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Mercedes X-Klasse – Fahrbericht und alle Infos

So fährt der Mercedes Luxus-Pickup

Mercedes X-Klasse Fahrbericht Oktober 2017 Foto: Mercedes 23 Bilder

Ab November startet Mercedes in Deutschland mit der neuen X-Klasse. Der Offroad-Pickup soll mit Luxus und hohem Fahrkomfort punkten. Wie das klappt, haben wir auf einer ersten Testfahrt ermittelt, liefern zusätzlich alle Infos und Preise.

21.10.2017 Torsten Seibt 19 Kommentare Powered by

Zu den einzelnen Kapiteln:

Da ist er also, der Mercedes unter den Pickups. Mit diversen „abgeschossenen“ Erlkönigen und den im Herbst 2016 vorgestellten Studien hatten uns die Schwaben bereits ausführlich auf den ersten Midsize-Pickup der Marke eingestimmt, später wurde in Südafrika alle Tarnung abgelegt und die Eckdaten verkündet. Und nun schließlich die erste Möglichkeit, selbst hinter das Lenkrad zu schlüpfen. Die X-Klasse startet in diesem November mit einem Grundpreis von 37.294 Euro.

Mercedes X-Klasse Fahrbericht Oktober 2017
Pickup mit Luxus-Ambitionen 1:04 Min.

Allgemein bekannt ist, dass Mercedes die technische Basis beim Renault-Nissan-Konzern einkauft, die X-Klasse basiert auf dem Nissan Navara und wird unter anderem auch in dessen europäischem Stammwerk in Barcelona gebaut. Im Gegensatz zu anderen „Badge-Engineering“-Modellen wie dem praktisch baugleichen Duo Mitsubishi L200 und Fiat Fullback hat Mercedes jedoch – nicht zuletzt aus den Erfahrungen mit dem Citan heraus – die Architektur des Nissan Navara komplett ungekrempelt.

Mitfahrt neue Mercedes X-KlassePickup mit SUV-Komfort

X-Klasse mit eigenständigem Design

Die Front wird vom Kühlergrill mit mächtigem Stern und zwei Querrippen dominiert, die Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht-Band fallen größer aus als bei der Studie. Je nach Ausstattungvariante ist die untere Schürze mit einer großen Chromeinfassung geschmückt, in Wagenfarbe lackiert oder aus durchgefärbtem Kunststoff, was robuster wirkt. An das Heck mit den extrem schmalen Hochkantleuchten wird man sich noch gewöhnen müssen, in jedem Fall eine ungewöhnliche Styling-Idee im Pickup-Lager. Mercedes montiert bei jeder X-Klasse einen Heck-Stoßfänger, je nach Variante in Wagenfarbe lackiert oder in Chrom. Später soll eine Variante ohne Stoßfänger folgen, wodurch sich die Heckklappe komplett nach unten schwenken lässt und so die Beladung mit einem Stapler erleichtert.

Mercedes X-Klasse Pickup Foto: Daimler
Drei Ausstattungsvarianten werden zur Auswahl stehen, doch bereits in der Basis bietet Mercedes eine volle Breitseite an Assistenzsystemen.

Beim Fahrwerk hat Mercedes starke Veränderungen zum Nissan Navara vorgenommen. Breitere Spur und eine eigene, für den Straßeneinsatz optimierte Abstimmung sollen gegenüber dem Nissan eine erhebliche Verbesserung bringen. Das ist zu wünschen, denn das Navara-Fahrwerk ist trotz Schraubenfedern rundum ziemlich rustikal und stoßig. Bei Antrieb und Motoren darf hingegen wieder Nissan-Technik ran, zumindest vorerst. Die beiden Varianten des 2,3-Liter Turbodiesel mit Single- und Biturboaufladung (163/190 PS) kennt man aus dem Navara, bei Mercedes firmieren sie unter der Bezeichnung X 220 d und X 250 d. Beide Varianten sind mit Heck- und Allradantrieb verfügbar und kommen serienmäßig mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, der X 250 d wird wahlweise mit Siebengang-Automatik angeboten. Die Allradvarianten haben eine zuschaltbare Geländeuntersetzung und optional eine Hinterachsdifferentialsperre.

Die X-Klasse 350 d kommt erst 2018

Im Gegensatz zum voraussichtlichen Hauptkonkurrenten, dem VW Amarok V6, beginnt Mercedes die Markteinführung dementsprechend von unten. Erst im kommenden Jahr wird der Über-X für Aufsehen sorgen, der dann auch antriebsseitig voll auf Mercedes-Technik setzt. Motorisiert vom Dreiliter-V6-Diesel wird der X 350 d 258 PS und 550 Newtonmeter zur Verfügung stellen und damit der potenteste Midsize-Pickup überhaupt sein. Der X 350 d bekommt serienmäßig die siebenstufige 7G-Tronic-Automatik und ist ausschließlich mit Permanent-Allrad zu haben.

Mercedes X-Klasse Pickup Foto: Daimler
Das Cockpit entspricht fast der 2016 gezeigten Studie und unterscheidet sich völlig vom Nissan Navara. Details kennt man vom GLA.

Besonders viel Arbeit hat man sich bei der Innenraumgestaltung gemacht, bei der kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Vom Navara übernommen wurde lediglich die kleine Schaltereinheit vor dem Ganghebel, in der sich Allradantrieb/Untersetzung, Bergabfahrkontrolle und die Hinterachssperre bedienen lassen. Ansonsten ist alles neu. Das beginnt mit den Türverkleidungen und –griffen und zieht sich weiter über das komplette Armaturenbord, das nun mit einem vollflächigen Mittelteil von Seite zu Seite gezogen ist. Der Dreh-Drück-Steller für das Comand-System ist in der Mittelkonsole integriert, die Instrumente mit runden Schirmen und dem zentralen Info-Display sind wie das Multifunktionslenkrad im aktuellen Mercedes-SUV-Stil gehalten . Viele Details wie die Bedieninsel der Klimasteuerung oder das Design der runden Lüfterdüsen kennt man aus dem Mercedes GLA. Außerdem verspricht Mercedes ein für Pickup-Verhältnisse ungewöhnlich hohes Individualisierungs-Potential mit diversen Farb- und Dekorvariationen.

Mercedes X-Klasse lässt sich per Handy orten

Bei den Assistenz- und Medienoptionen greift Mercedes in die Vollen. Die X-Klasse verfügt bereits über das ab 2018 vorgeschriebene eCall-System und dementsprechend auch die technischen Voraussetzungen für Online-Dienste. Daher lässt sich mit dem optionalen me-connect-System per Smartphone auf das Fahrzeug zugreifen, um beispielsweise den Standort zu ermitteln oder Tankinhalt und Reifendruck zu checken. Neben dem sprachgesteuerten Comand Online bietet Mercedes die aus anderen Baureihen bekannten Audiosysteme 20 USB und 20 CD für die X-Klasse an. Spurhalte-, Verkehrszeichen- und aktiver Brems-Assistent sind ebenso an Bord wie ein Anhänger-Stabilitätsprogramm, Tempomat und LED-Scheinwerfer. Neben der Rückfahrkamera ist gegen Aufpreis auch ein 360-Grad-Kamerasystem mit Birdview-Modus verfügbar.

Mercedes X-Class ConceptPickup-Studie für 2017

Mercedes wird die X-Klasse in drei verschiedenen Ausstattungs-Varianten anbieten, die sich auch äußerlich unterscheiden. Basis ist die X-Klasse Pure mit der dunklen Kunststoffschürze. Darüber rangiert die X-Klasse Progressive, bei der die Schürze in Wagenfarbe lackiert ist. Mit Chrom-Schürze gibt sich schließlich die Top-Ausstattung X-Klasse Power zu erkennen. Der kommende V6 wird ausschließlich in dieser Version angeboten. Außerdem will Mercedes bereits zum Verkaufsbeginn ein Pickup-typisches Zubehörprogramm wie ein Hardtop und Ladeflächencover oder Offroad-Zubehör anbieten.

Pickup Neuzulassungen 2016Die beliebtesten Modelle Deutschlands

Mercedes X-Klasse: Preise ab 37.294 Euro

Die Markteinführung der X-Klasse erfolgt zunächst im November 2017 für Deutschland, danach folgen Anfang 2018 Südafrika und Australien sowie Anfang 2019 Argentinien und Brasilien. Auf den Exportmärkten wird auch ein Benzinmotor mit 165 PS zum Programm gehören, dort dürften auch etwas weniger pompös ausgestattete Varianten zur Verfügung stehen. Die X-Klasse 350 d mit dem V6-Diesel wird bei uns Mitte 2018 antreten.

Mercedes X-Klasse Pickup
Hier fährt der neue Pickup 3:36 Min.

Laut Mercedes ist die Nachfrage nach besonders luxuriösen und komfortablen Midsize-Pickups stetig steigend, weshalb es die X-Klasse im Gegensatz zum Wettbewerb lediglich als Doppelkabiner mit bereits umfangreicher Basisausstattung geben wird. Echte Arbeitspferde mit minimierter Rustikalausstattung stehen für Deutschland nicht auf dem Programm. Angesichts des Basispreises von 37.294 für die X-Klasse 220 d Pure mit Schaltgetriebe und Heckantrieb (zum Vergleich: Die Navara-Preise für den 2,3-Liter-Doppelkabiner starten bei 31.110 Euro) darf davon ausgegangen werden, dass für das Topmodell X-Klasse 350 d Power rund 60.000 Euro aufgerufen werden. Der X 220 d mit Allradantrieb und Schaltgetriebe startet bei 39.115 Euro, für den 250 d mit 190 PS und Heckantrieb geht es bei 41.816 Euro los. Dass der 250 d 4Matic mit Siebengang-Automatik bereits mit 41.780 Euro und damit entsprechend günstiger in der Preisliste steht, liegt an der Version, denn ihn gibt es auch in der Basisausstattung Pure.

Erste Testfahrt mit der X-Klasse

Wer dem neuen Mercedes unterstellt, bei ihm handele es sich lediglich um einen umgelabelten Nissan Navara, ist vollumfänglich im Unrecht. Kein einziges Karosserieteil entspricht dem Japaner, auch wenn die Proportionen sich zwangsläufig ähneln. Den letzten Zweifel hieran räumt ohnehin der Erstkontakt am leibhaftigen Gerät aus. Satt und Mercedes-like öffnen und schließen die Türen, der Innenraum weckt in Schwabenauto-Fans sofortige Heimatgefühle. Vertraute Elemente wie Lenkrad und Instrumente aus der C-Klasse, das Touchpad in der Mittelkonsole und selbst die Fensterheberschalter sind Daimler durch und durch.

Was im Gesamteindruck sehr hochwertig wirkt, hat in der Detailbetrachtung noch Raum für Verbesserungen. Speziell die konkave Querspange, wichtiges Designelement der X-Klasse, wirkt je nach aufgebrachtem Dekor eher günstig als edel und verformt sich beim festen Anfassen knarzend. Zusätzlich irritieren die aufgesetzten Luftdüsen mit nachlässiger Befestigung und überschaubarer Materialanmutung, ein typischer E-Klasse-Käufer wird das nicht goutieren. Bei den Testwagen handelte es sich noch um Vorserienfahrzeuge, für die Serienproduktion bleibt da noch Raum für Verbesserungen.

X-Klasse mit 190 PS

Auf Knopfdruck rumort der Vierzylinder los, das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Zum Start gibt es ein recht spektakuläres, vom Viskolüfter leicht dramatisch untermaltes Aufheulen der Maschine, bevor der Turbodiesel sich auf Leerlaufdrehzahl eingrummelt. Beim Antriebsstrang von X 220 d und X 250 d sind sie dann tatsächlich da, die Gemeinsamkeiten, denn diese Komponenten übernimmt Mercedes von Renault-Nissan. Das bedeutet im Fall des Testwagens die Biturbo-Variante mit 190 PS und Siebengang-Automatik. Dass die Maschine eher in nützlichen Fahrzeugen als in feinen Limousinen werkt, lässt sich nicht verhehlen, die Laufkultur ist recht rustikal. Der Antritt fällt dafür standesgemäß druckvoll aus, ohne die Passagiere in die Sitze zu drücken – diesen Part wird ab 2018 der hauseigene V6-Motor mit permanentem Allradantrieb übernehmen. Das siebenstufige Automatikgetriebe sieht sich in erster Linie dem Komfort verpflichtet, zügige Schaltmanöver oder auf den Fahrstil eingestellte vorausschauende Schaltarbeit gibt es eher nicht.

Mercedes X-Klasse Fahrbericht Oktober 2017 Foto: Mercedes
Bei der ersten Testfahrt musste die X-Klasse auch im Gelände ran. Die Allradmodelle verfügen über ein Untersetzungsgetriebe.

Auf der ersten Schnellstraßenetappe ist bereits früh klar, dass Mercedes bei der Entwicklungsarbeit am Pickup einen großen Schritt gemacht hat. Kaum Windgeräusche, verhaltenes Gegrummel aus dem Maschinenraum, selbst die Abrollgeräusche dringen nur wie durch Watte. Objektive Messwerte stehen zwar noch aus, aber die X-Klasse hat in jedem Fall das Zeug dazu, im Eintonner-Pickup-Segment das leiseste Modell darzustellen.

X-Klasse mit hohem Komfort

Noch ausführlicher haben sich die Techniker dem Fahrwerk des Lastenträgers angenommen, beim Nissan Navara und Renault Alaskan, die auf derselben Bodengruppe aufbauen, ein nicht so schönes Kapitel. Nun schaffen es zwar auch Mercedes-Entwickler keinesfalls, aus einem Pickup mit einer Tonne Zuladung das Fahrverhalten einer Oberklasse-Limousine zu zaubern. Doch was hier erreicht wurde, ist aller Ehren wert. Schnelle, aufeinanderfolgende Querfugen bringen zwar immer noch leichte Unruhe ins Gehäuse, doch während der Nissan Navara in vergleichbaren Situationen unbarmherzig auf die Besatzung einhämmert, bleibt es hier bei einem leichten Stößeln. Auf rauem Untergrund kann das neu abgestimmte und in der Spur verbreiterte Fahrwerk der X-Klasse dann richtig auftrumpfen. Zerbombte Feldwege und mit Schlaglöchern wüst zernarbte Nebenstraßen standen bei der ersten Testfahrt auf dem Programm, all das lässt sich volley nehmen, wird klaglos weggesteckt. Schwer und satt fühlt sich die X-Klasse in solchen Situationen an, man denkt unwillkürlich an den Mercedes G.

Dass die Abstimmung nicht nur Komfort, sondern auch Dynamik kann, überzeugt ebenfalls. Kaum Wanktendenzen und verhältnismäßig geringe Seitenneigung machen Lust auf Kurven. Dabei bleibt die X-Klasse erstaunlich lange haftstark unterwegs, bevor das ESP eingreift, für den fahrdynamischen Extremfall eines Hecktrieblers mit Starrachse und (zumindest ohne Beladung) sehr unvorteilhafter Gewichtsverteilung ist das aller Ehren wert. Tatsächlich lässt sich der neue Mercedes Pickup mit einer Herzhaftigkeit durch Kurven treiben, die einem großen SUV kaum nachsteht und wahrscheinlich von den wenigsten Käufern jemals ausgelotet wird.

Geländetauglichkeit hoch

Für den Geländebetrieb hält die X-Klasse eine kleine Armada an Hilfsmitteln bereit. Der Allradantrieb ist leider nur starr zuschaltbar, die daraus resultierenden Verspannungen bei Kurvenfahrten verbieten den Einsatz auf der Straße. Offroad hingegen ist der Zuschalt-Allrad bereits in der regulären Übersetzung für den Großteil der Herausforderungen ausreichend, zumal die Wandlerautomatik ihren Teil zum gefühlvollen Kraxeln beiträgt. Zusätzlich unterstützt eine sehr gut abgestimmte Traktionskontrolle die Fahrt, sodass die Hinterachs-Differentialsperre und die zusätzlich aktivierbare Gelände-Übersetzung nur in ausgesprochen haarigen Fahrsituationen erforderlich sind. Per Knopfdruck lässt sich außerdem eine Bergabfahrhilfe aktivieren, die im Straßengang bei acht, in der Geländereduktion bei vier km/h das Limit setzt und den Pickup automatisch auf dieses Tempo einbremst, egal wie steil die Abfahrt gerade ist. In Sachen Traktion und Durchsetzungsfähigkeit auch im schweren Gelände ist die X-Klasse auf einem sehr hohen Level, die Limits setzen wie bei allen Pickups der lange Radstand mit dem mäßigen Rampenwinkel und der lange Hecküberhang.

Fazit

Fahrkomfort, Geräuschdämmung und auch das Fahrverhalten der X-Klasse können durchaus als neuer Maßstab bei den Midsize-Pickups bezeichnet werden. Die Qualitätsanmutung im Detail verträgt jedoch noch Verbesserungen. Die Preise sind hoch angesiedelt, den Mercedes unter den Pickups muss man sich leisten können.

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Neuester Kommentar

Einfach lächerlich dieses Auto. Es läßt Erinnerungen an den VW Taro wach werden...
Nach dem desaströsen Citan, der dem Vaneo in keinster Weise das Wasser reichen kann, nun der nächste Badge-Engineering Versuch von Mercedes. Die Marke macht sich selbst lächerlich mit dem ganzen Nissan-Renault-Joint-Venture. Ich habe lange Jahre gern Mercedes gefahren, aber so einen Mist hätte man sich zu Zeiten des W 124/W 126 nicht getraut.

Fahrdiesel 18. November 2017, 00:33 Uhr
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