Gleichzeitig wird die Softwarearchitektur neu aufgestellt und stärker in den Mittelpunkt gerückt. Auch Design und Innenraum werden in mehreren Details angepasst.
Der GLS bleibt als Siebensitzer ausgelegt und positioniert sich weiterhin als größter SUV im Pkw-Portfolio der Marke. Die Änderungen zielen vor allem auf mehr Effizienz, erweiterten Komfort und eine stärkere Digitalisierung im Alltagseinsatz.
Mercedes reagiert damit auf veränderte Anforderungen im Markt. Neben strengeren Emissionsvorgaben spielen vor allem Software, Vernetzung und Assistenzfunktionen eine wachsende Rolle. Der GLS bleibt dabei ein Modell mit Fokus auf Raumangebot, Komfort und Langstreckentauglichkeit.
Neues Exterieur mit zahlreichen Details
Die Überarbeitung des Exterieurs konzentriert sich auf prägnante Details. Der Kühlergrill wächst in der Fläche und wird stärker strukturiert. Chrom-Elemente und eine neue Gestaltung der Streben verändern die optische Wirkung der Front. Ein wesentliches Merkmal ist der aufrecht stehende Stern auf der Motorhaube. Dieses Element war bisher vor allem Limousinen vorbehalten und wird nun auch im GLS eingesetzt. In bestimmten Märkten kann der Stern beleuchtet sein, was je nach Zulassungsvorschriften variiert.
Die Scheinwerfer basieren auf einer neuen Generation der Digital Light Technologie. Diese nutzt Mikro-LEDs und ermöglicht eine feinere Lichtverteilung. Das Lichtfeld wächst laut Hersteller um rund vierzig Prozent, während der Energiebedarf um bis zu fünfzig Prozent sinken kann. Zusätzlich sind Funktionen wie adaptive Fernlichtsteuerung, Kurvenlicht sowie Projektionen von Symbolen oder Fahrhinweisen auf die Straße möglich. Am Heck verbindet ein durchgehendes Designelement die Rückleuchten und betont die Fahrzeugbreite. Neue Lackfarben und zusätzliche Radgrößen bis 22 Zoll erweitern die Konfigurationsmöglichkeiten.
GLS-Interieur mit neuem Ambiente
Der Innenraum bleibt auf maximale Variabilität ausgelegt. Der GLS ist weiterhin serienmäßig als Siebensitzer konzipiert. Alle drei Sitzreihen lassen sich elektrisch verstellen, die dritte Reihe ist für Personen bis 1,94 Meter ausgelegt und bietet eigene Komfortfunktionen wie Sitzheizung und USB-Anschlüsse. Die Sitzanlage lässt sich flexibel anpassen. Die dritte Reihe kann vollständig im Fahrzeugboden versenkt werden, während sich die zweite Reihe flach umlegen lässt. Dadurch entsteht ein Ladevolumen von bis zu 2.400 Litern. Zusätzlich kann die Ladekante per Knopfdruck abgesenkt werden, um das Beladen zu erleichtern.
Materialien und Gestaltung werden gezielt erweitert. Neue Farbkombinationen ergänzen die bisherigen Varianten. Hinzu kommen zusätzliche Zierelemente aus offenporigem Holz oder Aluminium. Die Lüftungsdüsen werden teilweise neu gestaltet und stärker in die Ambientebeleuchtung integriert. Im Fond wird der GLS stärker als eigenständiger Komfortbereich ausgelegt. Neben zwei Bildschirmen stehen neue, herausnehmbare Bedienelemente zur Verfügung. Darüber lassen sich sowohl Entertainmentfunktionen als auch Klimatisierung, Sitzverstellung und weitere Fahrzeugfunktionen steuern.
Ergänzt wird das Angebot durch Komfortfunktionen wie Multikontursitze mit Massage, eine erweiterte Sitzklimatisierung sowie ein Luftfiltersystem, das Partikel und Schadstoffe aus der Innenraumluft reduziert.
Antrieb: Mercedes überarbeitet die Motoren
Die Motorenpalette wird technisch überarbeitet und umfasst weiterhin Reihen-Sechszylinder sowie einen V8 im Spitzenmodell. Alle Varianten sind mit einem 48-Volt-System ausgestattet, das über einen integrierten Startergenerator zusätzliche Leistung bereitstellt und Funktionen wie Rekuperation oder Segeln ermöglicht.
Das Topmodell GLS 580 4-Matic erreicht eine Leistung von 537 PS. Das maximale Drehmoment von 750 Newtonmetern liegt über einen breiten Drehzahlbereich an. Im Vergleich zum Vorgänger wird das Ansprechverhalten des Motors verbessert und die Leistungsentfaltung gleichmäßiger gestaltet. Der Sechszylinder-Benziner im GLS 450 erhält ein höheres Drehmoment, insbesondere im Teillastbereich. Technische Anpassungen betreffen unter anderem den Zylinderkopf, die Luftführung sowie die Aufladung.
Die Dieselmodelle GLS 350d und GLS 450d werden ebenfalls überarbeitet. Sie verfügen nun über einen elektrischen Heizkatalysator, der die Abgasnachbehandlung schneller auf Betriebstemperatur bringt. Zusätzlich kommen reibungsoptimierte Bauteile und gewichtsreduzierte Komponenten zum Einsatz, um Effizienz und Laufkultur zu verbessern.
Fahrwerk und Allrad
Der GLS nutzt weiterhin den variablen Allradantrieb 4-Matic. Die Kraftverteilung erfolgt stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse und wird kontinuierlich an Fahrsituation und Untergrund angepasst.
Die serienmäßige Luftfederung Airmatic hält das Fahrzeugniveau konstant und passt die Dämpfung automatisch an. Sie wurde straffer abgestimmt, ohne den Komfortanspruch aufzugeben. Optional ist das System E-Active Body Control erhältlich. Dieses kann die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad einzeln regulieren und gleicht Nick-, Wank- und Hubbewegungen aus. Die Sensorik erfasst die Fahrsituation bis zu 1.000 Mal pro Sekunde.
Neu ist die Einbindung von Car-to-X-Daten. Das Fahrzeug kann Informationen anderer Fahrzeuge nutzen und die Dämpfung bereits vor Fahrbahnunebenheiten anpassen. Ergänzend stehen Funktionen wie Einzelradsteuerung im Gelände oder ein Freifahrmodus zur Verfügung, der das Fahrzeug bei schwierigen Untergründen unterstützt.
Digitalisierung und Bedienung
Mit MB.OS führt Mercedes-Benz eine neue Softwareplattform ein. Sie steuert zentrale Fahrzeugfunktionen und ermöglicht Updates über die gesamte Nutzungsdauer. Dadurch können neue Funktionen nachträglich integriert werden.
Das Cockpit wird von einem großflächigen Displayverbund geprägt. Unter einer gemeinsamen Glasfläche befinden sich drei Bildschirme mit jeweils 31,2 Zentimetern Diagonale. Ergänzt wird das System durch zusätzliche Displays im Fond. Der Sprachassistent wurde weiterentwickelt und kann komplexe Dialoge verarbeiten. Er greift auf Online-Daten zu und passt sich an individuelle Nutzungsgewohnheiten an. Verschiedene Darstellungsformen des Assistenten sollen die Interaktion visuell unterstützen.
Die Navigation kombiniert Kartendaten von Google mit der eigenen Benutzeroberfläche. Ergänzend stehen Funktionen wie Augmented Reality zur Verfügung, bei denen Navigationshinweise direkt in das Kamerabild eingeblendet werden. Auch ein Head-up-Display kann diese Informationen scheinbar auf die Fahrbahn projizieren.
Assistenzsysteme
Die Assistenzsysteme werden umfassend erweitert. Der GLS nutzt mehrere Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren, um die Umgebung zu erfassen. Zu den Funktionen zählen unter anderem Abstandsregelung, Spurführung und automatische Parksysteme. Das Fahrzeug erkennt Parklücken frühzeitig und kann Einparkvorgänge automatisiert durchführen. Die Geschwindigkeit beim automatischen Einparken steigt auf bis zu fünf Kilometer pro Stunde.
Zusätzlich stehen Funktionen wie eine Rückwärtsfahrhilfe zur Verfügung, die zuvor gefahrene Streckenabschnitte automatisiert zurückfahren kann. Erweiterte Kamerasysteme liefern dabei eine Rundumsicht des Fahrzeugs.





