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MOOVE it green: Nachwachsende Reifen

Nachhaltig produzieren Nachwachsende Reifen

Die Reifen gehören zu den Teilen am Auto, die natürlichem Verschleiß unterliegen. Um deren Produktion möglichst nachhaltig zu gestalten, setzt der Reifenhersteller Continental auf Recycling, Runderneuerung und – nicht zuletzt – auf nachwachsende Rohstoffe.

Dass Autoreifen ein Erdölprodukt sind, stimmt nicht mehr so ganz. Tatsache ist: Reifen werden heute in hohem Maße mit Naturprodukten hergestellt, bei Winterpneus kann der Naturstoffanteil sogar bis zu 30 Prozent betragen. Neben den Rohstoffen wie Synthetik-Kautschuk, industriell erzeugtem Ruß und verschiedenen Zuschlagstoffen, die auch weiterhin aus der Chemiefabrik zugeliefert werden, entfällt der Hauptanteil dabei auf Naturkautschuk und das als Weichmacher verwendete Rapsöl. Naturkautschuk ist aber – auch aufgrund der langen Transportwege – recht teuer.

Daher geht das Bestreben dahin, vermehrt natürliche und nachwachsende Rohstoffe einzusetzen. Synergien entstehen, wenn sowohl teure wie energieintensive Transportwege wegfallen und zusätzlich Rohstoffe aus Pflanzen gewonnen werden, die obendrein das klimaschädliche CO2 durch Fotosynthese in den für den Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff umwandeln.

Reifen aus Löwenzahn

Aus dem Milchsaft des auch in unseren Breiten kultivierbaren Russischen Löwenzahns (lateinisch: Taraxacum) lässt sich in einem stabilen Prozess bereits heute das für Reifen verwendbare Gummi Taraxagum produzieren. Die Vorteile von Löwenzahngummi sind für den Hersteller Continental natürlich die günstigeren Produktionskosten, auf teure Rohölprodukte und konventionellen Naturkautschuk könnte verzichtet werden. Die anspruchslose Löwenzahnpflanze kann dazu günstig auf brach liegenden Feldern in unwirtlicheren Gegenden Europas, genauso aber auch in Deutschland angebaut werden und tritt damit nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.

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Aus der Wurzel des Russischen Löwenzahns lässt sich Reifengummi herstellen. Das ist nachhaltig.

Trotz überzeugender Ergebnisse werden aus dem alternativen Werkstoff noch keine Autoreifen in Großserie produziert. Haltbarkeit und Performance werden zunächst in Kleinserien erprobt. Etwa in der Fahrradsparte von Continental – hier sind die nötigen Gummimengen überschaubar – läuft bereits eine kleine Serienfertigung.

Reifen runderneuern

Auch beim Wiederverwenden von Reifen ist man auf einem guten Weg. Während das Wiederaufbereiten von Pkw-Reifen aufgrund der günstigen Neureifenpreise kaum am Markt angenommen wird, sind bei Lkw-Reifen ein Nachschneiden des Profils wie auch das Runderneuern gängige Praxis. Im Idealfall werden bei einem abgefahrenen Lkw-Reifen bei verschleißbedingt geringer Profiltiefe zunächst nur die Profilrillen tiefer geschnitten. Dieser Prozess, oft nach rund 200.000 bis 250.000 Kilometern, wird Nachschneiden genannt, ist zulässig und wird in der Reifenfachwerkstatt von Spezialisten per Hand durchgeführt. Weitere 250.000 km später ist der Laufstreifen des Reifens wieder bis zum Verschleißmaß verbraucht und kann nicht mehr nachgeschnitten werden.

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Reifen runderneuern: Die Karkasse eines Lkw-Reifens hält durch Runderneuern und Nachschneiden bis zu eine Million Kilometer.

Nun aber kann der gesamte Reifen – bei darauf spezialisierten Betrieben oder aber dem Reifenhersteller selbst – wiederaufbereitet werden. Dazu wird der Reifen oberflächlich abgefräst und idealerweise in einem Heißvulkanisationsverfahren mit einer neuen Deckschicht samt dem profiltragenden Laufstreifen versehen. Damit ist der Reifen fit für sein zweites Leben, das mit einem weiteren Nachschneidevorgang wieder 400.000 bis 500.000 Kilometer lang dauern kann. Im Idealfall erreicht so die Karkasse, die Grundstruktur des Reifens, eine Lebensdauer von bis zu einer Million Kilometern.

Reifen aus Recycling-Material

Neben Naturmaterialien und Gummirecyclat wollen Reifenhersteller wie Continental ab 2022 auch ein Kunststoffgarn aus wiederaufbereiteten Polyethylenterephthalat(PET)-Flaschen in der Reifenproduktion einsetzen. Das nachhaltige Garn soll im Bereich der Reifenkarkasse zum Einsatz kommen. PET wird bereits seit Langem als Werkstoff im Pkw-Reifenbau eingesetzt, da es auch unter hoher Belastung und Temperatur formstabil bleibt und somit bei allen Fahrgeschwindigkeiten für Sicherheit sorgen kann.

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Reifen aus Recycling-Material: Während bei Pkw demnächst hochfeste Garne aus PET-Flaschen eingesetzt werden, kommt bei Fahrradreifen schon Löwenzahngummi zum Zug.

Im erst kürzlich vorgestellten Recyclingprozess werden Fasern direkt aus PET gesponnen, ohne dass das Material zuvor in seine Komponenten zerlegt werden muss. Die Fasern sollen ebenso leistungsfähig sein wie PET-Neuware. Durch das recycelte Material können wertvolle Ressourcen geschont und so auch CO2 eingespart werden: Rund 60 recycelte PET-Flaschen finden in einem neuen Reifensatz nachhaltige Weiterverwendung und sind so ein wichtiger Schritt zum ganzheitlich nachhaltig produzierten Reifen.

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