 2027 soll ein nach LMDh-Reglement aufgebautes Hypercar um Siege kämpfen – unter anderem beim legendären 24-Stunden-Klassiker in Le Mans.

LMDh-Rennwagen mit V8-Motor

Erste Informationen dazu hat Ford Donnerstagnacht (15.1.) bei seinem großen Motorsport-Auftakt-Event für die Saison 2026 veröffentlicht. Dabei ging es auch um den Motor des neuen Le-Mans-Hypercars, bei dem es sich – typisch amerikanisch – um einen V8-Saugmotor handeln wird. Die Besonderheit dabei: Ford entwickelt hier nicht etwa von Grund auf einen waschechten Rennmotor, sondern baut das Triebwerk auf einem Serienaggregat auf – dem Coyote-V8.

Kenner wissen: Hierbei handelt es sich um den Achtzylinder, der im Pony-Car-Klassiker Mustang eingesetzt wird. In der Serienspezifikation verfügt der Motor über fünf Liter Hubraum und liefert entweder 487 PS und höchstens 567 Newtonmeter (Mustang GT) oder gar 507 PS bei identischem maximalem Drehmoment (Mustang Dark Horse). In der GT3-Rennversion wächst der Hubraum auf 5,4 Liter. Diesen Motor baut das aus der Rallye-Szene bekannte englische Team M-Sport auf.

Das WEC-Triebwerk wird zwar den identischen Motorblock und damit auch Hubraum aufweisen, aber darüber hinaus komplett überarbeitet. Der "reinrassige Rennmotor" werde in weiten Teilen über "maßgeschneiderte Komponenten" verfügen, sagt Dan Sayers, der Leiter des Ford-Hypercar-Programms, dem US-Magazin "Road & Track" zufolge. Diese Maßnahmen zielen insbesondere darauf ab, das Gewicht des Motors gering zu halten.

Sauger ist "die naheliegende Wahl"

Neben Cadillac wird Ford der einzige Hersteller sein, der mit einem Saugmotor in der LMDh-Klasse antritt. Dieses Layout sei laut Sayers "die naheliegende Wahl", da man mit dessen Einfachheit in der GT3-Klasse bereits gute Erfahrungen gemacht habe. Obendrein sei Ford damit vertraut, wie man die Drehmomentsteuerung und die entsprechende Sensorik handhaben müsse.

Sayers legt zudem Wert darauf, zu betonen, dass Ford den Motor vollständig "in-house" entwickle. Zudem arbeite sein Team in enger Abstimmung mit jener Truppe, die mitverantwortlich für den Formel-1-Antriebsstrang ist. Diese soll vor allem dabei helfen, den V8 perfekt an die vom Reglement geforderten Hybridkomponenten anzupassen.

Logan Sargeant verstärkt Fahrerteam

Beim eingangs erwähnten Event gab Ford auch die ersten drei Fahrer seines WEC-Line-ups bekannt. Der Bekannteste aus dem Trio ist sicherlich Logan Sargeant, der zwischen 2022 und 2024 für Williams in der Formel 1 fuhr.

Aus deutscher Sicht ist die Verpflichtung von Mike Rockenfeller interessant. Der Rennveteran war schon DTM-Champion, hat bereits die 24-Stunden-Rennen in Daytona und Le Mans gewonnen und steigt aus Fords GT3-Programm in die WEC-Truppe auf. Gleiches gilt für Sebastian Priaulx, Sohn des mehrfachen Tourenwagen-Weltmeisters Andy Priaulx.

Davon abgesehen, dass das Chassis des Ford-WEC-Hypercars in Zusammenarbeit mit den Langstrecken-Spezialisten von Oreca entwickelt wird, ist darüber hinaus noch wenig über das Auto und die Details des Programms bekannt. Der Motor soll noch im Januar 2026 erstmals zum Laufen gebracht werden, während für das dritte Quartal die ersten Testfahrten des Rennwagens anberaumt sind. Sein erstes Rennen wird der Bolide dann voraussichtlich beim WEC-Saisonauftakt 2027 bestreiten, das wahrscheinlich Ende März in Katar stattfinden wird.

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