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Nachhaltig fahren: Sparsam–aber sicher!

Nachhaltig fahren Sparsam – aber sicher!

Nachhaltige Mobilität bedeutet beim Autofahren, auf die Umwelt, aber auch auf sich und seine Mitfahrer zu achten. Was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, lesen Sie hier.

Nachhaltig sparsam – Das sollten Sie tun:

Gleiten statt hetzen

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Hans-Dieter Seufert

Unabhängig davon, ob mit Verbrennungs- oder Elektro- antrieb: Eine weit vorausschauende Fahrweise und ein behutsamer Umgang mit Gas- und Bremspedal schonen Ressourcen und vermindern Abgase, Bremsstaub und Reifenabrieb. Viel Energie vernichtet, wer häufig stark beschleunigt und dann wieder abbremst. Ein gleichmäßiges Fahren, dazu das Vermeiden unnötiger Stopps sind das Geheimrezept zum Spritsparen.

Motor aus beim Ampelhalt

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Moderne Autos machen’s bereits automatisch. Sie stellen den Motor zum Spritsparen beim Anhalten einfach ab. Wer noch keine Start-Stopp-Automatik an Bord hat, kann das intelligent per Zündschlüssel steuern: Bei jedem erkennbar längeren Halt wie an Ampeln, Bahnübergängen und auch im Stau gilt es, per Schlüsseldreh nach links den Motor abzustellen. Dann aber bitte gleich die Zündung durch Rechtsdreh bis zum Widerstand einschalten, damit Lichter, Scheibenwischer und Blinker, aber auch Lüftung und Radio weiterarbeiten.

Nur Nötiges mitnehmen

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Unnötiges Gewicht im Kofferraum und erst recht Fahrrad- oder Skiträger am Auto erhöhen den Roll- und Luftwiderstand enorm. Das steigert zwangsläufig Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß – und auch das Fahrverhalten sowie die Fahrsicherheit des beladenen Fahrzeugs können leiden. Ob nun Omas Koffer mit dem Krimskrams vom Dachboden, den man immer schon mal weitergeben wollte, die Golftasche oder der kleine Werkzeugkasten – was nicht dringend gebraucht wird, hat im Auto nichts verloren.

Gute Route

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Auch über die Wahl der richtigen Fahrstrecke und -zeit lässt sich viel Energie sparen. Wer sich besonders bei längeren Fahrten aus der Rushhour raushält, fährt entspannter und sparsamer. Die Verkehrsansichten von Google Maps oder auch die Autobahn-App des ADAC helfen bei der Planung der potenziell ökonomischsten Strecken.

Nachhaltig sparsam – Das sollten Sie lassen:

Warmlaufenlassen

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Das Warmlaufenlassen im Stand bringt bei modernen Motoren kaum die erwünschte Heizwirkung und verbrennt unnötig Sprit. Dazu ist es gesetzlich verboten. Wer erwischt wird, zahlt zehn Euro Strafe. Besser ist es, nach dem Anschnallen gleich loszufahren. Unter leichter Last wird der Motor schneller und materialschonender warm. Vollgas und hohe Drehzahlen bei kaltem Motor sind schädlich und erhöhen den Motorverschleiß. Erst wenn die Öltemperatur rund 80 °C erreicht hat – das ist bei normaler Fahrt nach etwa 15 bis 20 Kilometern der Fall –, nimmt der Motor Vollgas nicht mehr krumm.

Heizen statt kratzen

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Wenn jetzt im Herbst die Scheiben vereisen, bemühen viele zunächst die elektrische Scheibenheizung. Doch wer zuerst von Hand freikratzt und so die Heizdrähte nur kurz braucht, spart Sprit und Energie. Denn Lüftung, Heck- und Frontscheibenheizung können schon mal mit zusammen 1.000 Watt an der Batterie zehren. Das macht sich in Verbrauch und Schadstoffausstoß bemerkbar. Deshalb: bei Nichtgebrauch stets ausschalten!

Kurzstrecken mit kaltem Motor

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Mal schnell um zwei Häuserblocks zum Bäcker – besonders in der kommenden kalten Jahreszeit kostet das viel Sprit, fördert den Motorverschleiß und ballert Schadstoffe in die Umwelt. Denn kurz nach dem Kaltstart braucht der Motor besonders viel Kraftstoff, das kalte Motoröl schmiert noch nicht, wie es soll, und auch der Katalysator arbeitet mangels Temperatur noch nicht richtig. Auch E-Fahrzeuge fahren auf Kurzstrecken erst mal alle Systeme hoch und brauchen dann besonders viel Energie. Nachhaltig und auch gesünder ist es daher, zu Fuß oder mit dem Fahrrad loszuziehen.

Bei der Wartung sparen

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Verbrauchte Zündkerzen, ein verstopfter Luftfilter und erst recht eine schlecht gewartete Bremsanlage mit permanent schleifenden Belägen treiben den Verbrauch in die Höhe. Gleiches gilt für Fahrten mit zu wenig Luft in den Reifen. Der höhere Widerstand beim Abrollen kostet Sprit, das Fahrverhalten wird schwammig, die Kurvensicherheit schwindet, und das Schleuderrisiko steigt. Zudem nutzen sich Reifen bei falschem Luftdruck ungleichmäßig ab und müssen früher ersetzt werden. Also: Wer öfter prüft, schont Umwelt und Geldbeutel.

Nachhaltig sicher – Das sollten Sie tun:

Der richtige Pedalabstand

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Nur wer richtig sitzt, kann richtig fahren. Die Beine müssen auch bei durchgedrücktem Kupplungspedal noch leicht angewinkelt bleiben, der Po darf keinesfalls höher als die vordere Sitzkante kommen. Nur so kann das gefährliche Submarining, das Durchrutschen des Beckens unter dem Gurt im Falle eines Aufpralls, verhindert werden.

Gurt immer nachziehen

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Ein loser Gurt ist gefährlich. Kracht’s, fliegt der Fahrer, bis der Gurt erst spannt und greifen kann, im freien Fall nach vorne und knallt dort gegen feste Teile. Autsch! Also nach jedem Anschnallen mit kurzer, routinierter Handbewegung im Becken- und Schulterbereich nachziehen. Kostet nichts, fühlt sich aber echt sicher an.

Lenkrad richtig einstellen

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Laura zeigt, wie’s geht: Mit leicht angewinkeltem Arm soll die Handwurzel den oberen Lenkradkranz erreichen – und das, ohne dass die Schulter die Rückenlehne des Fahrersitzes verlassen muss. Das schafft Sicherheit bei Ausweichmanövern, da die Schulter so stets sicher vom Sitz geführt wird und nicht aus der Lehne herausrutschen kann. Sitz-Seitenhalt nennt sich das und wird nicht nur von Sportfahrern geschätzt.

Lenkrad richtig halten

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Die Hände gehören über den Lenkradspeichen in der "Viertel vor drei"-Position ans Steuer. So kann man, ohne das Lenkrad loszulassen, locker eine halbe Umdrehung lenken. Das reicht außerorts immer, und sogar beim Abbiegen braucht’s oft kaum mehr. Wer weiterlenken muss, greift mit der kurveninneren Hand nach der kurvenäußeren Greifposition an der Speiche und dreht einfach weiter…

Mit dem Auto vertraut machen

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Und zwar bevor es zu kritischen Fahrsituationen kommt. Nützliche Hinweise finden sich in der Bedienungsanleitung: Hier steht zum Beispiel drin, was zu tun ist, wenn der Wagen am Berg mit durchrutschenden Rädern stehen bleibt. Erklärt wird, wie Sie beispielsweise durch Abschalten der Traktionskontrolle – sie verhindert das Durchdrehen der Räder in bestimmten Situationen – den Berg mit etwas Gefühl am Gas dennoch schaffen. Wie Sie auch in brenzligen Situationen richtig reagieren, lässt sich mit viel Spaß und gefahrlos bei einem Autofahrer-Sicherheitstraining üben.

Nachhaltig sicher – Das sollten Sie lassen:

Zuviel Gas in Kurven

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Jetzt am Ende des Sommers kommen die ersten kalten Nächte: Straßenglätte droht in Form von Reif und nassen Blättern. Hier heißt es frühzeitig das Tempo anpassen und vorausschauend fahren, denn die elektronischen Regelsysteme Ihres Autos, wie ABS und ESP, können nur so weit unterstützen, wie es der restliche Fahrbahngrip zulässt. Sollten Sie dennoch ins Rutschen kommen, helfen die richtige Blickführung und beherztes Bremsen. Starren Sie dabei nicht auf das Hindernis, sondern schauen und lenken Sie daran vorbei. Die Bremse erst lösen, wenn Sie die Situation wieder unter Kontrolle haben.

Handy am Steuer

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Andrey Popov

Egal welches Wetter: Mobiltelefone gehören beim Fahren in eine Halterung – am besten dort, wo sie den Fahrer nicht ablenken. Bei Tempo 100 legt ein Auto rund 30 Meter zurück – pro Sekunde! Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn dann der Blick nicht ständig auf der Fahrbahn ist. Außerdem: Wer mit dem Handy in der Hand am Steuer erwischt wird, zahlt 100 Euro Strafe und kassiert einen Punkt. Kommt noch eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer hinzu, sind’s 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Also: Finger weg vom Handy.

Dicke Jacken

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Auch wenn’s zunächst im Auto bitterkalt ist: Dicke Jacken sollten beim Fahren nicht getragen werden. Erstens kann mit ihnen der Gurt nicht wirkungsvoll körpernah angelegt werden, zweitens behindern sie den Fahrer bei schnellen Lenkbewegungen – etwa beim plötzlichen Ausweichen; drittens vermindert der oft glatte Stoff den Seitenhalt im Fahrersitz, und viertens hat die Sitzheizung so mächtig Mühe, zum Allerwertesten des Fahrers durchzudringen.

Ungeeignete Schuhe

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Was im Sommer High Heels oder Badelatschen, sind im Winter Moonboots oder dicke Winterstiefel. Zum Bedienen der schlanken Pedalerie ist derlei Fußbereifung völlig ungeeignet. Wer im Notfall schnell und vor allem mit Kraft das Bremspedal treffen will, tut besser daran, vor Fahrtbeginn auf geschlossene Schuhe oder Sandalen mit gutem Halt zu wechseln. Zwar gibt es keine Vorschriften bezüglich der Schuhordnung beim Autofahren und somit auch keine Strafen, im Falle eines Unfalls kann aber bei ungeeignetem Schuhwerk schnell eine Teilschuld am Geschehen anfallen.

Als Beifahrer rumlümmeln

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Auch wenn das lange Sitzen auf Reisen noch so nervt: Nur die richtige Sitzposition – auch des Beifahrers – kann bei Unfällen schützen. Unschön für den Fahrer, wenn er bei einem harmlosen Auffahrunfall mit Airbag-Auslösung zusehen muss, wie der lebensrettende Airbag die Beine seiner hübschen Beifahrerin wegsprengt.

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