Sensorflächen und andere berührungsempfindliche Bedienelemente sind nicht jedermanns Sache. Kritik über mögliche Fehlbedienungen der teilweise überempfindlichen Flächen lassen viele Autohersteller zu klassischen Tasten und Schaltern zurückkehren. Auch der italienische Sportwagenbauer Ferrari macht jetzt diesen Kehrtschwenk mit. In neuen Amalfi (siehe Aufmacherbild) setzt Ferrari bereits wieder auch echte Tasten am Lenkrad. Auch für ältere Modelle ist Abhilfe in Sicht.
Lenkrad-Mittelteil wird getauscht
Bereits im Vorjahr hatten die Italiener angekündigt, für ältere Modelle eine Nachrüstlösung anzubieten. Jetzt ist diese verfügbar. Getauscht wird dabei nicht das komplette Volant, sondern nur der Mittelteil mit den Bedienelementen. Hier ersetzt ein Modul mit physischen Tasten die haptischen Bedienelemente. Nach dem Umbau muss die neue Bedieneinheit nur noch von der Bordelektronik angelernt werden. Wer noch weiter einen Kritikpunkt sucht: Der Start/Stopp-Schalter bleibt weiterhin berührungsempfindlich. Zu einem echten Knopf konnte sich Ferrari hier offensichtlich dann doch nicht durchringen. Für die Nachrüstung muss der eigene Sportwagen nicht zu Ferrari zurück, eine Fahrt zum autorisierten Händler reicht.

Bei der Nachrüstlösung wird lediglich das Lenkrad-Mittelteil getauscht.
Nach Angaben ist das neue Bedienteil unter anderem für den Purosangue, den SF90, den 12Cilindri, den Roma oder den 296 GTB verfügbar. Einen Preis für die Umrüstung nennt Ferrari nicht, der dürfte für Ferrari-Kunden aber auch nicht wirklich relevant sein.
Die Touch-Bedienelemente hatte Ferrari mit dem SF90 eingeführt. Man wollte die Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit von Smartphone-Touchscreens, auf das Bedienkonzept des Lenkrads des seinerzeit leistungsstärksten Modell übertragen. Nicht bei allen Kunden kam diese Philosophie gut an. "Unsere Philosophie lautet immer: ‚Hände ans Lenkrad, Augen auf die Straße‘", sagte Enrico Galliera, Marketing- und Vertriebschef von Ferrari, gegenüber der US-Website Carscoops. "Wir stellten jedoch fest, dass die Fahrer zu viel Zeit damit verbrachten, gleichzeitig das Lenkrad im Blick zu behalten. Wir haben auf unsere Kunden gehört." Man wolle die Touch-Strategie aber nicht völlig aufgeben, sie aber sie auf Basis von Feedback aus der Praxis anpassen.
Zuletzt hatte sich Ferrari viel Kritik für das innovative Cockpit für den kommenden Elektrosportwagen Luce anhören müssen. Dort finden sich zwar bereits zahlreiche physische Tasten und Schalter, aber eben auch zahlreiche Bildschirme.





