Der finale Prototyp des 355 by Evoluto legte inzwischen rund 5.000 Meilen (8.047 Kilometer) auf der Rennstrecke zurück und der Motor 10.000 Meilen (16.093 Kilometer) auf dem Prüfstand. Momentan läuft die Dauererprobung. Hier soll der Sportwagen bis zu 20.000 Meilen (32.186 Kilometer) weit fahren. Somit ist das Projekt nun kein Einzelumbau mehr. Es soll eine Kleinserie mit 55 Exemplaren entstehen. Erste Auslieferungen sollen im vierten Quartal des Jahres folgen. Preise nennt der Hersteller noch nicht.
Von außen fast der Alte
Optisch bleibt die Nähe zum Original bewusst erhalten. Doch unter der Karosserie steckt kaum noch F355 -Serientechnik. Die Karosserie besteht aus Carbon, das Chassis wurde strukturell überarbeitet und an zahlreichen Punkten verstärkt. Entscheidender ist jedoch die neue Fahrwerksgeometrie: Die Spur wächst vorn um 77 Millimeter, hinten um 66 Millimeter, was das Fahrverhalten optimieren soll. Der Sportwagen soll sich bei hohen Geschwindigkeiten besser stabilisieren.
Evoluto konstruiert Querlenker, Radträger, Radlager und Antriebswellen neu. Die Hardpoints – also die geometrischen Drehpunkte der Radaufhängung – wandern an neue Positionen. Ziel ist ein optimierter Lenkrollhalbmesser und mehr Nachlauf über den gesamten Federweg. Die neuen Radlagereinheiten sparen pro Exemplar über ein Kilogramm Gewicht. Zusätzlich baut der Hersteller neue Antriebswellen. Motorsport-Gleichlaufgelenke und Wellen aus hochfestem 300M-Stahl sollen das Gewicht weiter drücken.
Im Bereich der Fahrwerkskomponenten arbeitet Evoluto außerdem mit R53 Suspension zusammen. Für den F355 gibt es dreifach einstellbare Dämpfer, die sonst im Motorsport zum Einsatz kommen. Die Lenkung erhält ein schnelleres Lenkgetriebe. Statt 3,25 Umdrehungen sollen es jetzt nur noch zwei Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag sein. In Kombination mit einer neuen elektrohydraulischen Servolenkung soll ein direkteres Lenkgefühl entstehen.
Zwei Motoren, eine Philosophie
Zu Beginn des Projekts war noch die Rede von 426 PS. Inzwischen differenziert Evoluto klar zwischen zwei Motorprogrammen. Basis bleibt ein 3,5-Liter-V8. Er leistet 420 PS bei 8.000/min und maximal 370 Nm Drehmoment. Der Motor bekommt überarbeitete Zylinderköpfe, neue Nockenwellen und eine Edelstahl-Abgasanlage.
Darüber rangiert eine 3,7-Liter-Variante. 480 PS bei 9.000/min und höchstens 400 Nm markieren hier die Spitze. Mehr Hubraum, aggressivere Nockenprofile und verstärkte Komponenten sollen die Drehfreude optimieren. Beide Aggregate bleiben frei saugend. Evoluto nennt das "Peak Analogue": Leistung nicht über Ladedruck, sondern über Drehzahl, Mechanik und Gasannahme.
Der Innenraum bleibt analog
Das Interieur ist vollständig neu konstruiert und inzwischen serienreif ausgearbeitet. Ultraleichte Carbon-Strukturen erhöhen die Steifigkeit und senken das Gewicht. Anders als viele moderne Sportwagen ersetzt Evoluto keine Schalter durch Touchscreens. Gefräste Metallregler, analoge Instrumente und klassische Drehknöpfe dominieren. Gleichzeitig modernisiert eine neue Elektronik-Architektur das Fahrzeug. Rund 90 Prozent des Kabelbaums entstehen neu. Das Klimasystem arbeitet ebenfalls elektrisch.





