Sparmeister - Kompaktklasse Hans-Dieter Seufert
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Diesel: Mit kleinen Tricks zu grossem Sparpotenzial

Kompakte mit Diesel Mit kleinen Tricks zu grossem Sparpotenzial

Bei den Spar-Weltmeistern in der Kompaktklasse treten an: Audi A3 1.6 TDIe, BMW 116d, Hyundai i30 cw, Mercedes A 160, Volvo C30 1.6 D, VW Golf 1.6 TDI. Weitere Infos zu den Modellen:


Audi A3 1.6 TDIe:

Das Start-Stopp-System des A3 TDI könnte man auch als Komfort-Extra verstehen: Beim Anfahren stirbt der 1,6-Liter extrem leicht ab, dank Start-Stopp startet er gleich wieder, falls es der linke Fuß rechtzeitig auf die Kupplung geschafft hat. Wenn der Common-Rail-Diesel mal läuft, zieht er ab 1.200/min so kräftig und homogen, dass die Schaltanzeige früh den nächsten der fünf präzise rastenden und lang übersetzten Gänge fordert. Trotz Spartricks wie Leichtlaufreifen, Lichtmaschinenmanagement und Aerodynamik-Tuning schafft es der A3 nicht in die Spitzengruppe.

Plus: Sparsamer und durchzugsstarker Common-Rail-Diesel, Start-Stopp-System serienmäßig, gute Fahrleistungen, sichere Fahreigenschaften.

Minus: Ausgeprägte Anfahrschwäche, hoher Preis, geringes Platzangebot im Fond, straffe Federung.


BMW 116d:

Efficient und Dynamics? Weder noch: Der mit zwei Liter Hubraum vergleichsweise großvolumige Diesel kostet den 116d Effizienz und sorgt nur für gedrosselte Dynamik. Die 115-PS-Variante des aus 118d und 120d bekannten Antriebs wirkt trotz guter Fahrleistungen träge und zäh. Deswegen muss auf der Autobahn selbst bei bedachter Fahrweise oft aus dem langen sechsten Gang zurückgeschaltet werden. Über Land und auf der Normrunde wirken die Sparmaßnahmen wie die intelligente Lichtmaschinenregelung und das gute Start-Stopp-System besser.

Plus: Agiles Fahrverhalten, präzise Lenkung, gute Fahrleistungen, sichere Fahreigenschaften, bequeme Sitze.

Minus: Zäher Zweiliter-Turbodiesel mit eingeschränktem Sparpotenzial, geringes Platzangebot, für Langstrecken zu straffe Federungsabstimmung.


Hyundai i30 cw:

Jetzt bekommt der kompakte Koreaner auch als Diesel eine gut funktionierende Start-Stopp-Automatik. Die war bisher den Benzinern vorbehalten und senkte deren Normverbrauch um bis zu 0,5 L/100 km. Beim 1.6 CRDi Blue kostet das System ebenfalls 270 Euro Aufpreis, spart nur 0,1 L/100 km und ist die einzige Spritsparmaßnahme. Statt eines auf den Normverbrauch optimierten Fünfganggetriebes kommt der i30 mit einer Sechsgangbox. Der lange sechste Gang passt aber auf der Autobahn oft nicht, der fünfte steigert den Verbrauch.

Plus: Kräftiger und durchzugsstarker Dieselmotor, gutes Platzangebot, umfangreiche Serienausstattung.

Minus: Nur geringer Minderverbrauch durch Start-Stopp, kleiner Standardkofferraum, straffe Federung, 270 Euro Aufpreis für Start-Stopp-System.

Mercedes A 160:

Mit dem Sparen darf man es im A 160 CDI nicht eilig haben. Der nagelige Zweiliter-Diesel bewegt den Fahrer mit der Lethargie der alten Selbstzünder-Tage. Immerhin hält sich der CDI nicht nur beim Temperament, sondern auch beim Verbrauch zurück - obwohl der Blue-Efficiency-Diesel anders als die Benziner auf eine Start-Stopp-Automatik verzichtet. Optimierte Aerodynamik und rollwiderstandsarme Reifen mindern den Verbrauch auf Normrunde und Landstraße. Auf der Autobahn dagegen muss der Selbstzünder alles geben, um mitzukommen.

Plus: Gutes Raumangebot, hohe Variabilität, solide Verarbeitung, sichere Fahreigenschaften, kein Aufpreis für Sparmaßnahmen.

Minus: Schwache Fahrleistungen, geringe Durchzugskraft, Lenkung mit wenig Rückmeldung, hoher Preis.


Volvo C30 1.6 D:

Kleine Maßnahmen zeigen beim C30 große Wirkung. Neben rollwiderstandsarmen Reifen und dem Start-Stopp-System, das den Motor dank einer zweiten Batterie auch bei Kälte zuverlässig ab- und anschaltet, profitiert der Volvo von der verbesserten Aerodynamik und der lang übersetzten Fünfgangbox - vor allem auf der Autobahn. Als Einziger verbraucht er dort weniger als über Land. Der 1,6-Liter-Diesel schwächelt nur beim Anfahren, entfaltet die Kraft dann homogen. Muss man Kompromisse für die herausragenden Sparqualitäten eingehen? Man muss nicht.

Plus: Sehr sparsamer, kultivierter und kräftiger Diesel, gut funktionierendes Start-Stopp-System, sichere Fahreigenschaften, gute Sicherheitsausstattung.

VW Golf 1.6 TDI:

Er rollt und rollt und rollt und rollt: Keines der anderen Autos behält seinen Schwung so lange wie der Golf. So kann der Fahrer sehr früh vom Gas und die Massenträgheit ausnutzen. Eine gewisse Trägheit lässt sich auch dem Motor nicht absprechen. Zwar zieht er ab 1.200/min gleichmäßig hoch, davor hat er aber eine ziemliche Anfahrschwäche zu überwinden, und danach bleibt der Drehmoment- Kick früherer TDI aus. Dafür setzt der VW mit Start-Stopp, Leichtlaufrädern, Aero-Hilfen und langer Getriebeübersetzung sein Potenzial in allen Wertungen optimal um.

Plus: Kultivierter Common-Rail-Diesel mit homogener Kraftentfaltung und hohem Sparpotenzial, zuverlässige Start-Stopp-Automatik, sichere Fahreigenschaften.

Minus: Hoher Aufpreis für Blue Motion (1.050 Euro), deutliche Anfahrschwäche, mäßige Durchzugskraft.

Übersicht: Sparmeister in der Kompaktklasse